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Band XXII (2003) Spalten 394-409 Autor: Manfred Berger

GERLICH, Karl Albert Fritz (Michael), Journalist und Historiker, Widerstandskämpfer, * 15. Februar 1883 in Stettin (dem heutigen Szczecin), † in der "Nacht der langen Messer" vom 30. Juni auf den 1. Juli 1934 im KZ Dachau. - Fritz war der älteste von drei Söhnen des Kaufmanns und Fischgroßhändlers Paul G. und dessen Ehefrau Therese G., geb. Scholwin. Der Junge wuchs in einem streng kalvinistisch geprägten Elternhaus auf. Die Familie lebte anfänglich in guten wirtschaftlichen Verhältnissen, geriet jedoch durch Fehlspekulationen des Vaters und dessen frühen Tod in schwere Bedrängnis. Die energische Mutter setzte ihre Ehre darein, ihren Söhnen eine gute Schulbildung zuteil werden zu lassen. Nach dem Abitur am traditionsreichen humanistischen Gymnasium Marienstift in Stettin studierte G. in München Naturwissenschaften und Mathematik, das wollte die Mutter so. Ab dem dritten Semester immatrikulierte er sich in Leipzig. Aber diese Stadt war für G. "nicht nur ein karger, es war ein unerträglicher Boden. Ihn erfaßte das große Heimweh nach München, in dessen Himmel noch ein Stück Italien über die Alpen weht und dessen patinagrüne Kuppeln, dessen so ganz anders geartete Verflechtung wenigstens mit den Jahrhunderten deutschen Seins seinem wiedererwachten geschichtlichen Interesse ihm, dem Stettiner, vielmehr noch Abglanz des Südens schien, als es ein geborener Münchner gemeiniglich erfassen kann. Gerlich hat es nur wenige Wochen in Leipzig ausgehalten. Er kehrte nach München zurück, trotzdem es dem mütterlichen Willen widersprach,... trotzdem er fortan allein zu stehen hatte mit sehr geringem Monatsgeld: Nach München mußte er zurück und umsatteln mußte er auch; er gab die Naturwissenschaft auf und studierte fortan Geschichte (als Hauptfach und Historische Hilfswissenschaften und Anthropologie als Nebenfach; M. B.)" (Aretin 1983, S. 21). Um sein Studium zu finanzieren, entwarf der Student Prospektentwürfe und Propagandabroschüren für die Firma "Kathreiners Malzkaffee-Fabriken". März 1907 schloß er seine akademische Ausbildung an der Münchener Universität ab und wurde mit der Gesamtnote II. zum Doktor der Philosophie promoviert. Das Thema seiner Dissertation lautete: "Das Testament Heinrichs VI.". Diese bewerteten die Historiker Karl Theodor von Heigel und Hermann Grauert mit "magna cum laude". Nach dreijähriger Vorbereitungszeit legte er noch zusätzlich die Staatsprüfung zum Archivar ab. Folgend übernahm G. eine Assessorenstelle im "Allgemeinen Reichsarchiv". Während der Jahre 1909-1912 erstellte er nebenbei im Auftrag der "Historischen Kommission" den Registerband für die "Allgemeine Deutsche Biographie" mit ihren 26.300 biographischen Beiträgen. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, brauchte G. aus gesundheitlichen Gründen nicht in den Krieg ziehen. Die Kriegsereignisse verstärkten sein ohnehin schon stark ausgeprägtes deutschnationales Empfinden. Bald wandte sich G., der zunächst Friedrich Naumann und der "Nationalsozialen Partei" nahegestanden hatte und als Sekretär des "Liberalen Arbeitervereins" in München tätig gewesen war, der "Nationalen Alldeutschen Partei" zu, deren Annexionspolitik er tatkräftig unterstützte. Im Frühjahr 1917 gründete er u. a. mit Karl Graf Bothmer "Die Wirklichkeit. Deutsche Zeitschrift für Ordnung und Recht". Noch im Spätherbst des Jahres seiner Gründung wurde die radikal national ausgeprägte