PIR VILAYAT INAYAT KHAN

Pir Vilayat Inayat Khan war bis zu seinem Heimgang am 17. Juni 2004 das Oberhaupt des von Hazrat Inayat Khan gegründeten Sufi-Ordens. Er wurde am 19. Juni 1916 als zweites von vier Kindern Hazrat Inayat Khans in London geboren und wuchs in Suresnes bei Paris auf. Dort wurde er als ältester Sohn in seinem zehnten Lebensjahr von seinem Vater zum Nachfolger bestimmt.

Bevor Pir Vilayat das Amt übernahm, studierte er an der Universität Sorbonne/Paris Philosophie und Psychologie; in Oxford führte er Forschungsarbeiten in seinem Studienfach Psychologie durch. Außerdem hat er unter Nadia Boulanger an der L'Ecole Normale de Musique de Paris Musik studiert.

Während des zweiten Weltkrieges engagierten sich Vilayat Inayat Khan als Offizier auf einem Minensuchboot der britischen Marine und seine ältere Schwester Noor als Funkerin in der französischen Resistance im Kampf gegen das nationalsozialistische Deutschland. Noor wurde im Konzentrationslager Dachau getötet.

Umfangreiche Studien der vergleichenden Religionswissenschaft und intensives spirituelles Training bei geistigen Lehrern verschiedener Traditionen, insbesondere des indischen Sufismus, führten ihn in zahlreiche Länder der Welt, bevor er die Leitung des Sufi-Ordens übernahm.

Nach dem Tode seines Vaters war die Sufi-Bewegung von älteren Mitgliedern der Familie geleitet worden. Dieses "Sufi-Movement", die "Sufi-Bewegung", die sich besonders auf das Studium der Lehre Hazrat Inayat Khans konzentriert, besteht weiterhin parallel zu dem von Pir Vilayat Inayat Khan geleiteten Sufi-Orden. In seinem Anliegen, die Sufi-Botschaft seines Vaters den Menschen unserer Zeit nahezubringen, verband Pir Vilayat die Erfahrungen der Mystiker mit den Erkenntnissen der modernen Wissenschaften. Möglichst vielen Menschen zur Erweckung und zu einem kreativen und verantwortungsvollen Engagement im Leben zu verhelfen, war die zentrale Aufgabe, der Pir Vilayat sein Leben gewidmet hatte. Seine große Liebe galt der Musik.

Pir Vilayat Inayat Khan leitete Seminare, Camps und Retreats in der ganzen Welt. Er organisierte zahlreiche interreligiöse Veranstaltungen und nam an vielen internationalen Konferenzen über Spiritualität, Naturwissenschaft und Psychologie teil.

Pir Vilayat versendete seit vielen Jahren Rundbriefe an die Mitglieder des Sufi-Ordens. In letzter Zeit waren es Teile des sog. Curriculums, das als Anleitung für die Arbeit in den einzelnen Sufi-Gruppen dienen soll, die es in vielen Städten gibt.

Pir Vilayat hatte seinen Sohn Zia Inayat Khan im Februar 2000 am Dargah von Hazrat Pir-o-Murshid Inayat Khan in Neu-Delhi zum Pir eingeweiht und zu seinem künftigen Nachfolger erklärt. In Vorbereitung auf diese Aufgabe erhielt Pir Zia Inayat Khan eine religionsübergreifende mystische Schulung durch seinen Vater, wurde er vom Dalai Lama im Buddhismus unterrichtet, und er studierte insbesonders die klassische indische Sufi-Tradition der Chishtiyya und die klassischen persischen Sufilehren. Pir Zia Inayat Khan ist nun das Oberhaupt des Internationalen Sufi-Ordens.

DVD über Pir Vilayat's Kosmische Feier in Amsterdam - März 2003

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