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  Journal für fantastische und morbide Lebensart Ausgabe 2 November 02  
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1943-1947: THE WEIRD CIRCLE

In dieser Serie findet sich wohl die größte Anzahl literarischer Horror-Stoffe aller Anthologien, wobei nicht nur Genre-Klassiker wie FRANKENSTEIN oder DR. JEKYLL & MR. HYDE adaptiert wurden, sondern auch weniger naheliegende Vorlagen wie THE MOONSTONE, JANE EYRE und WUTHERING HEIGHTS. Neben anglo-amerikanischen Autoren wie E.A. Poe, Nathaniel Hawthorne, Wilkie Collins oder Charles Dickens sind auch „Exoten“ wie Balzac, Maupassant, Ludwig Tieck und Hans-Christian Andersen vertreten. Die durchweg literarischen Vorlagen der WEIRD CIRCLE Stories, so frei und eigensinnig sie auch manchmal bearbeitet sind, garantieren dennoch ein abwechslungsreiches Gesamtbild, das viele andere Serien nicht bieten können.
(In dieser illustren Gesellschaft großer Dichter finden wir aber auch einen alten (Un)Bekannten: Arch Oboler, der zumindest eine Geschichte für den WEIRD CIRCLE verfasst hat.)
Formal wurde viel Sorgfalt auf Dialekte und Wortschatz gelegt, um den Shows unterschiedlichen Zeit- und Lokalcharakter zu verleihen, was gerade bei amerikanischen Produktionen nicht immer selbstverständlich ist.

Herausragende Produktionen:

THE ANCIENT MARINER
Dramatische Adaption von Samuel Taylor Coleridges Ballade RHYME OF THE ANCIENT MARINER, in der ein alter, gramgezeichneter Seemann von einer Reise erzählt, die sich nach der Tötung eines Albatross in eine Höllenfahrt verwandelte.
(Ein ungewöhnlicher und durchaus gelungener Versuch, die Geschichte aus der Poesie zu extrahieren.)

WHAT WAS IT?
(nach Fitz James O’Brien)
Eine Gesellschaft von Parapsychologen auf der Spur eines Spuks in einem New Yorker Mietshauses fängt schließlich eine widerlich leidvoll stöhnende Kreatur. Doch niemand weiß, worum es sich handelt, denn das Wesen ist unsichtbar!
Als die Geschichte 1859 in einem Magazin erschien, galt sie als kleine Sensation, da sie erstmals eine unsichtbare Kreatur beschrieb.
Ein heute weitgehend vergessenes Juwel, das wiederentdeckt werden sollte!

THE MAN WITHOUT A COUNTRY
(nach Edward Everett Hale)
Weil ein Marineoffizier im Angesicht seiner Vorgesetzten wiederholt und unflätig die Vereinigten Staaten verdammt, wird dafür gesorgt, dass er diesen Begriff niemals wieder wird hören müssen. Den Rest seines Lebens verbringt er an Bord von Schiffen, und mit den Jahren zerbricht er an seiner Isolation.
(Bemerkenswert, dass diese zugegeben skurrile Thematik als passender Stoff für eine Mystery-Serie angesehen wurde. Patriotischer Horror, der vielleicht durch die schweren Zeiten nachvollziehbar wird, in denen er hier verbreitet wurde.)


1943-1952: THE MYSTERIOUS TRAVELER

Hier ist der Erzähler ein geheimnisvoller Reisender, der dem Hörer im Zug eine schaurige Geschichte erzählt, und der einem stets das Gefühl vermittelt, gerade dann aussteigen zu müssen, wenn es noch etwas Wichtiges zu enthüllen gibt.
Die Produktionen zeichnen sich durch sehr spannende und einfallsreiche Stories aus, unter denen auch viele interessante Zeitreise-Geschichten sind.
Der MYSTERIOUS TRAVELER kann als Wichtiges Bindeglied zwischen den ausklingenden Mysteries und den beginnenden Sci-Fi Serials der 50er angesehen werden.

Herausragende Produktionen:

BEHIND THE LOCKED DOOR
In einem Höhlensystem sollen vor vielen Jahren die Reisenden eines Wagen-Trecks verschwunden sein. Drei Forscher, die sich hineinwagen, sehen sich bald mysteriösen Spuren von Leben gegenüber, und obgleich nur einer von ihnen überlebt, kehrt er nicht allein ans Tageslicht zurück.
Dass hier mit alten, eingefahrenen Traditionen des Mystery-Genres gebrochen wird, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass die Geschichte an Stelle eines Happy Ends eine höchst schaurige Pointe setzt.

