Leo Justinus Kauffmann

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Leo Justinus Kauffmann (* 20. September 1901 in Dannemarie, Elsass; † 25. September 1944 in Straßburg) war ein elsässischer Komponist der Spätromantik und des Impressionismus. Mit seinem 1944 uraufgeführten Bühnenwerk "Das Perlenhemd" schuf er einen neuen Stil der modernen Kammeroper.

Leben[Bearbeiten]

Kauffmann stammt aus einer oberelsässischen Musikerfamilie. Sein Vater war Hauptlehrer und Organist in Dammerkirch. Seine musikalische Ausbildung erhielt er während seiner Gymnasialzeit in Altkirch und während des Ersten Weltkrieges in Dijon unter anderem vom dortigen Domkapellmeister. Nach dem Krieg studierte er an den Konservatorien in Straßburg und in Köln.

Seine erste Anstellung erhielt er als Organist in Dornach und Korrepetitor am Stadttheater in Mulhausen. Als Meisterschüler von Hermann Abendroth und Philipp Jarnach verfasste er hier die ersten eigenen Kompositionen.

Nach seiner Heirat nahm er eine Anstellung als Lehrer an der Rheinischen Musikschule in Köln an und wirkte zudem als Chor- und Orchesterleiter in Düren. Von den Nazis als "Neutöner" verunglimpft verlor er 1933 seine Anstellung, komponierte aber unter einem Pseudonym weiterhin für den Kölner Rundfunk und errang 1937 zweimal den ersten Preis bei Rundfunk-Kompositionswettbewerben.

1940 wurde er von Fritz Münch als Kompositionslehrer an das Straßburger Konservatorium (heute Ecole Nationale de Musique) berufen.

Leo Justinus Kauffmann wurde 1944 bei einem Luftangriff getötet.

Werke[Bearbeiten]

Leo Justinus Kauffmann hat etwa 130 Kompositionen der verschiedensten Gattungen hinterlassen. Einen Schwerpunkt bildet seine instrumentale Kammermusik. Mehr Bedeutung erlangte er aber noch mit seinem Spätwerk, der Oper Die Geschichte vom schönen Amerl (nach Clemens Brentano) (1943), der Kammeroper Das Perlenhemd (1944). und seiner einzigen Sinfonie von 1942. Über seine Kammeroper Das Perlenhemd urteilte der bedeutende zeitgenössische Komponist Philipp Jarnach: "Sein zweites Bühnenwerk... ist eine musikalische Kostbarkeit und zugleich das Muster eines neuen, gültigen Stiles der Kammeroper".[1]

Quellen[Bearbeiten]

  • Seydel, Hans-Jacob: Leo Justinus Kauffmann. Leben und Werk des elsässischen Komponisten. Musica 5, 1951, S. 186-189.
  • Francis Müller: Leo Justinus Kauffmann In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart Bd. 7, Sp. 754 f.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zitiert nach Francis Müller: "Leo Justinus Kauffmann" in MGG