Vanuatu

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Ripablik Blong Vanuatu (Bislama)
Republic of Vanuatu (engl.)
République de Vanuatu (frz.)
Republik Vanuatu
Flagge Vanuatus
Wappen Vanuatus
Flagge Wappen
Amtssprache Bislama, Englisch und Französisch
Hauptstadt Port Vila
Staatsform parlamentarische Republik
Regierungssystem parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt Präsident
Baldwin Lonsdale
Regierungschef Premierminister
Joe Natuman
Fläche 12.190 km²
Einwohnerzahl 266.937 (Stand 2014, CIA Factbook)
Bevölkerungsdichte 21,9 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Nominal
2010[1]
  • 710 Mio. US$[1] (173.)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 2.963 US$[1] (114.)
Human Development Index 0,616 (131.)[2]
Währung Vatu (VUV)
Unabhängigkeit 30. Juli 1980 von FR und UK
Nationalhymne Yumi, Yumi, Yumi
Nationalfeiertag 30. Juli
Zeitzone UTC+11
Kfz-Kennzeichen VU
ISO 3166 VU, VUT, 548
Internet-TLD .vu
Telefonvorwahl +678
Japan Nördliche Marianen Palau Mikronesien Osttimor Indonesien Midwayinseln Hawaii Johnston-Atoll Wake Papua-Neuguinea Marshallinseln Nauru Kiribati Französisch-Polynesien Pitcairninseln Tokelau Cookinseln Salomonen Norfolkinsel Neuseeland Vanuatu Tuvalu Wallis und Futuna Tonga Niue Australien Samoa Amerikanisch-Samoa Fidschi Howlandinsel Bakerinsel Palmyra Kingmanriff Jarvisinsel Neukaledonien Japan Antarktika Russland Chile (Osterinsel) Vereinigte Staaten (Alaska) Kanada Mexiko Vereinigte Staaten Nordkorea Südkorea Volksrepublik China Republik China (Taiwan) Vietnam Laos Kambodscha Thailand Philippinen China Singapur Malaysia BruneiVanuatu on the globe (small islands magnified) (Polynesia centered).svg
Über dieses Bild
Detaillierte Karte Vanuatus
Das Parlament von Vanuatu.
Beim Mount Yasur auf Tanna

Vanuatu (auf Bislama: Ripablik Blong Vanuatu) ist ein souveräner Inselstaat im Südpazifik.

Der aus 83 Inseln bzw. Inselgruppen bestehende Staat ging 1980 aus dem seit 1906 bestehenden britisch-französischen Kondominium Neue Hebriden hervor und hat heute 266.937 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten]

Das Inselgebiet von Vanuatu erstreckt sich über 1.300 km des Südpazifiks und zählt zu Melanesien. Zum Staat gehören 83 Inseln (davon 67 bewohnte Inseln), meist vulkanischen Ursprungs, welche überwiegend zur Inselgruppe Neue Hebriden zählen. Weiterhin gehören die Banks- und die Torresinseln geopolitisch zu Vanuatu.

Nur wenige dieser vanuatuischen Inseln haben eine Größe, die sie bedeutend macht. Die größten sind Espiritu Santo (3.955,5 km²) und Malakula (2.041,3 km²). Der höchste Punkt auf Vanuatu ist der Tabwemasana (Tabwémasana) mit 1.879 m auf der Insel Espíritu Santo.

Bemerkenswert ist der aktive Vulkan Mount Yasur auf der Insel Tanna sowie der Lombenben auf der Insel Ambae, der im November 2005 Aktivität zeigte. Immer wieder erschüttern Erdbeben die Inseln, so auch 1999 und 2002. Letzteres richtete in der Hauptstadt Port Vila erheblichen Schaden an. Auf beide Erdbeben folgte ein Tsunami.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Vanuatus

Viele der Inseln von Vanuatu sind schon seit Jahrtausenden bevölkert. Die ältesten Funde werden auf das Jahr 2000 v. Chr. datiert. Der portugiesische Seefahrer Pedro Fernández de Quirós erreichte am 3. Mai 1606 Espíritu Santo. Im Glauben, den „verlorenen“ südlichen Kontinent gefunden zu haben, nannte er die Insel nach dem Heiligen Geist Terra Australis del Espiritu Santo und nahm sie und alles bis zum Südpol liegende Land im Namen des spanischen Königs und der katholischen Kirche in Besitz.

