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Hochzeitslied: Die auf dieser Seite aufbereiteten Hochzeitsgedichte
entstammen den letzten 400 Jahren. Die Texte wurden antiquarischen Büchern
entnommen. Die Sammlung wird fortlaufend ergänzt.
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Die traurig prächtige Braut
Komm heraus, komm heraus du schöne, schöne Braut,
deine guten Tage sind alle alle aus.
O Wehele weh, o Wehele weh!
Was weinet die schöne Braut so sehr,
mußt die Jungfern lassen stehn,
zu den Weibern mußt du gehen.
Lege an, leg an, auf kurze kurze Zeit
darfst du ja wohl tragen das schöne Hochzeitskleid.
O Wehele weh, o Wehele weh!
Ach was weinet die schöne Braut so sehr!
Mußt dein Härlein schließen ein
in dem weißen Häubelein.
Lach nicht, lach nicht, deine rote rote Schuh
werden dich wohl drücken, sind eng genug dazu.
O Wehele weh, o Wehele weh!
Ach was weinet die schöne Braut so sehr!
Wenn die andern tanzen gehen,
wirst du bei der Wiege stehn.
Winke nur, winke nicht, sind gar leichte leichte Wink,
bis du an dem Finger einen goldnen Hochzeitsring.
O Wehele weh, o Wehele weh!
Ach was weinet die schöne Braut so sehr!
Goldene Ketten legst du an
mußt in ein Gefängnis gahn.
Spring heut, springe heut deinen letzten letzten Tanz,
morgen kannst du weinen auf den schönen Hochzeitskranz.
O Wehele weh, o Wehele weh!
Ach was weinet die schöne Braut so sehr!
Mußt die Blumen lassen stehn,
auf den Acker mußt du gehen.
aus Des Knaben
Wunderhorn, zsg. von Arnim und Brentano
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