Wochenschrift verboten. Darüber schrieb Erwein von Aretin treffsicher: -"Seltsame Ironie dieses Titels! Hier gingen wirklich die glühenden und ehrenhaften Wünsche ihrer Herausgeber an der Wirklichkeit vorbei, die, wenn man nun einmal an die Gewalt appelliert hat, wie Kriege es tun, überwältigender Übermacht den Sieg zu sichern pflegt und ihn auf die Dauer nie der eingeschlossenen Festung, sondern immer ihren Belagern verleiht! Aber die Zeitschrift war geschickt gemacht und gab den journalistischen Fähigkeiten ihres eigentlichen Leiters, Gerlich, das beste Zeugnis. So erwarb sie in kürzester Frist viele Freunde und Abonnenten, die in ihr ihre Wünsche und Hoffnungen in guter und scharfer Form vertreten fanden und wußten, daß hinter ihr in den Reihen mißvergnügter Generale, Admirale und Politiker Informationsquellen bester Art standen. Aber bald ergaben sich unter den Kriegsverhältnissen Schwierigkeiten mit der Zensur, die erst Worte und Sätze, dann Seiten und Artikel, schließlich ganze Hefte verbot" (Aretin 1983, S. 29 f). - Unter der Regierung des Bayerischen Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann, der mit seinem Kabinett und den Landtagsabgeordneten April 1919 nach Bamberg geflohen war, beteiligte sich G. an den Vorbereitungen zur Niederschlagung der Münchner Räterepublik. Nachdem diese in einem beispiellosen Blutbad ausgelöscht worden war, konnten die Verfassungsorgane am 17. August 1919 nach München zurück kehren. Fortan bekämpfte der überzeugte Nationalist in vielen Artikeln den Kommunismus und Marxismus. Seine antimarxistische Publizistik, vor allem in den "Süddeutschen Monatsheften" und in den "Historisch-politischen Blättern", hatte ihm zwischenzeitlich ein zunehmendes Echo im "nationalen Lager" Bayerns verschafft. Aus diesen Kreisen erreichte G. mit 37 Jahren das Angebot, die Stelle des Chefredakteurs bei den "Münchner Neuesten Nachrichten" (MNN) zu übernehmen. Seine Aufgabe war es, "die Zeitung so zuführen, daß sie zum 'Bollwerk für nationale Erneuerung gegen Sozialismus und Republikanische Politik' wurde" (Aretin 1983, S. 149). Die MNN entwickelten sich unter seiner Federführung schnell zur bedeutendsten Tageszeitung Bayerns. Zusammen mit dem "rechtsgerichteten Pamphletist" (Rosenbaum 1999, S. 166) Paul Nikolaus Cossmann, verfaßte G., als überzeugter Kommunisten- und Sozialistenhasser, deutsch-national gestimmte Aufsätze. Dadurch unterstützte er den Aufstieg der NSDAP. Mit Adolf Hitler traf er 1923 dreimal privatim zusammen. Jedoch nach dem mißglückten Hitlerputsch (1923) distanzierte sich der Journalist abrupt von Adolf Hitler und seiner Gefolgschaft. Er wurde quasi über Nacht von einem Anhänger zu einem der profiliertesten und furchtlosesten Gegner der nationalsozialistischen Bewegung. Seine radikale Kehrtwendung blieb vielen seiner Freunde und Gegner unverständlich: - "Dadurch wurde er in der Folgezeit allerdings keineswegs etwa zum Vernunftrepublikaner. Wohl aber vollzog er nach der Anfang 1924 erfolgten Beruhigung der politischen Verhältnisse in Bayern, nachdem die Bayerische Volkspartei unter Ministerpräsident Heinrich Held die Regierung übernommen hatte, eine Annäherung an deren konservativ-förderalistischen, auf Revision der Reichsverfassung gerichteten Kurs. Künftig entwickelte Gerlich... auch zunehmendes Verständnis für die Ausgleichspolitik des seit 1923 amtierenden Reichsaußenministers Gustav Stresemann, die er zunächst im Sinne der deutschnationalen Opposition bekämpft hatte. 