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Spiegel klagt unter anderem Autor vom SCHWARTEN VERLAG an!
Autor der renommierten Satire COSMO POLLITE unter Beschuss

 

COSMO POLLITE

Andreas Winterer's Weltraum Satire
Weltraum Satire COSMO POLLITE

NOMINATED FOR 2 MAJOR GERMAN SF AWARDS
Andreas Winterer's Weltraum Satire

 

Cosmo Pollite -- liebenswerter Weltraumheld mault sich mit seinem Kumpel Mark durchs Science-Fiction-Dickicht der Galaxis.

Kennen Sie SF gut?
Andreas Winterer auch.

Sie sind kein Science Fiction Fan?
Hauptsache, Ihr schwarzer Humor läßt nichts zu wünschen übrig -- dann wird auch Ihnen dieser Satire-Roman gefallen.

Die Wahrheit ist::

Er ist ganz klar die deutsche Antwort
auf Stanislaw Lem, Douglas Adams, Terry Pratchett, Harry Harrison, Robert Rankin, Robert Sheckley und R.A.Lafferty!

Auch wenn wir das nie so schreiben würden ... :-)

 

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Andreas Winterer
Weltraum-Satire
Cosmo Pollite

Florian Schiel
Uni- & Office-Satire
B.A.f.H.
Bastard Assistant

Cosmo Pollite wurde für den Kurd Laßwitz Preis als bester deutschsprachiger Science-Fiction-Roman nominiert!

Cosmo Pollite wurde ausserdem für den Deutschen Science Fiction Preis nominiert!

Die vollständige Liste der Awards hält der Autor bereit:

Autor:
Andreas Winterer

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Mark und Cosmo ließen sich auf zwei Barstühle gleiten. Cosmo bemerkte, daß er auf einem alten Kaugummi saß, sah sich rasch unsicher um, ließ sich aber nichts anmerken. Mark suchte das Lokal mit stechendem Blick auf mögliche Aggressoren ab, dann bestellte er zwei Wodka.
»Alkoholfrei?«, fragte Bogart.
Mark faltete die Hände ineinander und legte lauernd den Kopf schief.
»Sehe ich so aus, als ob ich alkoholfreien Wodka trinken wollte?«
Bogart zog die Mundwinkel nach oben. »Sie nicht.« Dann nickte er in Cosmos Richtung. »Aber Ihr kleiner Bruder da.«

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Andreas Winterer
Cosmo Pollite

Paperback,
ISBN 3-929303-15-9

im Buchhandel oder hier online erhältlich

 

     