1768 segelte Louis Antoine de Bougainville auf der Fregatte La Boudeuse zwischen Espíritu Santo und Malakula und widerlegte somit Quirós Theorie, es handle sich um den Teil eines südlichen Kontinents.

Nach der zweiten Reise des britischen Entdeckers James Cook ließen sich ab 1839 europäische Siedler auf den Inseln nieder. Ab 1887 standen die Inseln offiziell unter britisch-französischer Kontrolle.

Franzosen und Engländer einigten sich 1906 auf die Gründung des Kondominiums Neue Hebriden[3] auf den Neuen Hebriden. Auf Grund verschiedener Infektionskrankheiten, die vor allem durch die europäischen Siedler ins Land gebracht wurden, fiel die Bevölkerung bis 1935 auf 45.000 Einwohner.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Inseln Éfaté und Espíritu Santo von den Alliierten als Militärbasen genutzt. In den 1960er Jahren drängte die Bevölkerung zu mehr Selbstbestimmung und später nach Unabhängigkeit. Volle Souveränität erlangte der Inselstaat am 30. Juli 1980 durch die Zustimmung der beiden europäischen Schutzmächte. 1981 trat Vanuatu den Vereinten Nationen bei und zwei Jahre später der Bewegung der blockfreien Staaten (siehe auch: Resolution 489 des UN-Sicherheitsrates). Die 1990er Jahre waren geprägt von politischer Instabilität, was zu einer größeren Dezentralisierung im politischen System des Inselstaates führte.

Zyklon Pam[Bearbeiten]

Zwischen dem 14. und 15. März 2015 wütete in Vanuatu der Zyklon Pam, der weite Teile des Inselstaates zerstörte, weswegen der Inselstaat am 15. März 2015 den nationalen Notstand ausrief. Der Zyklon war, mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 300 km/h, einer der stärksten je gemessenen Zyklone.[4] In der Hauptstadt Port Vila wurden 90 % aller Gebäude zerstört oder stark beschädigt.[5] Der Zyklon wird als die schwerste Katastrophe in der Geschichte von Vanuatu bezeichnet.[6] Laut Angaben der Vereinten Nationen kamen mindestens 24 Menschen durch den Zyklon ums Leben, 3300 Menschen wurden obdachlos. Präsident Baldwin Lonsdale gab dem Klimawandel eine Mitschuld am Ausmaß der Zerstörung.[7]

Politik[Bearbeiten]

Politisches System[Bearbeiten]

Vanuatu ist eine parlamentarische Republik mit einem Präsidenten als Staatsoberhaupt. Der Präsident, der hauptsächlich repräsentative Funktionen ausübt, wird alle fünf Jahre von einem gemeinsamen Gremium aus Mitgliedern des Parlaments und den Präsidenten der Regionalparlamente gewählt. Seit dem 22. September 2014 ist Baldwin Lonsdale aus der Provinz Torba nach insgesamt acht Wahlgängen, bevor er die notwendige Zweidrittelmehrheit mit 46 von 58 Stimmen erreichte, Präsident des Landes. Er löste den vom 2. September 2009 bis 2. September 2014 amtierenden Iolu Abil und dessen danach amtierenden Interimspräsidenten Philip Boedoro ab.[8][9]

Der Regierungschef Vanuatus ist der Premierminister, der vom Parlament mit Dreiviertelmehrheit gewählt wird. Der Premierminister bestimmt selbst die Mitglieder seines Kabinetts.

Seit dem 15. Mai 2014 ist Joe Natuman Premierminister und löste seinen Vorgänger Moana Carcasses Kalosil ab.

