Wenn der Tuvia mit dem Gerd über den Frieder

Der kölsche Außenminister ist empört! Eine Mail einer Leserin von Tapfer im Nirgendwo beantwortete er wie folgt:

Sehr geehrte Frau S.,

Ihre E-Mail wurde zuständigkeitshalber an mich weiter geleitet. Leider komme ich erst jetzt dazu, Ihnen zu antworten.

Während der Ausstellung `Breaking the Silence´, die im nächsten Jahr in Köln zu sehen sein wird, werden unterschiedliche Stimmen zur Sprache kommen, selbstverständlich auch solche, die sich kritisch mit Anliegen und Inhalt der Ausstellung auseinandersetzen. Das ist im Übrigen auch das Interesse der Mitglieder von Breaking the Silence.

Was Sie, sich auf Gerd Buurmann und Tuvia Tenenboom beziehend, über mich schreiben, zeugt von großer Unkenntnis, ist schlicht und einfach Unsinn und grenzt an bösartige Verleumdung.

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag
Frieder Wolf
Stadt Köln
Amt des Oberbürgermeisters
Leiter des Büros für Internationale Angelegenheiten
Rathaus (Spanischer Bau)

Damit Sie wissen, was einfach Unsinn sein und an bösartiger Verleumdung grenzen soll, wiederhole ich meinen Artikel von vor einigen Wochen:

Die Ausstellung Breaking the Silence bricht in Deutschland kein Schweigen, sondern stimmt lediglich in den lauten Chor der einseitigen Israelkritiker ein. Die Ausstellung sollte in Deutschland daher besser Joining the Choir heißen!

„Breaking the Silence“ ist eine Ausstellung, in der anonyme Aussagen zusammengetragen wurden, die das Verhalten der israelischen Armee auf das Schärfste kritisieren. Die Austellung ist radikal einseitig und verurteilt ausschließlich Israel. Zu der Tatsache, dass Artikel 7 der Gründungscharta der Hamas die Vernichtung aller Juden fordert und regelmäßig auf Israel Raketen abgefeuert werden, schweigt die Ausstellung. Mehrere Vorwürfe von Augenzeugen, in der Ausstellung würden (auch) Lügen verbreitet, wurden von den Organisatoren nicht widerlegt!

Ausgerechnet diese Austellung sollte im Zusammenhang der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der deutsch-israelischen Beziehungen und dem 55. Jahrestag des Schüleraustauschs zwischen Köln und seiner israelischen Partnerstadt Tel Aviv gezeigt werden. Das ist kölsche Gastfreundschaft: Köln bricht nicht das Schweigen, Köln bricht in das Festessen seiner Partnerstadt Tel Aviv! Ich wundere mich über die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Tel Aviv, die sich so devot ankotzen lassen!

Oberbürgermeister Jürgen Roters hatte noch ein Einsehen und sagte das Brechen zum Jubiläum ab. Joachim Frank vom Kölner Stadt Anzeiger war über diese Entscheidung sehr erzürnt und schrieb:

Im richtigen Leben wäre jetzt von „Betteln um Schläge“ die Rede.

Jawohl, wer das Kotzen ins Festessen der jüdischen Stadt Tel Aviv absagt, bettelt geradezu nach Schlägen! Frank erklärt sogar, die Absage bestärkt zum einen den klassischen antisemitischen Topos, dass „die Deutschen immer einknicken, wenn die Israelis Druck machen“ und fordert zwingend einen Plan B. Da bricht aber jemand gerne!

Köln will nicht aufs Brechen verzichten! Die Schau soll nun doch laut Kölnischer Rundschau in einem „angemessenen Kontext“ im Frühjahr 2016 in Köln zu sehen sein! Gegen Israel kotzt Köln halt gern, zur Not im angemessenen Kontext.

Frieder Wolf ist der Leiter des Kölner Büros für internationale Angelegenheiten. Ja, Köln leistet sich einen Außenminister!

