Eröffnung am 1. April / Elefanten aus Indien

Bremen erhält Tierpark

Eigener Bericht

er. Bremen, 29. März

Die Hansestadt Bremen wird am 7. April 1966 offiziell einen Tierpark besitzen. Der neue Bremer Zoo wird an jenem Donnerstag um 16 Uhr seine Pforten für die ersten Besucher offnen. Gründer des Bremer Zoos im Stadtteil Oberneuland ist der indische Großwildfänger George Munroe. Er wird den Bremern am Eröffnungstag über eintausend Exoten präsentieren.

Das großzügig angelegte Freigehege wird ein Dutzend Elefanten aufnehmen, die bereits per Schiff von Kalkutta kommend auf dem Wege nach Bremen sind. Und so ist dann auch im neuen Bremer Zoo das auffälligste Projekt das Haus für die "Wappentiere", die Elefanten. George Munroe (42) gilt als einer der fähigsten und führenden Tierfänger und -händler im internationalen Großwild-Tierhandel. Er hat mit der Bremer Tierpark-Gründung das Nützliche mit dem Angenehmen verbunden. Denn Munroe benötigt für seine weltweiten Geschäfte eine seinen exotischen Tieren gemäße Klimatisierungszone, einen in Hafennähe gelegenen Umschlags- und Warteplatz für seine Großtiere.

Mit interessierten Bremer Bürgern gründete er vor Jahresfrist den Verein "Aufbau Bremer Tierpark". Zwischenzeitlich wurden zahlreiche Tiergehege in Oberneuland gebaut, wurden Teiche angelegt, entstand ein Wasservogelgehege und sogar ein Affenhaus. Bisher ging der Tierimport über die niederländischen Häfen Rotterdam und Amsterdam. Munroe hat diese Art des Seegüterumschlages nun nach Bremen verlagert. In das Bremer Projekt des indischen Großwildfängers Munroe sind bisher rund zwei Millionen Mark investiert worden. Vorbild ist der Hamburger Tierpark Hagenbeck. Inzwischen sind in Bremen Bisons, Kragenbären, Orang Utans, Geparden, Leoparden, Kamele, Guanakos und über hundert verschiedene Vögel eingetroffen.

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