Das Holstentor zu Lübeck
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Lübeck
In der Abenddämmerung erreichten wir Lübeck, welches
sehr schöne
environs von Alleen und Gärten hat. Wir kehrten im Gasthofe
"Stadt
Hamburg" ein und speisten wieder bei der table d' hote, wo wir zwar
sehr vornehm sogar von einem Mohren bedient wurden, aber doch das
echtwienerische Wohlleben Hamburgs vermißten. Da es der
hiesige Ton
nicht nur erlaubt, sondern sogar erfordert, bei Tische zu rauchen, so
schmauchten auch wir einige Stangen Cigaro.
Besahen wir uns die Merkwürdigkeiten Lübecks: Die
Kirche mit den
Gemälden eines Schülers Albrecht Dürers, das
alte gotische Rathaus und
die Marienkirche. In dieser letzteren bewunderten wir die
schöne
Kanzel, den geschmackvollen Altar, beide ganz von Marmor, das
astronomische Uhrwerk und den berühmten Totentanz. Dieses ist
eine
Reihe von Gemälden von einem alten deutschen
Künstler, welche den Tod
im Tanze mit Kaisern, Königen, Edelleuten, Bauern, Geistlichen
etc.
vorstellen und mit Knittelversen verziert sind. Die Stadt
Lübeck selbst
trägt durchaus das majestätische, düstre
Gepräge der Vorzeit.
Joseph Freiherr von Eichendorff, 1805
Die Stadt in der ich leben wollte... - Schneehöhen
5. März 2006
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