Mein guter Freund Tuvia Tenenbom besuchte jüngst diesen kölschen Außenminister in seinem Büro, nachdem Frieder Wolf sich als Mann vorgestellt hatte, der seine Aufgabe darin sähe, Juden zu retten. “Ein Judenretter”, dachte sich Tuvia und entschied: “Ich möchte sehen, wie das Büro eines städtisch angestellten Judenretters in Köln aussieht.” Tuvia ging also ins Büro von Frieder Wolf und war überrascht über das Bild, das er prominent plaziert im Büro des kölschen Außenministers vorfand: Frieder Wolf zusammen mit Mahmud Abbas von der Fatah!

“In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.”

Diesen Satz sprach Mahmut Abbas im Juli 2013 zu überwiegend ägyptischen Journalisten. Mit “Israelis” meint Abbas ausschließlich Juden. Er meint nicht die knapp 1,6 Millionen Isralis, die Muslime sind. Sie dürfen sich selbstverständlich in einem möglichen Palästina aufhalten. Mufti Muhammad Hussein wurde von Abbas zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt und erklärte zur 47-Jahr-Feier der Fatah:

„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben. Die Juden werden sich hinter Steinen und Bäumen verstecken. Dann werden die Steine und Bäume zu uns rufen: ‚Oh Moslem, Diener Allahs, da versteckt sich ein Jude hinter mir, komm und töte ihn.‘“

Mahmud Abbas unterschreibt Todesurteile für Menschen, die nichts anderes getan haben, als Grundstücke an Juden zu verkaufen. Zudem lässt Abbas Straßen nach Menschen benennen, die als “Märtyrer” möglichst viele Juden ermordet haben.

Mit so einem Mann hat sich der Judenretter des kölschen Außenministeriums ablichten lassen, vermutlich weil die Endlösung der Judenrettung selten in schönere Worte gepackt wurde.

Ich durfte den Judenretter auch einmal persönlich kennenlernen, nachdem ich Anzeige gegen einen Mann erstattet hatte, der vor dem Kölner Dom Juden als Kinderbluttrinker dargestellt und die Hamas, die in ihrer Charta die Vernichtung aller Juden fordert, als legitimen Widerstand bezeichnet hatte. Meine Anzeige fand nationale und internationale Beachtung. Das Simon-Wiesenthal-Center schaltete sich ein und applaudierte meiner Anzeige. Sogar die Partnerstadt von Köln, Tel Aviv, erwarte eine Erklärung von Köln, ob dieser Toleranz gegenüber Antisemitismus.

Als ich in das Büro für internationale Angelegenheiten einberufen wurde, dachte ich noch, ich würde ein Lob von der Stadt erhalten, ob meines Eintretens gegen Judenhass, aber ich wurde bitter enttäuscht. Der kölsche Außenminister erklärte mir, dass ich aufpassen solle, was ich über Köln sagte und wenn ich weiter schlecht über die Stadt spräche, ich es mit ihm zu tun bekommen würde. Ja, der Judenretter fand meinen Antisemitismusvorwurf schlimmer als den Antisemitismus selbst. Der Ruf der Stadt war ihm wichtiger als eine Stadt ohne Judenhass. Das ist gelebte Außenpolitik!

Bethlehem ist ebenfalls Partnerstadt der Stadt Köln. Im Gegenzug zu Tel Aviv sind in Bethlehem nicht alle Bürgerinnen und Bürger gleichberechtigt! Dort gibt es keine Religionsfreiheit und keine Meinungsfreiheit. Frauen und Männer sind in Bethlehem nicht gleichberechtigt. In Tel Aviv findet die größte Parade für Schwule und Lesben im Nahen Osten statt. In Bethlehem werden Schwule und Lesben verfolgt. In Tel Aviv leben viele Muslime. In Bethlehem sind jüdische Israelis verboten. Bethlehem ist lebensgefährlich für Juden. Nazis würden sagen: Bethlehem ist judenrein! Eine Ausstellung über den virulenten Judenhass und den kriegerischen Fundamentalismus in der von der palästinensischen Autonomiebehörde besetzten Stadt Bethlehem ist in Köln nicht geplant. Da bricht Köln kein Schweigen!

