Ostergedichte
von Paula Dehmel, Christian Morgenstern, Ludwig Uhland, Klaus
Groth,
Heinrich
Hoffmann, Theodor Storm, Joachim Ringelnatz,
Oswald Köberl und
Karin Rohner
Oster-Grußkarten
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Das Häslein
Unterm Schirme, tief im Tann,
hab ich heut gelegen,
durch die schweren Zweige rann
reicher Sommerregen.
Plötzlich rauscht das nasse Gras -
stille! Nicht gemuckt! -:
Mir zur Seite duckt
sich ein junger Has -
Dummes Häschen,
bist du blind?
Hat dein Näschen
keinen Wind?
Doch das Häschen, unbewegt,
nutzt, was ihm beschieden,
Ohren, weit zurückgelegt,
Miene, schlau zufrieden.
Ohne Atem lieg ich fast,
lass die Mücken sitzen;
still besieht mein kleiner Gast
meine Stiefelspitzen ...
Um uns beide - tropf - tropf - tropf -
traut eintönig Rauschen ...
Auf dem Schirmdach - klopf - klopf - klopf ...
Und wir lauschen ... lauschen ...
Wunderwürzig kommt der Duft
durch den Wald geflogen;
Häschen schnuppert in die Luft,
fühlt sich fortgezogen;
Schiebt gemächlich seitwärts, macht
Männchen aller Ecken ...
Herzlich hab ich aufgelacht -:
Ei, der wilde Schrecken!
Christian Morgenstern (1871-1914)
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Das
Eierhäschen- oh...
Das Eierhäschen - oh,
es bringt Dir kein Rondeau,
es bringt auch kein Sonett,
nicht Ghasel, Triolett...
doch innig, herzlich, tief
den Osterglückwunschbrief.
Sei fest ans Herz gedrückt,
dann feiern wir beglückt.
Oswald
Köberl 2005
Osterlimerick
Ein gebildeter Hase aus Meppen,
hielt die anderen Hasen für Deppen.
Sprach mit ihnen kein Wort.
Ostern muss er hinfort,
seine Kiepe alleine rumschleppen.
Karin Rohner 2005
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