THE LADY IN RED
Ein Reporter auf der Spur einer perfekten Lady, die immer dort anzutreffen ist, wo Menschen ums Leben kommen. Ist sie für ihren Tod verantwortlich? Er meint, sie bereits früher gesehen zu haben, aber erst im Augenblick seines Todes erkennt er die Wahrheit.
Eine sehr schöne Mischung aus typischem „Radio Noir“ Detektivthriller und okkulter Erlösungsgeschichte. Zeitgenossen der 80er Jahre sollten bei dem Titel weniger an die gleichnamige Komödie mit Gene Wilder als vielmehr an ANGEL HEART denken.

DEATH COMES FOR ADOLF HITLER
Hitler flieht inkognito an Bord eines U-Boots nach Südamerika. Doch als das Boot in den schwarzen Tiefen des Ozeans auf Grund läuft, dringt ein Pochen von draußen an das Ohr der Reisenden, so als würden die Fäuste unzähliger Menschen gegen den Stahl hämmern.
Die Schrecken des Krieges und die alles Literarische übersteigende Frage nach Schuld und Vergeltung trieben in den Radio-Hörspielen absonderliche Blüten. Dennoch zerrt hier, was recht exploitativ beginnt, am Ende stark an den Nerven.


1943-1955: APPOINTMENT WITH FEAR (BBC)

Während das Radio in Amerika Fenster und Tore in die ganze Welt (und einige fremde Welten) öffnete, schloss man in Europa bei Nacht Fenster und Türen lichtdicht zum Schutz gegen nächtliche Bomberverbände des Feindes.
Doch in den dunklen Wohnungen Englands war die Sehnsucht nach Ablenkung vor den Schrecken des Krieges groß, und die BBC produzierte auch hier neben zahlreichen Musik- und Variety-Shows viele Hörspiel-Serien.
APPOINTMENT WITH FEAR ist ein kurioser Titel für eine Serie, deren Schrecken für die Hörer ein willkommener Fluchtweg aus den wahren Schrecken des Kriegsalltags war.
Bis Kriegsende stand die Sendung unter der Leitung von John Dickson Carr, einem Amerikaner, der bereits zuvor für SUSPENSE gearbeitet hatte, und viel von Konzept und Stories orientierte sich am US-Vorbild.
Namhafte Schauspieler arbeiteten für die Serie, welche mit viel Aufwand in britischer Spitzenqualität bis 1948 und später in einer letzten Staffel 1955 produziert wurde.
Vorgestellt wurden die Geschichten vom „Man in Black“, der bereits bei SUSPENSE der zurückhaltende Gastgeber gewesen war und ähnlich dem SHADOW später eigenständiger Held seiner eigenen Radio-Serie werden sollte. (Vielleicht die erste virtuelle Figur, die neben vielen realen Künstlern in Amerika startete und erst im Nachkriegseuropa Karriere machte.)

(Ob die Kriegswirren schuld sind oder das wachsame Auge der BBC… Aufnahmen von APPOINTMENT WITH FEAR sind dem Schreiber dieser Zeilen bislang nicht zugänglich gemacht worden.)


1944-1945: THE STRANGE DR. WEIRD

DR. WEIRD lebt in einem “Haus an der Friedhofsmauer”, und wird oft herablassend als armer Bruder des MYSTERIOUS TRAVELER bezeichnet, was nicht nur an Übereinstimmungen in Autoren und Besetzung liegt.
Die DR. WEIRD Stories sind mit einer Viertelstunde nur etwa halb so lang wie die durchschnittlichen Hörspiele, und inhaltlich sind sie sich alle tatsächlich äußerst ähnlich.
Gierige, skrupellose Menschen begeben sich vor, nach oder während ihrem Verbrechen an einen obskuren Ort (Fledermaushöhle, einsame Insel, Sarg,…) und werden dort von einem schrecklichen Schicksal ereilt.
Damit gehören die Geschichten sicher nicht zu den innovativsten, aber in ihrer Kürze und spärlichen Untermalung sind sie durchaus pointiert. Sie scheinen den EC-Comics der 50er verwandt, und das ist sicher kein Makel!
(Einen besonderen Reiz haben hier auch die obligatorischen Werbeunterbrechungen. Der Sponsor war die Hutfirma ADAM, und in der Mitte jeder Story hielt der Werbesprecher stets kurz Zwiesprache mit dem Doktor, bei der von kleinen, philosophischen Betrachtungen über „das Böse“ schnell zu den Vorteilen und dem Komfort der Kopfbedeckungserzeugnisse übergeleitet wurde.)