Im Jahr 2017 wird es in Köln wahrscheinlich eher die Ausstellung Breaking the Silence 2 geben, über die jüdischen Verbrechen während des Aufstandes im Warschauer Ghetto. Vermutlich wird Walter Herrmann dann die Einführung halten. Es braucht nur noch eine Jüdin, die dieses Spektakel organisiert. Bestimmt hat Evelyn Hecht-Galinski noch Kapazitäten frei!

Ich wundere mich nicht, dass eine Stadt mit einem Judenretter als Außenminister einfach gerne nur in Richtung Israel bricht!

***

Entweder wusste der Oberbürgermeister nicht, was der Leiter des zuständigen städtischen Büros für internationale Angelegenheiten, Frieder Wolf, da im Schilde führt. Oder er hat ein Problem erst erkannt, als er sowohl von der israelischen Botschaft in Berlin als auch von der Synagogengemeinde und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Köln darauf hingewiesen wurde, dass es eines gibt. (Alex Feuerherdt)

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18 Antworten zu Wenn der Tuvia mit dem Gerd über den Frieder

  1. anti3anti schreibt:

    Frieder Wolf hinkt seiner Zeit hinterher. Heute bekennen sich Antisemiten offen zu ihren Ressentiments!

    Bitte weiterleiten.

  2. Eitan Einoch schreibt:

    Frieder Wolf ist offenbat ein Musterbeispiel für einen geläuterten Zuspätgeborenen, der sich berufen fühlt, die Juden vor sich selbst zu retten. Der Begriff Judenretter stimmt also durchaus. Blöd nur, dass Juden heute keine Retter mehr brauchen. Aber daran wird schon gearbeitet

  3. Sempronius Densus Bielski schreibt:

    BDS Köln; Boycott, Divestment and Sanction?

    Die freiwillige deutsche Hauptstadt des Hasses gegen Juden wird nicht nur von mir gemieden.

    • ceterum censeo schreibt:

      Völlig verständlich, aber auch ohne irgendwelchen Haß. Der Gang vom Parkplatz zum Bahnsteig auf dem Hauptbahnhof vor ein paar Tagen zum Zwecke der Verwandtenverabschiedung ließ in allen Beteiligten wieder einmal das Glücksgefühl aufsteigen, sogleich zurück in sein piefiges Dorf reisen zu dürfen. Nun zieht das Umfeld eines Bahnhofes wohl in aller Welt das Kroppzeug und die Kranken und Aussätzigen an Körper und Geist an, wobei die gesellschaftliche Herkunft beliebig zu sein scheint, eine derartig verstunkene, verdreckte und heruntergekommene Hölle sucht man aber höchstwahrscheinlich in Mitteleuropa andernorts noch vergebens.

  4. Paul schreibt:

    Der immerwährende Propagandakrieg gegen Israel tobt permanent an vielen Fronten. Die vereinigten Judenhasser haben sich gegen Israel verbündet. Die Stadt Köln gibt den Propagandakriegern ein weiteres Betätigungsforum. Der permanente Judenhass, der vor dem Kölner Dom durch Walter Herrmann verbreitet wird, findet jetzt, ebenfalls mit Duldung und Unterstützung durch die Stadt Köln, eine kongeniale Erweiterung.

    Die Stadt Köln ist dabei zur Hochburg des Antisemitismus in Deutschland zu werden. Der Außenminister Frieder Wolf bezeichnet Vorwürfe, die in diesem Zusammenhang an ihn gerichtet werden als von großer Unkenntnis zeugend, schlicht und einfach Unsinn und an bösartige Verleumdung grenzend.
    Im Umkehrschluss ist zeugt also seine Unterstützung der Aktion der israelische Nichtregierungsorganisation Breaking the Silence von großer Kenntnis, macht einen Sinn (schlicht und einfach) und grenzt nicht an Verleumdung, sondern ist eine Verleumdung. Eine Verleumdung Israels und der IDF. Es ist auch deswegen eine Verleumdung, weil Gegenstimmen und Richtigstellungen nicht zugelassen werden.

