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Geschichte des Bastorfer Leuchtturms – Chronologie

1876 wurde von der Reichsregierung die Notwendigkeit eines Leuchtturms auf der Bukspitze des Bastorfer Signalbergs erstmals geprüft, nachdem es zuvor schon zu unzähligen Seeunfällen und Strandungen im Seegebiet kam.

Bis zu diesem Zeitpunkt gab es westlich gesehen den Leuchtturm von Travemünde und in östlicher Richtung den Leuchtturm von Darßer Ort. Beide Feuer reichten aber nicht aus, um dazwischen liegende Sandbänke, wie „Hannibal“ vor der Wismarer Bucht, zu beleuchten. Doch damals wie heute wurden Kosten und Nutzen gegenüber gestellt. Nachdem Landbaumeister Carl Luckow seine Baupläne der Reichsregierung vorgestellt hatte und diese den Bau genehmigte, begann Baumeister Hansen aus Kröpelin noch im Jahr 1876 mit der Errichtung des Leuchtgehöfts Buk, bei der ihm etliche Arbeiter aus Brunshaupten (einem Teil des heutigen Kühlungsborn) zur Hand gingen.

Fertigstellung im Jahre 1878
Im Jahr 1878, nur 18 Monate nach Baubeginn, erstrahlte das Leuchtfeuer das erste Mal bis zu 18 Seemeilen auf die Ostsee hinaus.
Zu Beginn der Inbetriebnahme wurde das Leuchtfeuer mit einem Petroleumdocht befeuert, der allerdings gegen 1912, als einer der ersten Türme an der Ostseeküste, durch elektrisches Licht ersetzt wurde. Dennoch sorgte eine Reserve-Gasbeleuchtung bei Stromausfall automatisch für das notwendige Licht.
Der rote, weiß gefugte Turm mit seiner damals noch dunklen Kappe wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 rot angestrichen und unter der Galerie mit einem 4m breiten weißen Band versehen.

Letzter Leuchtturmwärter ging 1979
Bevor 1979 der letzte Leuchtturmwärter seinen Dienst beendete und das Leuchtfeuer automatisiert wurde, war der Turm bis Anfang der 60er Jahre ein beliebtes Ausflugsziel für Urlauber und Einheimische.

Nach dem Mauerbau wurde es allerdings als militärisches Objekt eingestuft und durfte somit für etliche Jahre nicht betreten werden. Bis zum Mauerfall und der damit verbundenen politischen Wende unterstand der Bastorfer Leuchtturm dem Seehydrographischen Dienst der DDR in Warnemünde und wurde von dort aus gesteuert.

Nach der Wende wurde in Zusammenarbeit mit Denkmalschutz- und Baubehörden ein geeignetes Nutzungs- und Baukonzept für das stark verfallene Wohnhaus und den Turm verfasst und genehmigt. Die Instandsetzung sollte in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Man begann 1991 mit dem Ausbau der Zufahrtsstraße, ging in die Sanierung des Leuchtturms (1992) über und schloss die Arbeiten 1999 mit der Instandsetzung des Wohnhauses ab. Andere Anbauten, sowie die Verbindung zwischen Wohnhaus und Turm wurden abgerissen. Man schätzt die Gesamtkosten der Sanierung auf etwa 1,09 Millionen Euro.

Heute ist der Bastorfer Leuchtturm wieder ein sehr beliebtes Ausflugsziel, dass zu jedem Urlaub an der mecklenburgischen Ostseeküste dazugehört. Und nicht nur das, denn auch den Urlaub selbst kann man in einer der ehemaligen Wärterwohnungen verbringen.

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copyright: Holger Martens