| |
|
| |
Zigeuners Weihnachten
Durch das Dunkel des Waldes überm Tannenreis,
da flackerts wie Lichter, so brennend und heiß.
Da traben die Wölfe und bellen und schrein
mit eine einsame Christnacht ein -
denn heut soll der Heiland geboren sein.
Müd lös ich die Riemen am rissigen Schuh
und lausch den verlorenen Glocken zu.
Durch so viel Land ich auch schon schritt,
stets zog mir das liebliche Märchen mit,
daß Gott am Kreuze für mich auch litt.
Und plötzlich werden die Augen mir naß,
ich wein und bete und weiß nicht was.
O du Gottessohn, du Marienkind,
erbarm dich der Seelen in Wald und Wind,
die so wie ich in der Irre sind!"
von Georg Busse-Palma
|
|
|