Leseproben

Cosmo Pollite

HOTEL OLYMPIC,
RICK'S TECHNOIR CAFÉ

Die Laserbeleuchtung der Hotelbar war auf jene schummrige Dämmerung heruntergedimmt worden, die es den Gästen nicht möglich macht, anders als tastenderweise den Raum zu durchqueren - sehr zum Vergnügen einer Handvoll von weniger gut aussehenden Damen und Herren, die sich nur deshalb in gerade diesem Lokal aufhielten.
Allein die Bar leuchtete hell, damit die Gäste sie problemlos finden und dort die überteuerten Drinks ordern konnten. Sichtbarer noch als die Bar war die Luft in diesem Etablissement; natürlich nur für die paar Glücklichen, deren Augen davon nicht tränten.
'Rick's TechNoir Café' hatte nichts mit der bekannten Schenke aus dem 2D-Kinoklassiker zu tun, sah man einmal davon ab, daß der Barkeeper, ein Formwandler, sich das Aussehen von Humphrey Bogart gegeben hatte und jeden Durstigen mit den Worten »Von allen Kaschemmen dieser Welt kommen Sie ausgerechnet in meine ...«, begrüßte.
Der Pianist, ein farbiger Roboter, klimperte Blues-Tonleitern vor sich hin und lenkte auf diese Weise die meisten Gäste davon ab, daß die Drinks nach chloriertem Eis schmeckten.
Mark und Cosmo ließen sich auf zwei Barstühle gleiten. Cosmo bemerkte, daß er auf einem alten Kaugummi saß, sah sich rasch unsicher um, ließ sich aber nichts anmerken. Mark suchte das Lokal mit stechendem Blick auf mögliche Aggressoren ab, dann bestellte er zwei Wodka.
»Alkoholfrei?«, fragte Bogart.
Mark faltete die Hände ineinander und legte lauernd den Kopf schief.
»Sehe ich so aus, als ob ich alkoholfreien Wodka trinken wollte?«
Bogart zog die Mundwinkel nach oben. »Sie nicht.« Dann nickte er in Cosmos Richtung. »Aber Ihr kleiner Bruder da.«
Blut schoß Cosmo in den Kopf, er klappte drohend den Zeigefinger aus. Allerdings fiel ihm nichts Intelligentes ein, was er schlagfertig hätte entgegnen können. Außer vielleicht: »Äh.«
Bogart stellte ungerührt zwei Gläser auf die Theke.
»Ihre Drinks.« Grinsend zog er ab, um einer Echse einige frittierte Nagetiere zu servieren.
Mark hob sein Glas. »Auf Reichtum - und, wenn's denn sein muß - Berühmtheit!«
Cosmo stieß mit ihm an, wobei er die Hälfte verschüttete. Dann trank er einen Schluck und jammerte.
»Warum immer ich? Wo ich auch hinkomme, keiner scheint mich ernst zu nehmen.«
»Nun jammer nicht 'rum, das bildest Du Dir doch nur wieder mal ein.« Auch Mark kippte das durchsichtige Getränk. »Außerdem hat das Arschloch mir den alkoholfreien Wodka eingeschenkt.«
Fies grinste Bogart zu ihnen herüber.
Cosmo sah sich ein wenig um, bis ein Büschel neongrün fluoreszierendes Schamhaar vor seine Linsen hüpfte. Es gehörte zu einer Stripteasetänzerin, die wie wild mit dem Becken kreiste, während die Pfennigabsätze ihrer 23-Zentimeter-Stöckelschuhe Löcher in die Beschichtung der Theke bohrten.
Ihre Bekleidung bestand aus einem Tanga. Der wiederum bestand aus drei monomolekularen Nylonfäden, ein Meisterwerk minimalistischen Designs. Ihre Tätowierungen zählten nicht als Kleidung: Weder die Dollarzeichen an den Schenkelinnenseiten, noch die Pfeile, die unzweideutig auf ihr Geschlecht wiesen und den Schriftzug »FEED ME!«, trugen. Ehe Cosmo kapierte, was das alles sollte, war sie in lukrativere Ecken entschwunden.
»Also.«, sagte Mark, »Hier ist mein Plan: Wir nehmen Dein Schiffchen, schippern zum Professorenmädel rüber und helfen ihr dann, unseren, äh, ihren, ... also halt den Schatz ... zu bergen.«
Er machte eine Pause und kippte sich den restlichen Wodka in den Hals. »Sofern an all dem etwas dran ist, versteht sich.«
