Weihnachtsgedichte
Gedichte
zu Advent und Weihnachten
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Marienkirche zu Lübeck
Weihnachtsmarkt
Spielbudenlärm
Tannenlichter
Ein Schritt in die Dämmerung -
sie steht vor mir
die Backsteinkirche
deren wuchtige Ausmaße
der zähe Nebel nur zögernd freigibt
Ich trete ein
Restlicht bricht sich
in den fahlen Fenstern es Kirchenschiffes
Über mir
in Schwindel erregender Höhe
dem Erdboden entrückt
die große Orgel
Als die ersten Töne die hohlen Gewölbe füllen
entlasse ich meine Gedanken
überlasse mich leichten Herzens
den Wellen der Musik
© Karin Rohner 1989
Christmas
Haiku
Sie brachten das Licht
aus einem fernen Land
das keine Winter kennt
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Weihnachtsbäckerei
Mein Schätzchen, lass uns
Plätzchen backen.
Du darfst schon mal die Nüsse knacken.
Ich spiel inzwischen Blindekuh
Und halt dir beide Augen zu.
Du fragst: "Was sind denn das für Macken?"
Und um mich zärtlich einzusacken,
mir süß ein Küsschen abzuzwacken,
Streust du mir Kandis in den Schuh.
Mein Schätzchen...
Hörst du im Herd die Plätzchen klacken?
Du kleckst mir Honig auf den Nacken.
Ich dreh mich um und lache: "Puh!"
Das bringt dich gänzlich aus der Ruh.
Und alle Sterne tragen Zacken...
Mein Schätzchen...
Rondeau von Karin Rohner 2006 ©

Ein kleines Licht von Mike Strunck |
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Ein
Licht nach drüben
Es begab sich zu der Zeit als
Deutschland geteilt war, dass irgendjemand sagte:
"Lasst uns
am Heiligen Abend eine Kerze ins Fenster stellen. Als
Zeichen für unsere Schwestern und
Brüder
jenseits des Eisernen Vorhanges.
Damit sie wissen, dass wir zu Weihnachten an sie denken. Dass
uns keine
Mauern und
kein Stacheldraht trennen können - auch wenn wir nicht
zusammen feiern
dürfen."
Dieser Vorschlag wurde von den Menschen im Westen Deutschlands
begeistert aufgenommen.
Jeder stellte Heiligabend eine Kerze ins Fenster, und alle
Lichter
vereinten sich symbolisch zu
einem einzigen großen Licht, das bis weit in den Osten hinein
strahlte.
Heute sieht man in der Adventszeit in Millionen Fenstern
Lichtertreppen glitzern
.
Ich glaube, dass eine
einzige Kerze genügt, um dem Nachbarn zu zeigen: "Ich
bin für dich da!"
-
und stelle am Heiligen Abend, wie jedes Jahr,
eine brennende Kerze auf meine Fensterbank.
Wenn du draußen vorbei gehst und mein Licht siehst, denke
daran: Du bist herzlich
eingeladen,
mit mir
zu feiern!
© Karin Rohner 2006
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