Geheimdokumente
zum deutschen Atomprogramm
1938-1945

  Forschungszentren Wien, Heidelberg, Straßburg
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Carl Friedrich von Weizsäcker: Eine Möglichkeit der Energiegewinnung aus Uran 238, 17.07.1940
Blatt 1-6
Das Problem der Energiegewinnung bestand darin, dass zwar Uran 235, nicht aber das schwerere Uran 238 durch langsame (thermische) Neutronen gespalten werden könne. Weizsäcker stellte in seinem Bericht an das Heereswaffenamt fest, dass auch Uran 238 durch thermische Neutronen spaltbar sei. Die Spaltung sei aber das Ergebnis nicht eines, sondern zweier nacheinander absorbierter Neutronen. Der Bericht Weizsäckers basiert auf Beobachtungen des Berliner Versuchs B-III.
Die Quintessenz seines Berichts war, dass Anwendungsmöglichkeiten im Bau sehr kleiner Maschinen (Reaktoren) bzw. in einem Sprengstoff lägen. Der Gedankengang Weizsäckers, durch Spaltung von Uran 239 einen Kernbrennstoff zu gewinnen, nimmt den Gedanken einer Plutoniumbombe vorweg.
Blatt 6 enthält als Anlage
Abb. 1: Darstellung einer Kettenreaktion
Abb. 2: Fotografie eines Kugelversuchs, (1940)
Abb. 3: Grafische Darstellung eines Kugelmodells mit abwechselnden Schichten aus Uran und einer Bremssubstanz, hier Paraffin.

Richard Fleischmann: Über den zweckmäßigsten Bau von Trennrohranlagen für kontinuierlichen Betrieb, ca. 1942
Blatt 7-18
Fleischmann hatte schon als Mitarbeiter von Walther Bothe am Kaiser-Wilhelm-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg an der Isotopentrennung gearbeitet. Ziel war, Isotopengemische durch verschiedenen Verfahren so weit zu trennen, dass Isotope angereichert werden konnten. Ein 1938 von Klaus Clusius und Gerhard Dickel entwickeltes „Trennrohr“ sollte das seltene Uran 235 von Uran 238 trennen. Fleischmann sah darin den schnellsten Weg zur Nutzung von Kernenergie.

Notizbuch Rudolf Fleischmanns, 1943-1944
Blatt 19,20
Bei seinen Versuchen zur Isotopentrennung experimentierte Fleischmann mit verschiedenen Isotopengemischen, u.a. Stickstoff und Kohlenstoff. Gleichzeitig modifizierte er das Clusius-Dickelsche Trennrohr. Ein entscheidender Schritt hin zur Isotopentrennung von Uran gelang Fleischmann nicht.

 

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