Cosmo registrierte kaum, wie die Echse der Tänzerin Dollars in den Slip schob, schüttelte den Kopf und dachte an seine kaputte Waschmaschine.
»Meine Dusche ist hin. Und noch ein paar andere Sachen. Die Flying Sausage könnte mal 'ne Woche im Trockendock gebrauchen.« Er tippte Mark auf die Brust. »Warum nehmen wir nicht Dein Raumschiff, die 'Bouteille de Grasovka'? Die ist doch ohnehin viel moderner als meine Kiste.«
Mark verzog den Mund, sah kurz auf die schwarz gerahmten Fingernägel seiner linken Hand, dann auf die der rechten, nahm das Wodkaglas, sah, daß es leer war, stellte es wieder hin und kratzte sich den Sean-Connery-Bart. Dann schürzte er die Lippen, pfiff leise hindurch, sah zur Decke, zum Boden, beschnupperte seine Achseln, wickelte sein Haupthaar um einen Zeigefinger, ächzte »Tja.«, und wiederholte das Ganze. »Tja, weißt Du, es ist nicht so, daß ich es nicht sorgfältig abgeschlossen hätte, aber ...«
Cosmo verdrehte die Augen und blickte ins Lokal.
Die Stripteasetänzerin schälte gerade unter lautem Johlen der anwesenden männlichen Wesen eine Frucht, die eine gentechnische Kreuzung aus Springbohne und Banane darstellte.
Durch das andere Ende der Bar näherte sich ein finsterer Typ. Er sah sich schweigend um. Trotz der Dunkelheit behielt er seine Sonnenbrille an.
»Wer trägt denn heute noch graue Anzüge?«
»Was?« Mark schielte mit heraushängender Zunge nach einer langbeinigen Blondine in einem knappen Strahlenschutz-Bikini. »Banker.«, sagte er, leicht aus dem Mundwinkel geifernd. »Und bezahlte Killerroboter.«
»Tragen die auch Sonnenbrillen?«
Mark lachte die Blondine an. »Klar, selbst im Dunkeln. Sind schon ziemliche Spinner.«
Die Blondine streckte einen Mittelfinger in seine Richtung. Auf dem Rücken des Fingers prangte ein tätowiertes Friedhofskreuz, unter dem LED-Implantate mit der Buchstabenfolge 'R.I.P.' blinkten.
Cosmo Pollite, immer sensibel, wenn es um neue Bedrohungen ging, zog die Augenbrauen hoch und behielt den Neuankömmling im Auge, während er Mark mit dem Ellenbogen mehrmals in die Seite puffte. Endlich folgte Mark seinem Blick. Und erstarrte. Aber nicht lange.
Schnell knallte er ein paar Münzen auf den Tresen.
»Komm mit mir, wenn Du leben willst!«
»Hier, nimm ein paar von den Adrenalinpillen, es wird Zeit für die erste Action-Sequenz.«
Mark packte Cosmo am Arm und zerrte ihn weg. Der Typ im grauen Anzug kam mit weiten Schritten näher und zog eine sehr, sehr große Knarre, genauer gesagt, eine 7.62mm M-134 General Electric Minigun.
»Der kann doch hier nicht einfach rumballern!«, mäkelte Cosmo und zeigte auf die Leute, die cool in der Bar hingen und das ganze für eine coole Sache hielten. »Das ist kriminell!«
»Wird er aber.«, zischte Mark. »Hier lang!«
Im Laufschritt schubste er Menschen, Außerirdische und andere seltsame Gestalten zur Seite. Cocktails klirrten zu Boden, verschiedene Typen von Augen, Sonaren und Fühlern starrten sie an, die einen entsetzt, die anderen ärgerlich, die meisten beides, die restlichen cool. Nur die ganz coolen Typen an der Bar, die auch bei der schummrigsten Beleuchtung noch getönte Kontaktlinsen unter verspiegelten Sonnenbrillen trugen, ließen sich nichts anmerken und starrten cool in die Leere ihres Lebens.
Dann standen die beiden Freunde vor der Küche des Hotels.
»Hier rein!«
Mark schubste seinen Gefährten brutal durch die Flügeltüren. Durch ihr schmales Sichtfenster sah Cosmo kurz die Küche. Dann sah er Sterne, denn sein Schädel sprengte die Türen auf.
»Aaahh!«