1925 propagierte er, wie die Bayerische Volkspartei, die Kandidatur des preußischen Exmarschalls Paul von Hindenburg für die Wahl zum Reichspräsidenten - gegen den katholischen Vorsitzenden der Zentrumspartei Wilhelm Marx. Ein Jahr später gehörte er zu denen, die den von Linkskreisen initiierten Volksentscheid zur 'Fürstenenteignung' ablehnten" (Morsey 1994, S. 6 f). - Am 31. August 1927 machte Erwein Freiherr Aretin, der 1924 als Leiter des Ressorts Innenpolitik zu den MNN kam, in der Beilage "Die Einkehr" der MNN auf das "Wunder von Konnersreuth" aufmerksam. Demzufolge wurde eine schwerkranke Frau namens Therese (im Volksmund Resel genannt) Neumann plötzlich und unerklärlich geheilt. Ferner berichtete sie über ihre Passionsvisionen aus der Heiligen Schrift und der Kirchengeschichte. Der Artikel des Freiherrn mußte innerhalb von zehn Tagen viermal nachgedruckt werden und erreichte Auflagen in ca. 30 Sprachen. Wie zu erwarten war von Aretin heftiger Kritik ausgesetzt, allen voran der "Völkische Beobachter" (Parteizeitung der NSDAP). Von den Kommunisten wurde er als Volksbetrüger beschimpft. Dem Chefredakteur der MNN, der den Eindrücken seines katholisch-monarchistischen Redakteurs nicht traute, ließ dies alles keine Ruhe mehr. Er wollte selbst vor Ort den unerklärlichen Abläufen nachgehen "und verabschiedete sich von Aretin mit den Worten: 'Ich garantiere Ihnen: Dem Schwindel komme ich auf die Spur!... Wie kann ein hochintelligenter Mann, wie Sie, Aretin, auf so einen Schwindel hereinfallen?'" (Wulz, G. 2002, S. 167). Doch das Phänomen Konnersreuth hatte G. innerlich stark erschüttert; es ließ ihn nicht mehr los. Seine anfängliche Skepsis legte sich bald und er geriet immer mehr in den Bann der Stigmatikerin, die "von weiten Kreisen des bayerischen Katholizismus wie eine Heilige verehrt wurde" (Detjen1998, S. 147). G. fühlte sich gedrängt und verpflichtet, das Phänomen Konnersreuth weiten Kreisen der Bevölkerung bekannt zu machen. Dabei wuchs seine Sympathie für den Katholizismus. Er veröffentlichte 1929 ein über 700 Seiten umfassendes zweibändige Werk: - "Die stigmatisierte Therese Neumann von Konnersreuth". Über seine Motivation wissenschaftlich fundierte Abhandlungen über Therese Neumann zu verfassen, schrieb G. im ersten Band seiner Veröffentlichung: - "Ich sah, daß der Fall Therese Neumann wert war, sich sehr gründlich mit ihm zu beschäftigen, und ich erkannte aus dem Vergleich der bisherigen Veröffentlichungen über Therese Neumanns Schicksale mit dem, was ich von ihr selbst, ihren Angehörigen und anderen vertrauenswürdigen Persönlichkeiten erfuhr, daß die bisherige Kenntnis nicht zureicht, über große Teile ihres Lebens, insbesondere ihrer Leidenszeit, ein sicheres Urteil zu gewinnen. Es kam aber ein rein persönlicher Umstand hinzu. Meiner akademischen Vorbildung nach bin ich Historiker. In der Zeit meines Universitätsstudiums hatte ich an Seminarübungen über den Quellenwert frühmittelalterlicher Heiligenlegenden teilgenommen. In jene Zeit war auch die neue wissenschaftliche Erörterung über Franz von Assisi gefallen. Bei diesen Seminarübungen hatte es mich immer nachdenklich gemacht, daß wir die Quellensammlungen zum Teil rein weltanschaulich werten. Was wir nach der naturwissenschaftlichen Ansicht unserer Zeit für unmöglich halten, sehen wir als einen Irrtum oder eine Fabelei der Quelle an. Nun sah ich in Konnersreuth ein Geschehen vor mir, das mich in der sinnfälligsten Weise an jene Zeit und jene Quellen zurückerinnerte. Da trotz aller politischen