1946-1950: MURDER AT MIDNIGHT

Stilistisch sehr einfach gehaltene Anthologie, in der es meist um Mord und Verbrechen mit bizarren Twists geht. Unter den Geschichten finden sich aber auch ein paar Science Fiction Stories und Geistergeschichten
(Die schaurige Stimme im Intro stammt übrigens von einem Ex-Geistlichen, der seinen Talar gegen den Glanz der Radiowelt eintauschte.)

Herausragende Produktion:

TERROR OUT OF SPACE
Wissenschaftler in einem Observatorium sehen sich dem Einfluss geheimnisvoller, unsichtbarer Kräfte ausgesetzt. Bald wird klar, dass unsichtbare Wesen sich menschlicher Körper bemächtigen und so auf die Erde übersiedeln wollen.
Eine sehr gelungene Mischung aus Geister- und The-Thing-Story.


1947-1949: QUIET PLEASE

Wyllis Cooper, der sich schon durch die frühen Produktionen von LIGHTS OUT einen Platz in der Hall-of-Fame des Radio Horrors verdient hat, erschuf mit QUIET PLEASE eine Serie, die sich von allen anderen, die hier erwähnt werden, stark unterscheidet.
Zum einen handelt es sich um eine pure Horror- und Science Fiction Reihe, deren Stories die üblichen Crime- und Detective-Stoffe unberührt lassen, zum anderen wird eine konsequente Vision von Schauer-Poesie spürbar, die keinen Vergleich kennt.
Produktionstechnisch sind die Shows nicht komplexer als z.B. DR. WEIRD.
Die musikalische Begleitung ist eine schlichte Orgel, die Sound-Effekte sind spärlich, und die Besetzung beschränkt sich oft auf einen einzigen Schauspieler.
Ernest Chappell, eigentlich Ansager und Moderator einer Quiz-Show, trägt die Handlung meist ganz allein, erzählt in der ersten Person und bezieht den vermeintlichen Zuhörer oft direkt in das Geschehen mit ein.
Seiner Stimme (und Coopers inspirierten und ungeheuer dichten Scripts) ist es zu verdanken, dass QUIET PLEASE von vielen als beste Radio-Horror Serie aller Zeiten betrachtet wird.
In jedem Fall handelt es sich gewiss um die literarisch hochwertigste Serie, denn der Horror wird hier nicht aus dem Gruselkabinett geläufiger Stoffe und Motive gegriffen und mit Hilfe von dramaturgischen Tricks und Effekten aufgeblasen, sondern entsteht allein aus den oft leidenden und unheilschweren Monologen der Hauptfigur.
Oft wenden sich diese Monologe direkt an den Hörer, stellen Fragen oder antworten gar auf imaginäre Kommentare.
Coopers Geschichten isolieren ihren Erzähler, so dass der Hörer bald schon das Gefühl hat, dass sich ihm hier ein todgeweihter anvertraut, und Chappells Stimme senkt sich so tief in die Seele, dass man bald keinen Zweifel mehr daran hegt, das unausweichliche Schicksal teilen zu müssen.
Wo LIGHTS OUT uns nur die Sicht nimmt, um in der Dunkelheit alle Tricks und Kniffe zu nutzen, uns mit Gänsefedern, nassen Lappen und Gummihandschuhen Schauder über den Rücken zu jagen, verlangt QUIET PLEASE von uns nur, still zu sein, denn Cooper kennt die Worte und Geschichten, die unsere Ängste wecken.

QUITE PLEASE lief nur zwei Jahre und fand seinerzeit nicht viele Hörer.
Erst heute weiß man die bizarren Qualitäten dieser phantastischen Serie zu würdigen.

Herausragende Produktionen:

WE WERE HERE FIRST
In zynischem Ton erzählt eine Stimme einem Kind warnend von „denen“ und wie „sie“ langsam selbst ihren Untergang herbeiführen.
Merkwürdige Anspielungen auf ein Konzentrationslager namens New Jersey und die mörderische Natur der herrschenden Riesen („But the bigger they get, the harder they fall!“) lassen den Hörer zunächst an eine außerirdische Invasion der Erde denken, doch bald wir deutlich, dass der Erzähler keineswegs menschlich ist.
Wie in einigen anderen Geschichten auch steht hier nicht wirklich eine Handlung im Mittelpunkt, sondern eine atmosphärische Betrachtung von tiefer Poesie. WE WERE HERE FIRST zieht die moralische Essenz aus den B-Movies der 50er Jahre, mehr als 10 Jahre bevor diese entstehen.