Cosmo schlitterte auf seinen glatten Ledersohlen in die Küche und sah sich einigen pelzigen Köchen gegenüber. Nur gut, dachte er, daß ich hier nichts gegessen habe.
Mark tauchte auf. Gehetzt blickte er sich um und warf durch das kleine Glasfenster in der Flügeltür einen Blick auf den Verfolger.
»Scheiße«, sagte er und drückte seinen Freund mit seiner linken Hand an die Wand.
»Sag mal, hast Du irgendwelche Rechnungen nicht gezahlt?«, fragte Cosmo gepreßt.
Mark griff in sein Achselholster, zog die Pistole und lud durch.
»Ja, aber das merken die erst, wenn die Kreditkarteninstitute sich melden. Das hier ist was anderes, das gilt uns beid ...«
Eine Kugel klirrte durch das Sichtfenster der Flügeltür. Zwitschernd brachten sich die pelzigen Köche hinter ihren Herden in Deckung. Neue Schüsse peitschten auf, die Kugeln trommelten gegen das Metall der Tür und hinterließen daumendicke Beulen.
Cosmo war zur Säule erstarrt, er glaubte sogar, auf der Zunge Salz zu schmecken.
Als seine Eltern ihn in die Schule schickten, hatten sie ihm erzählt, der Ernst des Lebens fange jetzt an. Das Ganze wiederholte sich bei Studium, Militär, Beruf, Hochzeit und Scheidung.
Alles Quatsch: Erst in diesem Augenblick wurde ihm klar, was es hieß, dem Ernst des Lebens ins trübe Auge zu blicken.
Doch zurück zu, wie wir alle hoffen, spannenderen Dingen.
Mark blickte sich gehetzt um, sah Cosmo an und versuchte, den Lärm der kreischenden Gäste, das Getöse der dröhnenden Abzugshauben und die wiederholt aufpeitschenden Salven zu überschreien.
»Sag mal, fällt Dir denn nichts ein? Du philosodingst doch sonst immer so schlau rum!«
Die Küche war ein geschlossener Raum. Außer der Flügeltür im Eingang gab es keine Fenster, keine Türen. Nur ein paar Herdplatten, auf denen Tier- und Gemüseleichen brutzelten. Dahinter sah Cosmo vereinzelt pelzige Ohren zittern.
Wieder rasselte eine aggressive Salve gegen die Küchentür.
»Nein!«, schrie er, während ihm die Splitter um die Ohren flogen. »Aber, bis mir was einfällt: Willst Du nicht zurückballern?«
»Oh, ja richtig! Ich wußte doch, daß irgendwas fehlt!«
Seine 98er im Anschlag stürzte Mark zum zerschossenen Fenster der Küchentür, sah kurz hindurch, ging wieder in Deckung. Eine Salve fetzte die restlichen Glassplitter aus dem Rahmen, sie regneten auf Mark herab. Hastig machte er kehrt und hetzte gebückt zurück.
»Neue Strategie: Wir verstecken uns bei den Teddybären. Wenn der Typ dann rein kommt, rennen wir ganz schnell raus. Hm?«
»Iss' ja 'n toller Plan.«, maulte Cosmo.
Geduckt hasteten sie hinüber und gingen neben einer Pfanne mit Rindermedaillons in Pfifferlingssauce in Deckung. Vorsichtig steckte Cosmo seinen Finger in die Pfanne und probierte.
»Hm,« entfuhr es ihm erstaunt, »gar nicht schlecht.«
Mark lief rot an, bedachte Cosmo mit einem zornigen Blick und wandte sich wieder der Tür zu, hinter der das Problem unserer beiden Helden unaufhaltsam näher kam.
Eine Explosion zerschlug das bislang überwiegend angenehme Ambiente aus kochendem Fett und blubbernden Tomatensaucen. Die Küche erbebte. Getrockneter Salbei und gehackter Basilikum zischten an ihren Ohren vorbei. Fetzen von Mousse au Chocolat klatschen gegen die Wände und verfehlten nur knapp den fleckigen Schutzumschlag von GELUNGENE GERICHTE FÜR GALAKTISCHE GAUMEN.
Von der Küchentür her verbreitete sich Rauch. Die Tür war weg, aus dem Rahmen gesprengt. Nur die Türangeln quietschten noch einsam vor sich hin.
Mark kniete neben Cosmo und visierte zwischen zwei Töpfen, in denen minbarische Himbeerfeigen eingekocht wurden, den freigesprengten Eingang an. Durch den näherte sich gerade der Killerroboter.
