Vorbeugung von Druckgeschwüren

Druckgeschwüre sind schwer zu behandeln, sobald sie eingetreten sind. Deshalb ist Vorbeugung absolut notwendig.

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Was ist ein Druckgeschwür?

Ein Druckgeschwür entsteht in Folge eines längeren Drucks auf einen Bereich der Haut, der zwischen einem äußeren Objekt und einem Knochen, der sich dicht unter der Haut befindet, eingeklemmt ist. Am häufigsten treten Druckgeschwüre am Kreuzbein und an den Sitzbeinhöckern des Gesäßes, an der Hüfte, den Knöcheln und Fersen auf. Besonders pflegebedürftige und bettlägerigen Patienten sind anfällig für Druckgeschwüre. Das Risiko ist am höchsten in der Anfangszeit, nachdem man immobil wurde, zum Beispiel nach einer Verletzung, nach einem Schlaganfall oder nach einer Bewusstlosigkeit.

Ein Druckgeschwür kann innerhalb von mehreren Stunden anhaltenden Drucks auftreten. Die Durchblutung in dem Bereich wird abgeklemmt und das Gewebe stirbt ab. Fettgewebe und Muskeln unter der Haut sind am stärksten gefährdet, während die eigentliche Hautoberfläche widerstandsfähiger ist. Daher muss es auf den ersten Blick nicht so schlecht aussehen, aber nach ein paar Tagen wird klar, dass der Schaden unter der Haut schwerwiegender sein kann.

Wenn ein Druckgeschwür entstanden ist, ist der Schaden irreparabel. Das heißt, dass das abgestorbene Gewebe nicht ohne weiteres durch neues Gewebe ersetzt wird. Umfangreiche und lang anhaltende Wundbehandlung sind die Folge und das Gebiet wird anfällig für neue Druckgeschwüre.

Die Hauptaufgabe der Familie und des Pflegepersonals ist es daher, die Entwicklung von Druckgeschwüren zu verhindern.

Beobachtung

Die Patienten, die ein Risiko für Druckgeschwüre haben, sollten sorgfältig beobachtet werden. Dies bedeutet, dass Familienmitglieder und das Pflegepersonal täglich, vielleicht mehrmals täglich, die Haut des Patienten an den kritischen Bereichen der Haut überprüfen sollten. Sehen Sie nach, ob die Haut rot und geschwollen ist und es Anzeichen von Geschwürbildung gibt. Fühlen Sie auf der Haut nach, ob sie eine normale Festigkeit aufweist. Bei Anzeichen einer beginnenden Geschwürbildung müssen die vorbeugenden Behandlungen intensiviert werden.

Vorbeugende Behandlung

Die wichtigste Maßnahme besteht darin, den Druck auf die betroffene Hautstelle zu entlasten. Ein bettlägeriger Patient muss mindestens alle zwei Stunden gedreht werden, bis klar wird, dass der Patient längere Zeit so liegen kann, d. h., dass man sieht, dass betroffene Hautstellen nicht rot werden. Verschiedene Formen von Matratzen helfen, den Druck auf die empfindlichen Bereiche der Haut zu reduzieren, aber befreien die Familie und/oder das Pflegepersonal nicht von der Pflicht, den Patienten regelmäßig zu wenden. Die betroffenen Bereiche der Haut können zusätzlich gepolstert werden. Rollstuhl-Patienten sollten die Position im Rollstuhl alle 10–15 Minuten ändern, selbst wenn ein Druckentlastungskissen verwendet wird.

Hautpflege ist notwendig. Man sollte es vermeiden, dass die Haut „sich auflöst“ und zusätzlich einer Geschwürbildung ausgesetzt wird. Halten Sie die Haut sauber und trocken. Bett- und Nachtwäsche sollten häufig gewechselt werden. Das Bettlaken sollte weich, sauber sowie falten- und knitterfrei sein. Trocknen Sie den Patienten gründlich nach dem Bad ab. Die meisten Bereiche können mit Talkum gepudert werden.

Wenn möglich, sollte man vermeiden, den Patienten „runter zu ziehen“ und ihn lieber zu Aktivitäten ermuntern. Wenn es zweckdienlich ist, kann Physiotherapie mit passiven und aktiven Übungen durchgeführt werden – gerne von Familienmitgliedern oder aber von einem Physiotherapeuten. Gesunde Ernährung, reich an Proteinen, ist nützlich.

Eine Spezialmatratze kann erforderlich sein. Verschiedene Druck entlastende Matratzen werden verwendet. Membranen mit Luftzirkulation führen unter anderem zu einer „schwimmenden“ Oberfläche, aber der Patient wird Hilfe brauchen, um sich aus einem Bett mit solch einer Membran zu erheben und aufzustehen. Normalerweise wird dies Patienten angeboten, die die meiste Zeit des Tages im Bett verbringen. Es gibt auch andere Arten von Matratzen, die sicherstellen, dass sich der Druck auf die verschiedenen Körperteile ständig ändert.

Weiterführende Informationen

Illustrationen

Druckgeschwür (Dekubitus)
Druckgeschwür (Dekubitus)

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Dekubitus. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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