SHADOW OF THE WINGS
Eine Mutter bangt um das Leben ihrer kleinen, kranken Tochter.
Das Mädchen wird derweil vom Engel des Todes besucht, der es mit sich nehmen soll. Doch das Mädchen bittet ihn, zuvor noch eine Geschichte zu erzählen.
Die Story hätte eine perfekte, morbide Weihnachtsgeschichte abgegeben (Sie lief aber im April!), und die bittere Süße von Handlung und Auflösung hätte leicht in Kitsch abgleiten können. Coopers Script und die Stimmen von Chappell und vor allem dem kleinen Mädchen ergänzen sich allerdings so dicht, dass man sein Herz einfach nicht verschließen kann.

THE THING ON THE FOURBLE BOARD
Eines Nachts an einer abgelegenen Ölbohrstelle wird ein merkwürdiges, lebendiges Ding aus den Tiefen der Erde gezogen.
Obwohl sich tatsächlich nicht viel mehr zur Handlung sagen lässt (Zumindest nicht, ohne dem genialen Werk Schaden zuzufügen.), gilt dieses Hörspiel weithin als bestes Horror-Hörspiel aller Zeiten!
Die Story liegt fern von allen geläufigen Klischees, die Produktion ist bedrückend schauerlich, und die Pointe trifft den Hörer so, dass es fast weh tut.
Ein stilles, böses Meisterwerk!


1947-1954: ESCAPE

ESCAPE bildet einen perfekten Abschluss für die Ära der Mysteries und den Beginn des Atomic Age Radios.
An Stelle von mehr oder minder voraussehbaren Plot-Twists und nebulösen Geisterstimmen treten nun handfeste Action-Stories, die den Hörer bei den Schultern packen und ihn mit sich zu exotischen Schauplätzen reißen.
Das legendäre Intro traf den Hörer direkt ins Mark:

„Tired of the everyday grind? Want to get away from it all? We offer you… ESCAPE!”

Diese direkte Ansprache wurde dann stets zu einem einstimmenden Höhepunkt stilisiert, indem in der zweiten Person Singular die bevorstehende Extremsituation der Story geschildert wurde. („You are high on the frozen slopes of the great mountain, terrified and caught in a blizzard, while the thing for which you’ve been hunting has suddenly become the hunter. And if it finds you… then for you and your companions there can be no ESCAPE…”)

ESCAPE wird oft als kleineres Gegenstück zu SUSPENSE betrachtet, und CBS strafte die Serie auch mit unbeständigen Sendezeiten, doch wird heute klar, dass dieser kleine Bruder mehr Kraft und Energie verströmte als die ruhmreiche doch etwas behäbige Hit-Serie. ESCAPE konnte zwar nicht mit einer Armee großer Hollywood-Stars aufwarten, doch die halbstündigen Shows waren perfekt produziert und stürzten den Hörer ohne viel Federlesen in gefährliche und aufregende Situationen.
Obwohl es sich nicht um eine reine Horror-Anthologie handelt, entstanden hier einige Klassiker, die zu den vielleicht „härtesten“ Produktionen zählen.
Hier wurde kein Blatt vors Mikro genommen, und die Sound-Effekte waren damals berühmt und berüchtigt für ihre brutale Qualität, wobei ESCAPE allerdings nie ein Exploitation Projekt war!
Neben zahllosen Abenteuergeschichten aus exotischen Erdteilen wurden auch Science Fiction Geschichten produziert, welche das aufkeimende Interesse für dieses Genre in den 50er Jahren voraussahen. Damit wurde eine Brücke von der alten zur neuen Radio-Kultur geschaffen, die nur durch den unglücklichen Umstand an Bedeutung verlor, dass eine Erfindung namens Fernsehen die Glanzzeit der Radio Days beendete.

