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Geburtstagsgedichte
Sammlung klassischer Gedichte zum Geburtstag. Die Geburtstagsgedichte
entstammen antiquarischen Büchern. Seite 9 von 16
[geburtstags-gedichte.htm]
An die Mutter
Geliebte Mutter, wie ist heute
Mir dieser Tag so festlich schön,
Da sich zuerst Dein Auge freute,
Den ersten Sonnenstrahl zu sehn.
Sieh, wie die Freud' in meinen Blicken,
Wie sie in meinem Herzen glüht;
Wie mich mein kindliches Entzücken
Mit frommen Wünschen zu Dir zieht.
Zu Dir, die jeden Lebensmorgen
Für mich so schön und heiter macht,
Und die mit mütterlichen Sorgen
So treu für meine Wohlfahrt wacht!
O, der Dich mir zum Glück gegeben,
Gott, mache Deine Tage schön,
Und lasse Dich das spät'ste Leben
Zur Seite meines Vaters sehn.
poetische Bibliothekar, 1845
An die Mutter
Gesegnet soll der Tag mir sein,
Der Dir das Leben gab;
Mein ganzes Glück, ich seh' es ein,
Hängt einzig von ihm ab:
Wo hätt' ich, wenn der Tag nicht wär',
Denn meine zweite Mutter her?
Drum zähl' ich sehnend jede stund',
Und, ist er endlich da,
Dann freu' ich mich aus Herzensgrund,
Geliebte Großmama!
Muss jenem, den die Trauben freu'n,
Nicht auch der Weinstock heilig sein?
Doch freu' auch Du, o Teure, Dich
Mit Deinen Enkeln heut',
Bei deinem Lächeln öffnet sich
Das Herz der Fröhlichkeit:
In einer Brust, vom Bösen rein,
Kehrt gern die holde Freude ein.
Die gute Vorsicht schütze Dich
Vor jedem Ungemach!
Erhalt' in deiner Liebe mich,
Sieh meinen Fehlern nach.
O schenke Gottes Güte doch
Dir viele frohe Jahre noch!
poetische Bibliothekar, 1845
An die Lehrerin
Schön geschmückt im Sonnenkleide
Kehret, reich an heiterm Glück
Und begrüßt von stiller Freude,
Heute uns der Tag zurück,
Der für sanfte Erdenbande
Einst auf Gottes Vaterruf
Dich im schönsten Erdenlande,
Gute Lehrerin! erschuf.
Heiter, wie ein Frühlingsmorgen
Fließ Dein künftig Leben hin;
Nie umwölken Gram und Sorgen
Deinen treuen, edlen Sinn.
Angelacht vom Hoffnungssterne,
Frei von Kummer und von Schmerz,
Bleibe bis zur weit'sten Ferne
Reich an Freud' Dein gutes Herz.
Ja, wir alle, alle weihen
Deinem Glücke unser Fleh'n,
Möchten alle Blumen streuen
Für Dein künft'ges Wohlergeh'n.
Sprieße, schöne Segensblüte
An der Trauten Lebenspfad,
Lohn' ihr jede Huld und Güte,
Die sie uns erwiesen hat!
Sieh doch, wie in diesem Kreise
Jede Brust sich freudig regt,
Wie ein jedes Herz so leise
Für Dich, Vielverehrte! schlägt.
Werden Jahre auch entschwinden -
Der Erinnerung auch geweiht,
Wirst Du immer wiederfinden,
Bleibend, unsre Dankbarkeit.
poetische Bibliothekar, 1845
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