»Kopf runter, ich mach das!«, raunzte einer seiner Mundwinkel.
Gehorsam machte Cosmo sich klein. Mit einem Handzeichen bedeutete er den Köchen, daß die Sauce Klasse sei, und stellte einige philosophische Betrachtungen zum Wesen der Vergänglichkeit von Vorurteilen an.
Dann ballerte Mark los. Er leerte sein Magazin in die Staubwolke, tackerditackerdi schlugen die Projektile ein. Die leeren Patronenhülsen klingelten in Stereo auf den harten Boden. Als er fertig war, trieb er seinen Handballen gegen den Griff. Das Magazin rutschte heraus. Er setzte ein neues ein und stand auf. Ein richtig cooler Junge, dieser Mark.
Auch Cosmo wagte sich wieder heraus. In dem schäbigen Loch, das hier einmal als Küchentür gedient hatte, lag der Typ im grauen Anzug.
Mark ging hin und nahm ihm die Brille ab.
»Scheiße.«
Cosmo nahm einen Palatschinken zwischen die Finger, gesellte sich zu ihm und betrachtete interessiert den am Boden liegenden Aggressor.
»Was ist los?«, kaute Cosmo.
»Ein T-1800 Roboter.«
Mark zeigte auf die Einschußlöcher, in denen kleine grüne Knospen rankten und die Wunde langsam wieder verschlossen. »Normalerweise sind sie biologisch abbaubar, zerfallen in Sekunden zu Guano-Krümeln. Aber dieser hier steht in spätestens 10 Minuten wieder auf.«
»Gib mir mal seine Brille.«, forderte Cosmo.
Mark sah ihn an wie einen Irren, der 10 Sekunden vor der Detonation der Weltuntergangsmaschine noch mal eben schnell seine Uhr stellen will.
»Was soll das? Wir müssen weg! Komm schon!«
»Gib halt.«, beharrte Pollite, der weitgereiste Sternenfahrer, der zuweilen eine Überraschung in petto hat.
Mark reichte ihm das Teil, eine typische Angeber-Sonnenbrille, wie sie alle CyberDyne-Roboter tragen.
Links im Gestell der Ray-Ban fand Cosmo die Seriennummer.
»Aha«, sagte er und wendete sich einem Topf zu, in dem Spaghetti kochten. Er nahm den Deckel ab und fischte vorsichtig eine Nudel heraus.
Ja, die waren durch, gerade noch al dente. Er hielt Mark ein Plastiksieb hin.
»Halt mal.«
Die Wunden des Roboters waren fast verschlossen. Marks Gesicht hatte die Farbe frischen Betons angenommen.
»Cosmo, äh ...«
»Hier hin.«
Cosmo deutete über den Kopf des T-1800, der bereits die Augen geöffnet und seinen Eiskalter-Engel-Blick angelegt hatte. Er bewegte gerade seine Fingerspitzen.
Resigniert gab Mark nach und hielt das Sieb über den Kopf des Killerdroiden. Cosmo griff sich den Topf mit den kochenden Spaghetti und schüttete seinen Inhalt durch das Sieb.
»Hasta la vista, baby.«, sagte er bedeutungsvoll.
»Was?«
In einem Film würden Krach, Feuer, Zittern und Donnern nun gemeinsam »Explosion!«, brüllen. Fünf Kameras würden diesen einen Knall aus verschiedenen Perspektiven gefilmt haben und nun kurz geschnitten fünfmal hintereinander ablaufen lassen. Schließlich würde es zur Sicherheit noch ein paar besonders bunte Special Effects geben, und ein paar rauchende Killerautomaten-Trümmer würden neben Mark und Cosmo herabregnen .
In einem Buch dagegen muß der T-1800 eher unspektakulär das Zeitliche segnen und einfach nur 'in die Luft fliegen'. Sorry.
Cosmo nahm seinem Freund das Kunststoffsieb ab und drückte es einem der Köche in die Hand, die sich langsam wieder hinter ihren Schmortöpfen hervorwagten.
»Äh.«, sagte Mark.
»Die Seriennummer. Laut CERT-Report gibt es einen Baufehler in der T-1800-Reihe.«, dozierte Cosmo und setzte die erbeutete Sonnenbrille auf. »Tja: Diese verdammten Montagsmaschinen sind einfach nicht wasserdicht. Auf geht's. He, was guckst Du so? Hast Du Dir Deinen Unterkiefer ausgerenkt?«

