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30. März 2007, Neue Zürcher Zeitung

Armenische Kirche in der Türkei als Museum wieder geöffnet

Zeichen für einen Neubeginn in den Beziehungen zwischen Ankara und Erewan?

Auf einer kleinen Insel im Vansee im Osten der Türkei ist eine über tausend Jahre alte armenische Kirche als Museum wieder geöffnet worden. Dies gilt als Indiz dafür, dass auf Regierungsebene allmählich eine neue Bewertung der Geschichte des Landes einsetzt.


it. Istanbul, 29. März

Mitglieder der türkischen Staatsführung und der armenischen Diaspora haben am Donnerstag die armenische Palastkirche Ahtamar (türkisch: Akdamar) auf einer Insel im Vansee in einem feierlichen Akt gemeinsam wieder geöffnet. Die Heiligkreuzkirche sei das Symbol einer Kultur, die 3000 Jahre lang dieses Land geprägt habe, sagte der Patriarch der armenischen Gemeinde der Türkei, Mesrob II. Die Wiederöffnung der Kirche signalisiere die «positive Entwicklung» der türkisch-armenischen Beziehungen.

Initiative der Regierung

Die Heiligkreuzkirche Ahtamar ist für die Identität der Armenier von besonderer Bedeutung. König Gagig Artsruni, der Anfang des 10. Jahrhunderts hier regierte, liess auf der Klosterinsel Ahtamar einen prächtigen Palast sowie eine Palastkirche errichten. Inmitten der grandiosen Berglandschaft rund um den Vansee war die Kirche des Heiligen Kreuzes jahrhundertelang Sitz des armenischen Patriarchats und Zentrum der armenischen Kultur. Heute existiert weder der Palast noch das Kloster mehr. Fast hundert Jahre nach der Vertreibung der Armenier aus Ostanatolien schien der Verfall der Kirche unwiderruflich, bis die Regierung des gemässigten Islamistenchefs Recep Tayyip Erdogan im Jahr 2005 beschloss, die Restauration der historischen Stätte selber zu finanzieren. Rund 1,5 Millionen Dollar sollen die Restaurierungsarbeiten gekostet haben.

Die Heiligkreuzkirche ist das erste armenische Monument überhaupt, das in der Türkei restauriert wurde. Seit der Gründung der Republik Türkei im Jahre 1923 wird die armenische Vergangenheit des Landes ignoriert, negiert oder als Zerrbild wiedergegeben. Im Museum der nahe gelegenen Stadt Van werden beispielsweise die Armenier lediglich als mordende Banden dargestellt, die muslimische Einheimische im Blut ertränken.

Keine Gottesdienste

Auch die Eröffnungsfeier verlief nicht ganz ohne Probleme. Für Unmut zwischen der Hauptstadt Armeniens, Erewan, und Ankara sorgte die Frage, ob die Kulturstätte eine Kirche oder ein Museum sein sollte. Das Oberhaupt der armenischen orthodoxen Kirche, Karekin II., bat um die Erlaubnis, einen Gottesdienst halten zu dürfen, was abgelehnt wurde. Ahtamar sei ein Museum, hiess es aus dem türkischen Aussenministerium, worauf der armenische Katholikos seine Reise in die Türkei absagte. Die Hoffnung, dass künftig wenigstens einmal im Jahr auch Gottesdienste in der Kirche stattfinden könnten, äusserte indessen der türkisch-armenische Patriarch Mesrob II. Das wäre ein Anziehungspunkt für die in alle Welt verstreuten Armenier und würde ein «Klima des Dialogs» zwischen Türken und Armeniern ermöglichen.

Dass am Donnerstag direkt neben dem Eingang der Kirche vier riesige türkische Fahnen aufgestellt wurden, dürfte manche Armenier ebenso gestört haben wie die Tatsache, dass der Regierungschef Erdogan sein Versprechen nicht hat einlösen können. Erdogan hatte anlässlich der Eröffnung versprochen, einen Grenzübergang zu Armenien zu öffnen und einen Direktflug aus Erewan nach Van zu ermöglichen. Das wurde aber von der Armeeführung abgelehnt. Die Türkei hat keine diplomatischen Beziehungen mit dem Nachbarland Armenien.

Umdenken auf Regierungsebene?

Gäste aus Armenien mussten den weiten Umweg über Georgien nehmen, um Ahtamar zu besuchen. Dennoch gilt die Restauration und die Wiederöffnung der Heiligkreuzkirche als vielversprechendes Zeichen dafür, dass zumindest auf der Regierungsebene allmählich ein Umdenken bezüglich der tragischen Vergangenheit eingesetzt hat. Wie der Kulturminister, Attila Koc, bei seiner Eröffnungsrede betonte, will seine Regierung künftig die Zeugnisse aller Kulturen, die in diesen Ländern existiert haben, nach dem Beispiel Ahtamars schützen und an die nächsten Generationen weitergeben.

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