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Geburtstagsgedichte ( Gedicht zum Geburtstag ): Die auf dieser Seite
aufbereiteten Gedichte entstammen den letzten 400 Jahren. Die Texte wurden
antiquarischen Büchern entnommen. Die Sammlung wird fortlaufend
ergänzt.
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Zum Geburtstag
Wer Mamor hier und Erz und Elfenbein erblickt,
und was noch sonst von Stoff die edle Kunst beschickt,
der denkt: Wie möchten wir mit emsigem Fleiß
und treuem Sinn das alles umgestalten,
zu tausend Bildern ihren hohen Preis
und unsre Liebe zu entfalten!
Die Blumen, in den Wintertagen,
versammeln froh sich hier zu Hauf,
mit heitern Blicken uns zu sagen:
An ihrem Fest blüht alles auf.
(der Erbgroßherzogin von Sachsen Weimar Eisenach, 1812)
von Johann Wolfgang
von Goethe, 1749 - 1832
An ihrem Wiegenfeste
Komm, schöner Tag! Mit hohen, heilgen Worten
begrüß ich jetzt dein süßes Rosenlicht.
Erhebe aus des Morgens goldnen Pforten
mit stiller Lust dein glühend Angesicht!
Dir rauscht mein Lied in heiligen Akkorden,
und nennts, was tief in meiner Seele spricht:
Umstrahle dich ein volles üppges Leben!
Du hast die Süße, Holde mir gegeben,
die mit der Liebe sanften Harmonien,
mit zarter Luft mein kühnes Herz gefüllt,
der alle meine schönsten Wünsche blühen,
die in der Seele jeden Sturm gestillt! -
Ach, alle Strahlen, die die Brust durchziehen,
vereinen sich zu einem süßen Bild;
mit leisem Hauch, wie Aeolsharfentöne,
formt es sich glühend zur lebendgen Schöne.
Und jetzt zu ihres Werdens Feierstunde,
jetzt glüht in mir des höchsten Lebens Strahl!
Wohl flüstert mirs mit leisem Geistermunde:
Sieh, das ist deiner Träume Ideal! -
Da wogt die Brust, berauscht im heilgen Bunde,
die Liebe läßt dem Herzen keine Wahl,
in seine tiefsten Tiefen muß sie dringen,
und reißt es fort auf stolzen Adlerschwingen.
In meiner Seele Nacht beginnts zu tagen,
den Gott fühl ich, der in der Brust sich regt.
Es tobt in mir, ich muß das Ziel erjagen,
das glühend mich in ihre Arme trägt.
Das Höchste kann ich kühn und mutig wagen;
ich fühls, daß mir ihr Herz entgegen schlägt!
Nur wo zwei Herzen liebend sich verbündet,
da wird der Himmel auf der Welt begründet.
von Theodor
Körner, 1791 - 1813
Dem Geburtstag
Von Osten will das holde Licht
nun glänzend uns vereinen,
und schönre Stunden fänd es nicht,
als diesem Tag zu scheinen.
Vorüber führt ein herrliches Geschick,
erhabne Helden, hochverehrte Frauen;
nun fesselt uns das heutgen Tages Glück,
als bleibende dich unter uns zu schauen.
Soll auch das Wort sich hören lassen?
Der Tag ist schön, der Raum ist klein;
so mag die Inschrift kurz sich fassen:
Ein Herz wie alle, sie sind dein.
(der Großherzogin Louise)
von Johann Wolfgang
von Goethe, 1749 - 1832
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