    Interessant ist, dass die Aussagen der Soldaten anonymisiert werden. Das lässt den Schluss zu, dass diese Aussagen nicht den Tatsachen entsprechen und keiner Nachprüfung stand halten. Ein israelischer Soldat, der auf Missstände in der IDF aufmerksam macht, wird nicht bestraft. Die Vorwürfe werden überprüft. Wenn sie berechtigt sind, dann werden die dafür Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen. Das Bemühen Missstände bzw. Fehlentscheidungen (wo gibt es die nicht? Wo Menschen handeln werden Fehler gemacht) aufzudecken hat in der IDF einen hohen Stellenwert.

    Die Anonymisierung der Anklagen lässt die Vermutung aufkommen, dass die NGO es vermeiden möchte die Wahrheit zu ermitteln. Das wird durch die Stadt Köln unterstützt. Es ist nicht zu fassen.

    Da Frieder Wolf selbst schreibt, dass die Behauptungen an bösartige Verleumdungen grenzen (Ich wiederhole grenzen.) hat er, wenn auch unfreiwillig eingestanden, dass es keine Verleumdungen sind, also der Wahrheit entsprechen. Solange die Grenze zur Verleumdung nicht überschritten wird, befinde ich mich im Territorium der Wahrheit. Vielen Dank Frieder Wolf für dieses Eingeständnis. Jetzt muss er dem nur noch entsprechende Taten folgen lassen.

    Und im Übrigen meine ich Hassherrmann muss von der Domplatte verschwinden.

    Herzlich, Paul

  5. Bruno Becker schreibt:

    Die kölner Kultur wurde ja schon immer als liberal, mitmenschlich, tolerant und voller Mutterwitz charakterisiert. Mal abgesehen davon, dass von mitmenschlich und tolerant während der NS-Zeit überhaupt keine Rede gewesen sein kann, halte ich dieses Gequatsche auch heute noch für falsch und verlogen. Man kann jammern und klagen, solche Ausstellungen werden deshalb nicht weniger. Wäre es stattdessen nicht vielleicht sinnvoll, über Gegen Ausstellungen nachzudenken? (Freilich muss ich vorsichtig mit solchen Forderungen sein; ich lebe nicht in Köln und könnte auch gar nicht mithelfen, eine solche Ausstellung zu organisieren.)

    • Malte S. Sembten schreibt:

      Die kölner Kultur wurde ja schon immer als liberal, mitmenschlich, tolerant und voller Mutterwitz charakterisiert.

      — So sehen die Kölner sich selbst. Wer Kölsch trinkt, kann kein schlechter Mensch sein. Schlechte Menschen dürfen darum auch kein Kölsch trinken. Die verlogene Selbstgefälligkeit der Domstädter ist echt … kölsch.

  6. Bruno Becker schreibt:

    Nachtrag: Finanziell könnte ich mich natürlich beteiligen!

  7. Malte S. Sembten schreibt:

    Tel Aviv, die Partnerstadt, scheint aber auch recht dickhäutig zu sein.

    • Bruno Becker schreibt:

      Auf Tel Aviv lasse ich nichts kommen. Nach Bangkok die geilste Stadt der Welt. Die Israelis kommen einem manchmal ein wenig arrogant vor, das legt sich aber, sobald man sich etwas näher kennt.

  8. A.S. schreibt:

    Die Wolf(schanze?) Antwort ist ein Paradebeispiel für den emotional-unreflektiert agierenden Typ. Der Kritik wird einfach die Substanz abgesprochen, hier mit den Vokabeln Unkenntnis und Unsinn, und schon muss man sich damit nicht mehr auseinandersetzen. Und genau darum geht es, sich mit der Kritik nicht beschäftigen zu müssen.

  9. Jupp Schmitz schreibt:

    Welcher Antisemit lässt sich schon gerne als Antizionist beleidigen. Herr Wolf stehen Sie doch einfach zu Ihrem Hass auf Israel: Einfach mal zur Meinung stehen!

  10. Kanalratte schreibt:

    Wolfs Schanze im Super-Gau Köln

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