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Vatertagsgedichte
Sammlung klassischer Gedichte zum Vatertag. Die Vatertagsgedichte entstammen
antiquarischen Büchern. Seite 1 von 2 [vatertagsgedichte.htm]
Sohn an Vater (aus der Ferne)
Von Ferne soll der Leier Klang
Zu Dir herüber schallen;
Es soll des Sohnes Lobgesang
Zum lieben Vater hallen.
Ja, Vater! freudig klopft mein Herz!
Ich fühle neues Leben.
Mein Auge hebt sich himmelwärts
Und alle Pulse beben!
O könntest Du mein Innres schaun,
Begegnen meinen Blicken!
Wie wollte ich begeistert sein
Vor himmlischem Entzücken!
Wie fühl' ich einsam und allein
Der Trennung herbe Schmerzen,
Und Sehnsucht: heut bei Euch zu sein,
Bei Euch, Ihr trauten Herzen!
Nimm diese Gabe, gern und mild
Als Zeichen schwachen Lohnes,
Und wenn sie Dich mit Glück erfüllt,
Dann denke Deines Sohnes!
Festtage des Lebens, 1856
An den Vater
Vor einem Vater, der die Tugend
Der Weisen in der Seele trägt,
Und dessen Busen unserer Jugend
Voll Zärtlichkeit entgegen schlägt;
So steh' ich hier! Ich armer Knabe
Empfinde meine Schwäche heut:
Wo finde ich wohl eine Gabe
So groß, wie meine Dankbarkeit?
Doch nein! Sie fordern statt der Gaben
Ein treues kindliches Gemüt,
Worin Ihr Bildnis eingegraben
Und wo Entschluss für Tugend glüht.
Drum will ich mich zu Gott erheben:
"Mach mich gehorsam, gut und treu,
Dass ich in meinem Erdenleben
Des besten Vaters würdig sei."
"Und wenn ich nicht für's ganze Leben
Des Vaters Lust und Freude bin:
So nimm, Gott, was du mir gegeben,
Mein Leben in der Blüte hin!"
poetische Bibliothekar, 1845
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