Verlauf der Einkommen in Griechenland 1974 - 2011Die Bürger in Griechen­land ver­loren inner­halb weniger Jahre alles, was sie während der ver­gan­genen Jahrzehnte hinzuge­won­nen hatten.

Das düstere Bild eines wegen der wirtschaftlichen Krise zusam­men­brechen­den Griechen­lands gibt ein Artikel in der Wash­ing­ton Post wieder, die berichtet, der Fortschritt der let­zten 28 Jahre sei inner­halb weniger Jahre ver­loren gegangen.

Bild: Ver­lauf der Einkom­men in Griechen­land 19742011
(Quelle: Max Roser (2015) – ‘Incomes across the income dis­tri­b­u­tion’)

Wie es in dem Artikel lautet, gibt es viele Betra­ch­tungsweisen, wie sehr his­torisch die Rezes­sion Griechen­lands war:

Einkom­men der Ärmeren fie­len auf das Niveau von 1980

Griechen­lands Wirtschaft schrumpfte unge­fähr so sehr wie die der USA während der Dauer der Großen Rezes­sion. Der Index der Arbeit­slosigkeit erre­ichte 28%. Und die Städte füll­ten sich in den Win­tern mit Smog, weil die Bürger ihre Woh­nun­gen nicht auf andere Weise zu beheizen ver­mochten als alles zu ver­bren­nen, was ihnen in die Hände kam. “Stellen Sie sich dieses let­ztere vor. Höchst­wahrschein­lich gibt es und das beste real­is­tis­che Bild davon, wie es war, die Rezes­sion Griechen­lands zu erleben“, merkt der Redak­teur der amerikanis­chen Zeitung an.

der Autor führt auch eine zweite Weise an, das wirk­liche Aus­maß der Krise in Griechen­land wahrzunehmen, indem er ein Dia­gramm präsen­tiert. Dieses zeigt, wie viel Geld in den let­zten 40 Jahren die Griechen, von den reich­sten bis hin zu den ärm­sten 10%, nach Berück­sich­ti­gung der Steuern und der Infla­tion hat­ten. Es gab für alle einen großen Sprung nach der Mil­itärdik­tatur, eine große Stag­na­tion ab Mitte der 80er bis Mitte der 90er Jahre, danach einen noch größeren Sprung – beson­ders für die Reichen – und dann den großen Absturz, der die Zugewinne der let­zten 30 Jahre oder sogar mehr zunichte machte.

Den reichen Griechen erg­ing es etwas besser als den übri­gen, da ihr reales ver­füg­bares Einkom­men “nur” auf das Niveau von 1985 zurück­fällt. Die Armen sind dage­gen laut der Wash­ing­ton Post noch mehr abgestürzt, unter das Niveau, auf dem sie sich 1980 befanden.

Griechen­land hat tat­säch­lich eine human­itäre Krise

Deswe­gen – betont der Artikel – ist es nicht über­trieben, zu sagen, das Griechen­land tat­säch­lich eine human­itäre Krise hat. Die SYRIZA–Regierung hat dies zu ihrer Pri­or­ität gemacht: sie wollen Lebens­mit­tel­coupons für die Hungern­den, medi­zinis­che Ver­sorgung für die Kranken und elek­trischen Strom für jene, die ihn nicht zu bezahlen ver­mö­gen. Aber selbst auch im Fall eines eingeschränk­ten Siegs in der ersten Runde der Ver­hand­lun­gen mit Europa ist nicht klar, woher diese Gelder kom­men sollen, merkt die amerikanis­che Zeitung an. Oder ob die Regierung die Gelder haben wird, um ihre Gläu­biger zu bezahlen.

Es war nicht hil­fre­ich, dass diese ganze poli­tis­che Ungewis­sheit den keimenden Auf­schwung abtötete – was in diesem Fall eine sehr rel­a­tive Bedeu­tung hat – und die Wirtschaft wieder auf die Tal­fahrt schickte. Der Artikel endet: “Es wird sehr, sehr viel Zeit benöti­gen, bevor Griechen­land dahin zurück­kehrt, wo es 2008 war. Aber irgend­wann wird es das, richtig?

(Quellen: Imerisia, Greece’s poor are back to where they were in 1980)

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