Vanuatu hat ein Einkammersystem. Das Parlament hat 52 Mitglieder, die alle vier Jahre in Mehrpersonenwahlkreisen direkt gewählt werden. Der Premierminister kann das Parlament vorzeitig vom Präsidenten auflösen lassen.

Sitzverteilung im Parlament von Vanuatu nach den Wahlen vom 30. Oktober 2012
Partei Sitze
Vanua’aku Pati (VP) 8
People’s Progress Party (PPP) 6
Union of Moderate Parties (UMP) 5
National Unity Party (NUP) 4
Land and Justice Party (GJP) 4
RMC 3
Iauko Group (IG) 3
Green Confederation (GC) 3
Nagriamel (NAG) 3
Melanesian Progressive Party (MPP) 2
Natatok (NAT) 2
Peoples Service Party (PSP) 1
Vanuatu National Party (VNP) 1
Vanuatu Liberal Democratic Party (VLDP) 1
Vanuatu Progressive Development Party (VPDP) 1
Vanuatu Republican Party (VRP) 1
Unabhängige 4
Summe 52
Quelle: IPU[10]

Neben dem Parlament gibt es den Malvatu Mauri, auch National Council of Chiefs genannt. Dieser Häuptlingsrat hat aber nur beratende Funktion.

Das oberste rechtsprechende Staatsorgan von Vanuatu ist der Oberste Gerichtshof, der aus einem Obersten Richter und bis zu drei weiteren Richtern besteht. Das Rechtssystem basiert auf dem britischen Recht.

Außenpolitik[Bearbeiten]

Die kleinen Matthew- und Hunterinseln, welche etwa 250 km südöstlich von Anatom (Provinz Tafea), der südlichsten Hauptinsel von Vanuatu, liegen, werden sowohl von Neukaledonien (Frankreich) als auch von Vanuatu beansprucht.

Seit dem 26. Oktober 2011 ist Vanuatu Mitglied der WTO.

Deutscher Honorarkonsul

Deutschland wird seit dem 29. April 2013 durch den Honorarkonsul Jörg Michael Schwartze in Port Vila vertreten.[11]

Sicherheit[Bearbeiten]

Vanuatu verfügt über keine regulären Streitkräfte. Für die Sicherheit ist neben der Polizei (Vanuatu Police Force) auch die paramilitärische Vanuatu Mobile Force zuständig, die auch über einen maritimen Arm, den Police Maritime Wing, verfügt. Vanuatuische Sicherheitskräfte haben bereits an Einsätzen der Vereinten Nationen teilgenommen.

Provinzen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Provinzen von Vanuatu

Vanuatu besteht aus sechs Provinzen, Malampa, Penama, Sanma, Shefa, Tafea und Torba, deren Namen sich aus den Namen der Einzelinseln zusammensetzen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Ni-Vanuatu

Vanuatu hat 266.937 Einwohner (2014), etwa 98,5 % der Bevölkerung sind Melanesier.[12]

32,6 % der Bevölkerung sind bis 14 Jahre alt, von 15 bis 64 Jahre sind es 63,7 %, über 64 Jahre sind lediglich 3,7 % der Einwohner. Vanuatu hat ein jährliches Bevölkerungswachstum von etwa 1,5 %, wobei die Geburtenrate bei 22,72 pro 1000 Einwohner und die Sterberate bei 7,82 pro 1000 Einwohner liegt. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 5,4 %. Die Lebenserwartung der Bevölkerung liegt bei 62,85 Jahren (Männer: 61,34 Jahre, Frauen: 64,44 Jahre). 26 % der über 15-jährigen sind Analphabeten.