Herausragende Produktionen:

THE COUNTRY OF THE BLINDS
In dieser H.G. Wells Geschichte gelangt ein Glückssucher in ein isoliertes Land jenseits eines Gebirges, in dem alle Einwohner blind sind. Bald wird deutlich, dass sein Gerede von der sichtbaren Welt ihn zum Außenseiter macht, und tatsächlich glauben die Bewohner, er leide an einer Geisteskrankheit, hervorgerufen durch seine merkwürdigen „Augen“.
Und natürlich will man den Armen davon befreien…

LEININGEN VS. THE ANTS
Ein Farmer will seinen Besitz gegen ein Meer fressgieriger Ameisen verteidigen, die in einem breiten, zerstörerischen Strom über das Land ziehen.
(Die Story wurde in den 50ern auch verfilmt und in längerer Form auch im LUX RADIO THEATER vertont. ESCAPE konzentriert sich dabei vor allem auf das Motiv des einzelnen Mannes in einem schier aussichtslosen Kampf, was die Story durchaus vorteilhaft gewichtet.)

EVENING PRIMROSE
Die sehr bizarre Story eines Mannes, der auf der Flucht vor den Wirren des Alltags beschließt, fortan in einem Kaufhaus zu leben. Bereits in seiner ersten Nacht stellt er fest, dass er dort nicht allein ist. Eine Gruppe von Menschen lebt bereits seit Generationen dort, unwissend um die Welt draußen, leichenblass durch den Mangel an Sonnenlicht und in ständiger Furcht vor der mystischen Gestalt, die sie „Nachtwächter“ nennen.
Obwohl die Geschichte auch eine skurrile Komödie abgeben würde, sorgt die Produktion dafür, dass einem bis zur schauerlichen Pointe das Lachen im Halse stecken bleibt.

THE BIRDS
Knapp 10 Jahre vor Hitchcocks Filmklassiker wurde Daphne du Mauriers Geschichte in Hörspielform umgesetzt. Hier ist das dramatische Zentrum der Angriffe durch mordlustige Vogelschwärme ein Familienvater an der Küste Südenglands.

EARTH ABIDES
Eine epische Geschichte um das Überleben in einem von einer Seuche entvölkerten Amerika.
Die Ruinen der zerfallenden Zivilisation sind erfüllt von Gefahren, und die überlebenden Menschen kämpfen in San Francisco um den Wiederaufbau einer Zivilisation.
Viele aus Post-Holocaust-Filmen bekannte Elemente finden sich hier, und die Story steht in ihren philosophischen Betrachtungen über die Überlebensfähigkeit des modernen Menschen solchen Endzeit-Klassikern wie John Wyndhams DAY OF THE TRIFFIDS nicht nach.
Den Produzenten lag so viel an der Story, dass man sie sogar als Zweiteiler produzierte.

THREE SKELETON KEY
Drei Männer auf einer winzigen, einsamen Leuchtturminsel sichten eines Tages ein unbemanntes Schiff, das auf die Klippen ihres Eilands zutreibt. Doch schon von weitem sind an Deck tausende und abertausende von Ratten zu sehen, die sich in einer hungrigen Woge über die Insel ergießen. Bald sitzen die drei Männer gefangen im stickigen Leuchtturm, dessen riesige Fenster unter zahllosen, schmutzigen Rattenleibern knirschen.
Die Story erregte viel Aufsehen und wurde auf Anfragen des Publikums mehrfach wiederholt. Neben Vincent Price in einer Glanzrolle und der unwiderstehlichen Schocker-Qualität der Handlung waren vor allem die Sound-Effekte umwerfend, bei deren Kreation die Toningenieure zum Teil mit 10 Plattenspielern arbeiteten.
Ein weiterer Radio-Klassiker, dessen filmische Umsetzung damals schier unmöglich gewesen wäre.


Mit dem Beginn der 50er Jahre nahmen die Horror-Anthologien stark ab.
INNER SANCTUM und ESCAPE blieben noch eine Weile populär, aber SUSPENSE schien den Bedarf an Mystery weitgehend zu decken.

Stattdessen eroberten Fliegende Untertassen, Marsianer und Zeitmaschinen das Publikum, und das Atomzeitalter spielte lieber mit neuen, wissenschaftlichen Schrecken, statt sich mit den staubigen Gespenstern der Vergangenheit abzugeben.

Erst in den 70er Jahren sollte der Radio-Horror neue Impulse erhalten, aber…

“Oh, you have to go…? Too bad!
Perhaps you will drop in on me again soon… I’m always home!
You can find me in the house on the other side of the cemetery.
The house of DR. WEIRD!”

[Peter K.]

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