7.7.2005 - 10. Rondeau
Inhalt: 1. Wo steckst du nur? 2. Geschweige dass ich lauthals lustloswein.... 3. Schäfchenrondeau 4. Fallschirmkleid 5. Als sie Urlaub nahm...(Inspiration) 6. Inspiration II 7. Leidlyrik 8.Übungsstück
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11.7.2005 - Wo steckst du nur? |
| Geschrieben von cameleon |
Wo steckst du nur, du mein Rondeau?
Im Dichtarchiv? Hat das Niveau?
Gern hätt ich dich geschrieben
Sag, wer hat dich vertrieben?
Etwa das Internetbureau?
Komm wieder, ich vermiss dich so!
Bei deinem Klang war's Herz mir froh.
Ich musste stets dich lieben.
Wo steckst du nur?
Nun sitz ich auf dem Netzplateau,
bin nie dagegen - nicht mal pro!
Die Tränen, die mir blieben,
sie kollern und zerstieben.
In tiefer Trauer ruf ich: NO!
Wo steckst du nur?
© Karin Rohner 2005
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12.7.2005 - geschweige dass ich lauthals lustloswein |
| Geschrieben von cameleon |
(gelockertes rondeau)
silb mich fein ein von albanberg bis tauber
ich vers dir zu - adieu mein liebbleibsauber
tiefblau geblumt am himmel klingelreich
frischt ausgewaschnes wort das weltall weich
statt sommerregen fauler ätherzauber -
komm sonnenfächer - säbel alles gleich
zwei schildlaus spiegeln wachtelnd sich im teich
und drüber kollern blaue zungenklauber
silb mich fein ein
graustufen führ ich tag und nacht parade
suhlbrodelnd mich in freudscher maskerade
geläutert grünt mein herz auf lassmichein
hochtrabend am computermeilenstein
entströmt dem rot verwirrte satzpanade
silb mich fein ein
© Karin Rohner 2005
Edited by cameleon on August 7, 2005 at 9:09 am |
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12.7.2005 - Schäfchenrondeau |
| Geschrieben von Anonymous |
Zwei Wolkenschäfchen, zart wie weiße Seide,
seh ich am Himmel droben auf der Weide.
Da schweben sie dahin und – schau nur, schau! –
sie knabbern stillvergnügt vom frischen Blau.
O wie ich sie um ihre Kost beneide!
Sie gönnen gern die Lüneburger Heide
den andern Schafen, gern auch Rügens Kreide
und Amrum, fern im nebeligen Grau...
Zwei Wolkenschäfchen...
Betrachte die Idylle und entscheide:
Wär das kein schönes Leben für uns beide?
Ach nein, ich weiß. Du denkst real als Frau
und deine Antwort kenne ich genau:
Die ganze Zeit nur in dem weißen Kleide?
Zwei Wolkenschäfchen...
© Oswald Köberl 2005
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12.7.2005 - Fallschirmkleid (Triolett) |
| Geschrieben von cameleon |
Von früh bis spät nur ich im weißen Kleide?
Wenn du derweil die weiße Weste trägst,
kannst du gewiss sein, dass ich wenig leide -
am Schäfchenhimmel - ganz in weißer Seide.
Gestatte, dass ich mich sogleich entscheide:
Während du neblig grau die Wolken fegst,
hüpf ich herum im weißen Fallschirmkleide.
Mal sehn, wie lange du die weiße Weste trägst!
© Karin Rohner 2005
Edited by cameleon on August 6, 2005 at 2:26 pm |
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6.8.2005 - Als sie Urlaub nahm... |
| Geschrieben von cameleon |
„Lebe wohl“, hast du zu mir gesprochen,
„ich verkrümle mich auf zwei, drei Wochen...“
Was denn, einfach weg? Ja, und warum?
Ich gebs zu, ich schaute ziemlich dumm,
denn der Schreck fuhr tief mir in die Knochen.
Distelgleich hat mich dein Wort gestochen,
und mein Herz ist mittendurch gebrochen.
Doch ich klage nicht. Ich leide stumm.
Lebe wohl?!
Denkst du denn, ich käme angekrochen,
um an die verschloßne Tür zu pochen –
tränennaß, den Rücken flehend krumm?
Ach, die Jammerei macht Durst... darum
will ich erst mal einen Tee mir kochen.
Lebe wohl...
© Oswald Köberl 2005 |
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6.8.2005 - Inspiration II |
| Geschrieben von cameleon |
Einmal zu viel hast du mich sitzen lassen.
Ich blieb zurück, unfähig, dich zu fassen.
Litt wie ein Hund - doch meistens litt ich stumm.
Mein armes Herz, es schlug dir zu: "Warum?"
Auf meinem Weg - das würde dir so passen -
Sah ich nur dich. Auf Plätzen und Terrassen
Sucht ich dein Bild in Fratzen und Grimassen -
Doch jeder Blick verkaufte mich für dumm.
Einmal zu viel...
Nur du bist schuld, dass meine Wangen blassen,
Und meine Tränen fließen, gleich den Massen,
Die meine Einsamkeit umwölken. Sei es drum:
Du warst mein Opi- und mein Valium.
Ich bin so müde - kann dich nicht mal hassen...
Einmal zu viel...
© Karin Rohner 2005
Edited by cameleon on August 6, 2005 at 2:25 pm |
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6.8.2005 - Leidlyrik |
| Geschrieben von cameleon |
O welche Lust sind diese Tränentropfen -
wie könnte ich sonst Reim mit Reim verzopfen?!
Ja, andern ist das Liebesleid ein Graus,
ich aber renne schmerzvergnügt durchs Haus,
um Jambus oder Daktylus zu klopfen.
Wen so was stört, der soll mit Pfropfen
sein Musen ungewohntes Ohr verstopfen,
denn all mein Fühlen schrei ich laut hinaus.
O welche Lust!
Nur still die Leidensblumen auszukopfen
und gärtnergleich in Verse umzutopfen,
ist nicht genug. Der Seufzer braucht Applaus.
Und deshalb leide ich in Saus und Braus
und feire es mit Wein und Schnaps und Hopfen.
O welche Lust!
© Oswald Köberl 2005
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10.8.2005 - Übungsstück |
| Geschrieben von Anonymous |
Es war ein kleines Übungsstück,
doch denk ich, mit ein bisschen Glück,
lässt es sich später wiederfinden,
hinein in euren Kranz auch winden,
wenn ich die richt’gen Worte pflück,
dann kehr mit Sätzen ich zurück,
die ich an eure Busen drück.
Will nur zu gern mich euch verbinden
Es war ein kleines ...
Schaut her, den Weg ich überbrück
und nicht gleich jeden Reim ich zück.
Erfrischt seh ich die alten Linden
die Zeichen in den dicken Rinden.
Ein Rondeau hat so manche Tück’-
es war ein kleines ...
©GJ
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