 

ASTEROIDENGÜRTEL,
RAUMSCHIFF FLYING SAUSAGE


»Einschlag in 55 Sekunden, mein Tiger.«, hauchte die erotische Stimme, neben der eine Kurtisane von Babylon V wie eine frigide Priesterin geklungen hätte.
Der Doktor hing in seinen Gurten und keifte panisch.
»Haben wir nicht irgendwas zum Abwehren da? Lasterstrahlen? Oboentorpedos? Oder sowas ähnliches? Wir können uns doch nicht einfach wie Tontauben abknallen lassen!«
Mark blätterte gehetzt in der Betriebsanleitung des Raumschiffs.
»Ja, genau. Mensch Cosmo, nun tu doch irgendwas. Drück auf die Tube. Leite irgendwelche Energien vom Warp-Kern in die Schilde um! Oder umgekehrt. Die im Fernsehen machen das immer so.«
»Ich tu ja schon, was ich kann!«, stöhnte Cosmo, hebelte die Gangschaltung von 'schnell' auf 'wahnsinnig schnell' und trat das Atomgaspedal fast bis zum Vakuum durch. »Aber die Dilithium-Kristalle sind hinüber!«
»Soll das heißen, wir haben keine Möglichkeit, auf, äh, Dings ... , auf Warp-Geschwindigkeit zu kommen?«, schrillte Mark.
»Ja, ich denke, das soll es heißen.«
»Einschlag in 46 Sekunden, oh, ja, gib's mir!« Die erotische Stimme des Bordrechners überschlug sich.
Mark schmiß das Handbuch in die Ecke, schnallte sich ab und öffnete seine Reisetasche. Mit metallischen Geräuschen fielen verschiedene schwere Handfeuerwaffen zu Boden, während er weiter wühlte.
»Ich mach 'ne Luke auf und knalle sie von Hand ab.«, knurrte er.
Cosmo zeigte auf eine Konsole mit Joystick. »Das da sind die Geschütze. Beschleunigte Mesonen-Dingsda, Du kennst Dich da sicher besser aus als ich.«
Mark stürzte sich auf die Konsole und hatte sie innerhalb von Sekunden aktiviert.
»Einschlag in 32 Sekunden, keuch keuch keuch ...«
Der Doktor versuchte, sich abzuschnallen.
»Na denn, ich glaube, ich muß noch mal für kleine Mädchen, ehe ich sterbe.«
Cosmo wollte den großen Knopf zur Sicherung der Gurte drücken und stutzte kurz: Den kleinen Knopf neben dem großen hatte er noch nie bemerkt. Er ignorierte das Ganze, dachte an ein Käsebrötchen und drückte schnell beide Knöpfe. Die Gurtsicherungen rasteten ein.
»Nichts da! Schließlich muß ich die Toiletten hier selber saubermachen! Sie bleiben also schön hier sitzen! Da unter den Sitzen sind Panik-Katheder. Einfach wie ein Kondom benutzen. Außerdem: Noch ist Polandia XII nicht verloren - wie sieht's aus, Mark?«
Verbissen hämmerte Mark auf die Feuerknöpfe und versuchte, die feindliche Fregatte im Fadenkreuz zu halten. »Geht so, ist 'ne Weile her, daß ich mit Joysticks zu tun hatte.«
»Einschlag in 23 Sekunden, hechel, jah, hechel ...«
Mit aller Macht stemmte sich Cosmo gegen das Atomgaspedal. Die Triebwerke röhrten wie in Star Wars. Die Alarmsirenen heulten wie in Star Trek. Lichtblitze und Warnlampen tauchten das Kabineninnere in pulsierendes Licht wie in einem frühen Ridley-Scott-Film.
»Einschlag in 11,5 Sekunden, jah, gleich, keuch schnauf ...«
Aus irgendwelchen Düsen trat aus nicht erklärbaren Gründen Wasserdampf - sieht man in jedem B-Movie - und strömte in nebligen Fontänen durchs Cockpit. Der Atommeiler heulte auf. Schaltungen sprühten Funken. Lampen explodierten. Der Doktor schrie. Und Mark. Cosmo auch. Helden waren sie nicht gerade.


»Einschlag in 5 Sekunden. Ja, jetzt, ja ja ja jajaja!!!«
»Was?«
»Drei.«
»Zwei.«
»Eine ... Jaaaaaaah!!!«
Ein gigantisches Donnern blieb aus. Das Schiff hörte einfach auf, zu beschleunigen. Mit einem schmatzenden Geräusch hängte sich ein Traktorstrahl an die Schiffshülle. Der Bordcomputer gab ein paar befriedigte Seufzer von sich.
Cosmo hieb auf den Auswurfhebel für die Stimm-CD des Rechners. »Du gehst mir jetzt langsam auf den Geist.«
Mark schnallte sich ab und hängte sich Handgranaten an den Gürtel. »Die nehmen Gefangene. Kein gutes Zeichen.«

 

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