Anton MARTY
18. Oktober 1847, Schwyz (Schweiz)  – 1. Oktober 1914, Prag

Bild: Brentano-Archiv, FDOEP

Kurzbiographie

M. absolvierte die Stiftsschule in Einsiedeln. Danach Theologiestudien am Priesterseminar in Mainz; Preisschrift: "Die Lehre des hl. Thomas über die Abstraktion der übersinnlichen Ideen aus den sinnlichen Bildern nebst Darstellung und Kritik der übrigen Erkenntnistheorien". Von 1868 bis 1870 besucht M. Franz Brentanos Vorlesungen an der Universität Würzburg. Er wird Brentanos loyalster Schüler und Freund. 1869 empfängt er die niederen Weihen. Im selben Jahr wird er Professor für Philosophie am Schwyzer Lyzeum. 1870 erhält M. die höheren Weihen und liest seine erste Messe. Schon 1872 legt er wie Brentano das Priesteramt nieder. Danach geht er nach Göttingen, um 1875 bei Lotze zu promovieren ("Kritik der Theorien über den Sprachursprung"). Noch 1875 Berufung nach Czernowitz. Gemeinsame Reisen mit Brentano u.a. nach Italien. 1880 Berufung nach Prag: dort bis zu seinem Lebensende ord. Professor für Philosophie. Durch seine und seiner Schüler (Oskar Kraus, Alfred Kastil, Emil Utitz, Joseph Eisenmeier) Tätigkeit wird Prag über Jahrzehnte zu dem Zentrum der "brentanistischen" Philosophie. 1894 primo loco Vorschlag der Universität Wien für die III. philosophische Lehrkanzel; wird vom Ministerium "wegen seiner Vergangenheit" abgelehnt. M. "bietet das eigentümliche Beispiel eines Lebens für die Philosophie, das nur von sehr wenigen äußeren Ereignissen bestimmt wurde, das aber dennoch reich an ethischen und geistigen Spannungen war" (R. Egidi).

Werkauswahl

Verzeichnis der nachgelassenen Manuskripte (R. Fabian)


Letzte Bearbeitung: 29.9.1999
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