Tätigkeit und Tagesschriftstellerei die Neigung zum Forschen in mir nicht erloschen ist, empfand ich es als einen außerordentlichen Glücksfall für einen Historiker, an der lebendigen Gegebenheit Therese Neumanns mittelalterliche Quellen nachprüfen zu können. Das große Problem aller Geschichtswissenschaften, nämlich die Frage nach der Art und der Gewißheit unserer Kenntnisgewinnung von vorangegangenen Geschehen, ließ sich hier an einem Fall miterlebend studieren... So begann ich zu Weihnachten 1927, wo ich die Zeit vom 24. Dezember 1927 bis zum 6. Januar 1928 in Konnersreuth verbrachte, mit planmäßigen Aufzeichnungen und Untersuchungen über die Lebensschicksale von Therese Neumann. - Ich bin seitdem noch oft in Konnersreuth gewesen, so daß eine Zusammenrechnung der Tage die Zeitspanne von rund 5 Monaten ergibt. Darunter war ich einmal über sechs Wochen ununterbrochen dort. Ich habe von Anfang an bei allen Beteiligten das größte Entgegenkommen gefunden, obwohl meine kritische Einstellung und meine Absicht, soweit als möglich das dortige Geschehen aufzudecken, ebenso bekannt war, wie meine Nichtzugehörigkeit zum Katholizismus" (Gerlich 1929, S. IX f). Der seinerzeit hochgeschätzte Journalist und Schriftsteller Friedrich Ritter von Lama, der selbst mehrere Bücher über Therese Neumann von Konnersreuth veröffentlichte, äußerte sich über G.s Publikation wie folgt: - "Den wichtigsten Dienst aber leistete der Wahrheit der Protestant Dr. Fritz Gerlich durch sein zweibändiges, gründliches Werk 'Therese Neumann von Konnersreuth'. In äußerst mühsamer Arbeit erforschte er den Lebensgang und die die mystische Begnadung vorbereitende Geschichte ihrer Leidenszustände, befreite das, was war, von dem wuchernden Geranke phantastischer Legenden, die sich bereits gebildet hatten, und zerpflückte die 'wissenschaftliche' Untersuchung des Falles Therese Neumann, wie der Erlanger Professor Ewald sie zu bieten gewagt hatte, in einer Weise, daß außer dem Umschlag nichts mehr übrig blieb" (Lama 1936, S. 8 f.). - Zwei Jahre später folgte noch die Schrift "Der Kampf um die Glaubwürdigkeit der Therese Neumann". G.s tiefes Konnersreuth-Erlebnis ließ ihn schließlich auch persönliche Konsequenzen daraus ziehen. Er konvertierte zum katholischen Glauben. Der ob seiner Güte vielverehrte Eichstätter Kapuzinerpater Ingbert Naab (vgl. Naab 1993, Sp. 421 f; Bender 1954, S. 47 ff.), den der Journalist in dem Kreis um die Stigmatikerin kennen gelernt hatte, begleitete ihn auf diesem Weg und war sein Beichtvater sowie Seelenführer: - "Papst Pius XI., der jederzeit die Ereignisse in Konnersreuth mit dem größten und wohlwollendsten Interesse verfolgt hatte und über Gerlichs Absichten unterrichtet war, sandte ihm zu diesem Vorhaben seinen besonderen Segen. Die Konversion erfolgte am St. Michaelstage (29. Sept.) 1931 im Klosterchor des Eichstätter Kapuzinerklosters. Unmittelbar nach der sub conditione erteilten Taufe (auf den Namen Michael; M. B.) folgte die kirchliche Trauung mit Frau Sophie Botzenhart, geb. Stempfle, da das Paar (das keine Kinder hatte; M.B.) am 9. Oktober 1920 in München nur zivil getraut worden war... Der Konversion folgte wenige Tage später die Firmung durch Kardinal Faulhaber in der erzb. Kapelle in München" (Aretin 1983, S. 66). - Bereits 1927 hatte G., wegen persönlichen Differenzen mit Paul Nikolaus Cossmann, seinen verantwortlichen Posten als Hauptschriftleiter bei den MNN aufgegeben und kehrte in den Archivdienst zurück. Aus dem Wunsch heraus, die