Sprachen[Bearbeiten]

72,6 % der Bevölkerung geben als Muttersprache eine der 110 Sprachen Vanuatus an. Mit dieser Menge an Sprachen hat Vanuatu die höchste Sprachendichte (Sprachen pro Einwohner) der Welt. Alle diese Sprachen zählen zum melanesischen Zweig der ozeanischen Sprachgruppe. Bislama, eine in der britisch-französischen Kolonialzeit entstandene Kreolsprache, wird von knapp 23,1 % als erste Muttersprache angegeben, tatsächlich stellt es aber die tägliche Sprache der Einwohner des Inselstaates dar. Neben Bislama gelten auch Englisch und Französisch als Amtssprachen, werden aber kaum noch aktiv gesprochen: Englisch wird von 1,9 % der Einwohner, Französisch von 1,4 % gesprochen. Andere Sprachen werden von 0,3 % der Gesamtbevölkerung gesprochen.[13]

Sandzeichnung aus Vanuatu (2007)

Einwohner ohne gemeinsame Sprache verständigten sich früher über Zeichnungen, die in den Sand gezeichnet wurden. Rituelle Sandzeichnungen, die aus einer durchgehenden Linie bestehen, wurden 2003 von der UNESCO als Kulturerbe der Menschheit anerkannt.

Religion[Bearbeiten]

31,4 % der Bevölkerung gehören der presbyterianischen Kirche an und 13,4 % der anglikanischen Kirche. 13,1 % der Einwohner sind römisch-katholisch, 10,8 % sind Siebenten-Tags-Adventisten und 13,8 % gehören einer anderen christlichen Konfession an. Daneben gibt es noch etliche einheimische Glaubensrichtungen, zu denen sich aber nur noch 5,6 % der Gesamtbevölkerung bekennen. Die bedeutendsten sind Cargo-Kulte wie die John-Frum-Bewegung und die Prinz-Philip-Bewegung. (Alle demografischen Angaben sind auf dem Stand von 2006)[13]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft von Vanuatu besteht überwiegend aus Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus. Zu den wichtigsten Kulturpflanzen gehören Kokospalmen, Erdnüsse, Bananen und Mais, die hauptsächlich für den Inlandsbedarf kultiviert werden. Im Jahr 2010 wurden auf einer Fläche von 96.000 ha Kokospalmen (Ertrag: 170.000 t), auf 2.428 ha Erdnüsse (Ertrag 2011: 2.616 t), auf 1.455 ha Bananen (Ertrag: 10.735 t) und auf 1.402 ha Mais (Ertrag: 783 t) angebaut.[14] Auf einigen Farmen werden Rinder und Schweine gehalten, die 2010 2.500 t Rindfleisch und 3.417 t Schweinefleisch erbrachten. Vereinzelt werden auch Kaffee (2011: 25 ha), Kakao (2011: 500 ha) und Gewürze (2011 auf sieben Hektar mit einem Ertrag von 95 t) angebaut. Die Wirtschaft ist trotz eines expandierenden Dienstleistungssektors noch stark landwirtschaftlich geprägt und somit anfällig für Naturkatastrophen und Wetterschwankungen. Es existieren keine nennenswerten Bodenschätze.

Etwa 65 % der Bevölkerung bestreiten ihren Lebensunterhalt durch den primären Sektor. Durch diverse Wirtschaftsreformen wie die Einführung einer Mehrwertsteuer von 12,5 % gelang es, den Dienstleistungssektor zu stärken, so dass der Tourismus weiter expandieren konnte. 2011 waren es ca. 94.000 Besucher. Auf Kreuzfahrtschiffen erreichten 125.000 Tagesbesucher die Inseln.[15]

Vanuatu erlangt auch zunehmend Bedeutung als Offshore-Finanzplatz. In Vanuatu gibt es keine Einkommenssteuern, Körperschaftssteuern oder Kapitalertragssteuern. Der Staatshaushalt wird durch Einfuhrsteuern, die Mehrwertsteuer (12,5 %) und durch diverse Gebühren finanziert.

Exportiert werden in erster Linie landwirtschaftliche Produkte, wobei die Mengen jährlich stark schwanken können. 2010 wurden Agrargüter im Wert von 24 Millionen US-$ exportiert, jedoch mussten Nahrungsmittel im Wert von 56,3 Millionen US-$ importiert werden.[14] Auch in den Jahren davor überstieg der Wert der Lebensmittelimporte (2009: 53,1 Millionen US-$) stets den Wert der Lebensmittelexporte (2009: 28,1 Millionen US-$) im erheblichem Maße. Vanuatu exportiert u. a. Rindfleisch (2010: 352 t nach 904 t im Vorjahr), Kopra (2010: 5.693 t nach 15.107 t im Vorjahr und 3.205 t 2008), Kakao (2010: 1.978 t nach 1.480 t im Vorjahr) sowie geringe Mengen von Kaffee (2010: 1 t nach 4 t im Vorjahr) und Bananen.

