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Brief an einen Unbekannten
Am alten Bahnhof, die Grünanlage,
menschenleer. Herbstsonne wärmt
mein Gesicht.
Kaiser Wilhelm, der Wievielte?,
auf seinem Sockel, wie immer zu
Pferde, blickt gelangweilt auf mich,
die Bank, Deinen Brief.
Sind diese Zeilen von Dir, von mir,
von uns beiden? Worte dringen tief
nach innen, rücken alle Gefühle an
den rechten Platz.
Wie sagtest Du so treffend? Ich
finde mich in Deinem Echo wieder.
Auf der Tafel steht es:
Ankunft Berlin - Alexanderplatz
14.40 Uhr.
Leider nicht heute. Erst in vier Wochen.
Verdammt lang hin.
© Karin Rohner 2002
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