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Hochzeitsgedichte
Ausgewählte Hochzeitsgedichte rund um den schönsten Tag im Leben. Auf
dieser Seite finden sie Gedichte zur Hochzeit, die an das Brautpaar oder die
Hochzeitsgesellschaft gerichtet sind. Die Hochzeitsgedichte wurden aus
verschiedenen antiquarischen Büchern entnommen. Viel Spaß beim
Lesen. ( Seite 1 von 1 / hochzeitsgedichte.htm )
Ein Schiffchen liegt am Ufer,
zu ziehen in die See,
nun noch zum Abschiedgruße
ein freundliches Ade.
Wohl dräuen Wind und Wellen,
und tückisch ist die Flut;
Doch sicher lenkt das Steuer
ein Führer stark und gut.
Wo sich die Herzen senken
in einem festen Grund,
da kann das Schiff nicht scheitern
auch in der dunkeln Stund'!
Wo sich die Blicke heben
nach einem lichten Stern,
bleibt auch in Not und Stürmen
das rechte ziel nicht fern.
Drum zieht getrosten Mutes
wohl in die See hinein;
Gott geb' euch gute Winde
und klaren Sonnenschein!
Des ewigen Leuchtturms Strahlen
send' er aus heiliger Höh';
Glück auf zum guten Ziele,
glückselige Fahrt, ade!
Wildermuth 1817-1877
Von nah' und fern sind wir erschienen,
Um Eurem Feste nah' zu sein,
Es spiegelt sich in unsern Mienen
Der holden Freude Bild allein.
Ja, Freud' ist's, die in uns sich reget,
Wenn wir Euch sehen Hand in Hand,
Die uns're Lippen still beweget
Zum Glück für Eurer Liebe Band.
Geschlungen ist's für dieses Leben,
Geschlungen ist's für jene Welt,
Mag auch das Schicksal Euch durchbeben,
Es darf nicht reißen, was Euch hält.
So lebet nun in eins verschlungen!
Euch schrecke nicht der Lauf der Zeit!
Was liebt, bleibt ewig unbezwungen,
Denn Lieb' erringt Unsterblichkeit.
Universal-Gratulant - 1845
An ein Brautpaar
Es tritt mit Hoffnung und Erwarten
Ein Pärchen heute vor den Traualtar.
Was wird es alles jetzt erwarten?
So hofft und fürchtet immerdar
Der arme Mensch; ach, Lust und sorgen
Hält ja die Zukunft weislich uns verborgen.
O möchten Dir im Ehestande,
Der Freudenblumen doch recht viel erblühn,
Und über Dir bis zu des Grabes Rande
Mach Erdenleiden schnell vorüberziehn,
Denn auch wohl in der besten Ehe
Gibt's doch manchmal ein kleines Ach und Wehe.
Doch Ihr sollt wandeln auf Freund Hymens Wegen
Stets ohne Harm durch's Leben Hand in Hand;
Des Himmels schönster allerreichster Segen
Beglücke immer Euern Ehestand,
Und immer so wie heut' vor'm Traualtare,
Liebt Euch dereinst auch noch im Silberhaare!
poetische Bibliothekar - 1845
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