Die wichtigsten Handelspartner sind Neukaledonien, Australien und Neuseeland.

Währung[Bearbeiten]

Kursmünzen von Vanuatu

Als Währung fungiert auf Vanuatu der Vatu (VUV). Am 30. Aug 2015 betrug der Wechselkurs 1 EUR = 120,21 VUV, entsprechend 100 VUV = 0,83186 EUR.

Unternehmen[Bearbeiten]

Die Betreiber des Kazaa-Netzwerkes von Sharman Networks haben sich dort niedergelassen, um Verfahren in den Niederlanden zu entgehen und von Steuervorteilen zu profitieren. Auch WinMX, eine Peer-to-Peer-Software und der OnlineTVRecorder[16] wechselten ihren Standort dorthin.

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2005 Ausgaben von umgerechnet 72,2 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 78,7 Mio. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsüberschuss in Höhe von 1,8 % des BIP.[17]

Die Staatsverschuldung betrug 2008 106 Mio. US-Dollar oder 18,5 % des BIP.[18]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Tauschhandel[Bearbeiten]

Auf der Insel Pentecost wird noch immer der traditionelle Tauschhandel betrieben. Die Tanbunia-Bank hat sich darauf spezialisiert. So besitzt jeder Gegenstand – zum Beispiel eine Schilfmatte, eine Muschel, ein Wildschwein, der Stoßzahn eines Wildschweins oder einfach ein wohlgeformter Stein – einen Wert, der nach einer in der Bank befindlichen Tabelle in die Währung Livatu umgerechnet wird. Selbst ein guter Rat oder eine alte Geschichte können auf diese Weise in Geldeswert umgerechnet werden. So gesehen „besitzt“ jeder Einwohner etwas, das er eintauschen kann. Der Tanbunia-Bank ist sogar daran gelegen, dass niemand Mangel leidet oder verarmt.

Der Wert eines Livatu entspricht dem Wert eines guten Schweinestoßzahnes und der Staat Vanuatu garantiert die Umtauschmöglichkeit in die offizielle Landeswährung Vatu.[20]

Verkehr[Bearbeiten]

Das knapp eintausend Kilometer lange Verkehrsnetz Vanuatus besteht zu 75 % aus nicht asphaltierten Straßen und Wegen. Für die Überwindung von Mittel- und Langstrecken stehen auf Vanuatu insgesamt 31 Flugplätze bereit, davon drei mit asphaltierten Start- und Landebahnen. Einer der wichtigsten Flughäfen ist der Flughafen Bauerfield. Die nationale Fluglinie ist Air Vanuatu. Die Handelsmarine verfügt über etwa 50 Schiffe, von denen keines einen inländischen Besitzer hat. Größere Häfen befinden sich in Forari, Port Vila und Espíritu Santo.

Kultur[Bearbeiten]

Hölzerne Schlitztrommeln aus Vanuatu (aus dem Bernice P. Bishop Museum)
Relief von Aloi Pilioko an der Hauptpost in Port Vila
Wandmalereien gegenüber der Markthalle

Die Kulturlandschaft Chief Roi Mata’s Domain ist seit 2008 UNESCO-Welterbe. Auch die Sandzeichnungen, die früher der Kommunikation zwischen den einzelnen Inseln und Stämmen dienten, wurden von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.

Einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Vanuatus ist der von der Insel Wallis stammende Aloi Pilioko, der u. a. das farbenfrohe Relief an der Fassade der Hauptpost in Port Vila schuf.[21] Unweit davon ist ein interessantes Wandgemälde auf der Fassade des Verwaltungsgebäudes gegenüber der Markthalle zu sehen.

