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Ein lebendiges Ökosystem

Die tropischen Vögel von Miramare

In die Geschichte eingegangen ist das weltberühmte Schloss Miramare bei Triest - Wohnsitz von Kaiser Maximilian. Aber nicht nur das Schloss und sein prunkvolles Inneres locken Jahr für Jahr tausende von Besuchern nach Triest - auch der direkt am Meer gelegene Park ist eine Reise wert. Die neueste Attraktion ist ein Glashaus, in dem tropische Vögel und Schmetterlinge zu sehen sind und zudem eine Forschungsstation untergebracht ist.

 
Papagei Oliver ist einer der Stars im tropischen Glashaus Schloss Miramare bei Triest

Das tropische Glashaus im Park von Schloss Miramare bei Triest ist kein Zoo, sondern ein lebendiges Ökosystem, in dem die Tiere sich frei bewegen und mit den Besuchern zusammentreffen. Das wichtigste Studienprojekt sind die Kolibris, die für 80 Prozent der Bestäubung im südamerikanischen Urwald verantwortlich sind. Die Internationale Umweltschutzkommission hat festgestellt, dass ohne die Kolibris innerhalb einer Generation ganz Südamerika sterben würde. Der tropische Park ist in vier Bereiche unterteilt - im äusseren leben Pelikane, Kronenkraniche und Flamingos. Im Inneren findet man in der ersten Abteilung Südamerika mit dem wichtigsten Tier, dem Kolibri, der frei zwischen den Besuchern herumfliegt. Stefano Rimoli, Direktor der Glashäuser: "Am schwierigsten war es, das tropische Ambiente zu schaffen. Diese Umwelt ist nicht für den Menschen geschaffen, sondern für die Tiere. Sie sollen alle Voraussetzungen für ein schönes Leben in einer Umgebung haben, die der natürlichen Umwelt in Südafrika, Südamerika, Australien und Neuguinea möglichst ähnlich ist. Diese Gebiete sind bei uns vertreten."

Im nächsten Abschnitt leben Mimikris, Wandelnde Blätter, Stabheuschrecken, die wie Zweige aussehen und mit der Umgebungsvegetation verschmelzen, aber auch dieses Chamäleon und diese Ameisen, die einen 25 Millionen Jahre alten Pilz züchten. Er lebt nur dank der Pflege der Ameisen, die ihn betreuen und ernähren. Ein weiterer Ambiente bildet einen tropischen Regenwald nach und beherbergt zahlreiche Vögel, vom Papagei Oliver bis zu den kleinsten Papageien der Welt, die nur zehn Zentimeter gross sind. Stefano Rimoli: "Es ist wichtig, diese Tiere zu studieren. Trotz ihrer Bedeutung gibt es weltweit keine Zuchtanstalt für Kolibris, es gibt nur einige Forschungseinrichtungen wie etwa unsere. Daher hat die Internationale Umweltschutzkommission uns damit beauftragt, die Kolibris zu studieren und zu züchten. So können wir feststellen, was notwendig ist, um diese Tiere auch in ihrem natürlichen Umfeld zu vermehren, also in den südamerikanischen Tropenwäldern. Uns ist es zum ersten Mal in Italien gelungen, Kolibris zu züchten und durch unsere Forschungen können wir auch anderen Institutionen wie dem Aquarium in Genua oder ausländischen Anstalten dabei helfen, diese faszinierenden Tiere zu züchten. Diese Kolibris."

Filmautorin: Viviana Olivieri, RAI-Triest

Ausstrahlung auch im SWR am 19.4.2003, 18.15-18.45 Uhr

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Alpen-Donau-Adria
vom 13.04.2003
Friaul