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Neben dem Sporthotel "Glück auf" in Mönchenfrei wurde gestern am Rückbau eines Mobilfunkmastes gearbeitet.

Foto: Eckardt Mildner Bild 1 / 2

Die Abrissparty von Mönchenfrei

Die Demontage eines Funkmastes an der B 101 ist gestern mit Bratwurst und Bier gefeiert worden. Ein Hotelier hat sich gegen den Freistaat durchgesetzt - obwohl er selbst nichts gegen Mobilfunk hat.

Von Steffen Jankowski und Frank Hommel
erschienen am 13.04.2016

Brand-Erbisdorf. Eigentlich sollte der Turm neben dem Sporthotel "Glück auf" in Mönchenfrei gestern vollständig verschwinden. So hatte sich das zumindest Enrico Klemm gedacht - und zur Abrissparty mit Bratwurst und Bier eingeladen. "Ein Rest steht noch, die Monteure müssen nochmal ran", bestätigte der Inhaber des Hotels gestern Abend. Die Schneidarbeiten in 30 bis 40 Metern Höhe hätten zugleich sehr viele Schaulustige angelockt: "Das war ein richtiges Highlight, so etwas sieht man nicht alle Tage."

Dabei ist das Besondere weniger das Wie, sondern was da zerlegt wurde: Ein Mobilfunkmast, auf dem unter anderem auch die Polizei und die Rettungsleitstelle Mittelsachsen ihre Kommunikationstechnik installiert hatten. Hintergrund ist ein Vergleich, den Klemm Mitte Februar vor dem Freiberger Amtsgericht mit dem Freistaat Sachsen geschlossen hat. Wie Andrea Krieger vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (Sib) gestern bestätigte, hatte das Land als Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Turm steht beziehungsweise stand, den Nachbarn verklagt. Ziel sei es gewesen, so die Pressesprecherin, ein Notwegerecht für Wartungs- und Pflegearbeiten am Turm und den technischen Einrichtungen zu erlangen.

Die Zufahrt zu dem Mast sei nur über sein Grundstück möglich, erläutert Klemm. Da insgesamt vier Betreiber ihre Technik auf der Anlage gehabt hätten, sei diese auch "recht rege genutzt" worden. Dagegen hätte er sich auch nicht gesträubt, so der Hotelier weiter: "Aber die wollten nichts dafür bezahlen." Noch mehr habe ihn aber gestört, dass ihm kein Verantwortlicher für den Turm genannt worden sei.

Mit einem Mobilfunkmast in seiner Nähe könne er leben, erklärt der Hotelbesitzer: "Schließlich nutze ich die moderne Technik selbst und will auch immer erreichbar sein. Aber ich kann meinen Gästen nicht zumuten, dass direkt neben ihnen ein nach meinem Dafürhalten illegal errichtetes Bauwerk steht, für das es nicht einmal einen Ansprechpartner gibt, falls mal was ist."

Bauherr sei ein privater Betreiber, erklärt Sib-Sprecherin Krieger auf Nachfrage. Details zu Vertragspartnern und vertraglichen Regelungen könne sie aus Gründen der Vertraulichkeit und des Datenschutzes leider nicht übermitteln. "Wegen der Unsicherheit der Zuwegung und der Standdauer des Mastes sah sich der Betreiber bereits 2014 veranlasst, nach einem neuen Standort zu suchen", räumt sie jedoch ein. Der ist nach Klemms Angaben gefunden - der neue Mast stehe bereits in etwa 200 Metern Entfernung.

Der gefühlte Verzug beim Abbau des alten Turms könnte auch mit der Abrissparty im Zusammenhang stehen. "Natürlich haben auch die Monteure eine Bratwurst bekommen", versicherte Hotelier Klemm gestern. Und fügt hinzu: "Und einen Kaffee - Bier ist während der Arbeitszeit ja tabu."

 
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