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28.06. Hypertext und Blogfiction: Digitale Literatur in Deutschland

Dr. Heiko Zimmermann der Universität Trier erläutert in diesem Vortrag, was digitale Literatur überhaupt ist, und auch, warum wir in Deutschland so wenig davon hören. Wir surfen mit ihm durch den digitalen Raum und treffen auf Wiki-Romane, Blog-Fiktion, Hypertext Mashups…

Der Vortrag steckt zuerst das Feld der digitalen Literatur ab: Was ist das überhaupt? Ist das Hypertext und gehören eBooks dazu? Auch die historische Dimension wird dabei einbezogen, denn schließlich gibt es kombinatorische, interaktive, intermediale und performative Literatur schon seit mehreren Jahrhunderten. Der Fokus des Vortrags liegt dann auf der Problematik der Autorschaft, die anhand diverser Beispiele der digitalen Literatur erörtert wird: A Million Penguins (Wiki-Roman, 2006), She… (Hypertext Mashup, 2008), Slice (Blog-Fiktion, 2008) und Stir Fry Texts (Kinetische Lyrik, 2006).

Dabei zeigt sich, dass es neue und problematische Konfigurationen von Autor- und Leserschaft gibt, die sich mit bisherigen Mitteln der Literaturtheorie schwer beschreiben und vorhersagen ließen. Das neue literaturtheoretische Modell des Textuellen Handlungsraums ermöglicht, diese Neukonfigurationen der am Text handelnden Akteure zu modellieren.

Alle diskutierten Beispiele der digitalen Literatur kommen aus dem englischsprachigen Raum. Das liegt nicht nur daran, dass der Vortragende Anglist ist, sondern auch daran, dass nur ein Bruchteil der literarischen Projekte in Deutschland überhaupt realisierbar gewesen wäre. Warum das so ist und was sich ändern müsste, um digitaler Literatur auch in Deutschland eine Chance zu geben, wird am Ende des Vortrags erörtert.

19:00 Uhr in S05 T00 B42 (Campus Essen)

Der Eintritt ist frei!

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