Medien[Bearbeiten]

Eine Kurzwellenstation, die mit 10 kW ein Inlandsprogramm in Englisch, Französisch und Bislama ausstrahlt, kann bei günstigen Empfangsbedingungen gelegentlich auch in Mitteleuropa empfangen werden. Die Sendefrequenzen sind: 3.945, 5.055 und 7.260 kHz. Die Top-Level-Domain von Vanuatu ist .vu. Mit dem Verkauf der .vu-Domain verdiente Vanuatu mehr als 42 Millionen Euro.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Holtz: Nation-Building und die Frage nach Souveränität im Südpazifik vor dem Hintergrund der politischen Geschichte der Republik Vanuatu. Lit, Münster 2003, ISBN 3-8258-6413-8.
  • Felix Speiser: Ethnology of Vanuatu. An early twentieth century study. Crawford House, Bathurst NSW 1991, ISBN 1-86333-021-6. (Nachdruck 1996; englische Übersetzung des Originals von 1923: Ethnographische Materialien aus den Neuen Hebriden und den Banks-Inseln). (Eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Vanuatu – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Vanuatu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikimedia-Atlas: Vanuatu – geographische und historische Karten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c World Statistics Pocketbook 2011, Department of Economic and Social Affairs, Statistics Division, United Nations, New York, 2012, ISBN 978-92-1-161558-6.
  2. Human Development Report Office: Vanuatu – Country Profile: Human Development Indicators, abgerufen am 24. Oktober 2014
  3. Über die Besonderheiten einer binationalen Fluglinie auf den Neuen Hebriden und eines trinationalen britisch-französischen Gerichts mit spanischem Vorsitzenden sowie Briefmarken in einer Währung, die es im Lande nicht gab, informiert Miloslav Stingl: Muschelgeld und Straßenkreuzer. Leipzig 1975, S. 84–91.
  4. Zyklon „Pam“: Vanuatu ruft Notstand aus. Der Spiegel (abgerufen am 15. März 2015)
  5. Vanuatu Emergency Appeal UNICEF New Zealand.
    More than 100,000 homeless in Vanuatu as president makes emotional plea for Cyclone Pam aid The Telegraph, 16. März 2015.
  6. Cyclone Pam: Vanuatu awaits first wave of relief and news from worst-hit islands. The Guardian vom 15. März 2015.
  7. Zyklon Pam: UN sprechen von mindestens 24 Toten in Vanuatu bei zeit.de, 16. März 2015 (abgerufen am 16. März 2015).
  8. Vanuatu President calls for unity and peace, Radio New Zealand International vom 23. September 2014. Abgerufen am 5. Oktober 2014 (englisch).
  9. Baldwin Lonsdale sworn in as Vanuatu's new president, china.org.cn, Xinhua, vom 22. September 2014. Abgerufen am 5. Oktober 2014 (englisch).
  10. IPU
  11. Deutsche Vertretungen in Australien. „Der Deutsche Botschafter in Australien, Christoph Müller, ernannte am 29. April 2013 den ersten deutschen Honorarkonsul auf Vanuatu, Herrn Jörg Michael Schwartze.“ Abgerufen am 5. Mai 2013
  12. 2009 National Census of Population and Housing : Summary Release. Port Vila 2009, PDF, abgerufen am 16. Oktober 2011.
  13. a b CIA World fact Book Vanuatu. Abgerufen am 14. Oktober 2011.
  14. a b http://faostat3.fao.org/home/index.html#COMPARE
  15. Vanuatu National Statistics Office: Tourism summary, englisch, abgerufen am 12. Mai 2013.
  16. Computerfachzeitschrift c't (Nr. 18/2009, S. 138, letzter Absatz)
  17. a b c The World Factbook
  18. IWF: IMF Executive Board Consultation with Vanuatu
  19. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4.
  20. P. M. Magazin 11/2011, S. 79.
  21. Michael Brillat: Südsee, S. 52. München 2011

-17168Koordinaten: 17° S, 168° O