Nazis, die industriellen Großkonzerne und die sozialistischen Machtgruppen publizistisch zu bekämpfen, kaufte G. mit finanzieller Unterstützung des oberschwäbischen Großgrundbesitzers Fürst Erich von Waldburg zu Zeil und katholischer Kreise die Wochenzeitschrift der "Illustrierte Sonntag". Der Fürst und G. waren sich "einig in der Überzeugung und in dem Entschluß, gegen die immer schärfere Radikalisierung des deutschen politischen Lebens eine Zeitung zu schaffen, um der Gefahr dieser Entwicklung mit der Macht des Naturrechtes und der Festigkeit der christlichen Grundsätze entgegenzutreten" (Bender 1954, S. 64). Die Wochenzeitschrift entwickelte sich schnell zu einem politisch engagierten Organ, welches bereits im August 1932 das "Reichsministerium des Inneren" wegen der Forderung, Reichspräsident Paul von Hindenburgs durch Volksabstimmung abzusetzen, auf die Dauer von vier Wochen verboten hatte. Entsprechend der politischen Einstellung der Herausgeber und Redaktionsleitung wurde der "Illustrierte Sonntag" in "Der gerade Weg. Deutsche Zeitung für Wahrheit und Recht" umbenannt. "Der gerade Weg" erreichte zuletzt eine Gesamtauflage von 100 000 Exemplaren. Die Zeitung wandte sich an die Katholiken Bayerns, überschritt aber bald "die Verteidigungsgrenze" des katholischen Volkstums "und ist mit der Vertretung der katholischen Grundsätze offensiv in die Gebiete der nichtkatholischen Bevölkerung eingedrungen" (Gerlich 1946, S. 439). Ein "getreuer Kampfgenosse" in der Redaktion war für G. der schon genannte Ordensmann Ingbert Naab: - "Zwischen diesen beiden Männern bestand ein Zustand, den man hin und wieder an der Sprache der beiden mitzuerleben glaubt, ein Zustand gegenseitiger geistiger Befruchtung und gegenseitiger Aufmunterung im Kampfe. Doch war es grundsätzlich so, daß Pater Ingbert als Priester den rein politischen und größeren Teil der Arbeit Dr. Gerlich ausschließlich überlassen hat, soweit man die priesterliche Aufgabe überhaupt gänzlich von der Politik zu trennen vermag. Pater Ingbert greift zur Feder in erster Linie, wenn ihn seelsorgerische Gründe zum Schreiben zwangen. Im ganzen gesehen war der 'Gerade Weg' das Werk eines Mannes, Dr. Gerlichs, dem Pater Ingbert als treuester Helfer zur Seite stand" (Brenner 1954, S. 71). - In seinen scharf formulierten Leitartikeln wandte sich G. vor allem gegen die Nazis, aber u. a. auch "gegen die Versuche der Konservativen, die Krise des Systems für eine Wiedereinführung der Monarchie zu nutzen" (Detjen 1998, S. 147). Er machte in klarer und eindringlicher Sprache auf die Konsequenzen der "brauen Ideologie" aufmerksam, warnte immer wieder vor der "geistigen Pest" des Nationalsozialismus, vor "hitlerischer Massenverhetzung" und entlarvte mit Akribie das Theater des "nationalen Befreiers". Diesbezüglich konstatierte der routinierte Journalist in seinem von überragender Schlagkraft zeugenden Beitrag (den über 1000 deutsche Zeitungen übernommen hatten) "Hetzer, Verbrecher und Geistesverwirrte. Führertum und Presse der Hitlerbewegung": - "Von den späteren Gewissensregungen Hitlers wollen wir nur diejenigen hervorheben, wo in den stillen Stunden, in denen ihn kein Applaus der Masse umtönt, das vergossene Blut von ihm irregeführter Menschen anklagend vor ihn tritt. Er weiß ganz genau, wie er unter Ehrenwortbruch an dem Abend des Bürgerbräukellers den Streich eines Größenwahnsinnigen begangen hat. Er weiß außerdem, wie er sich während der daran anschließenden Nacht in einer für den Führer der sogenannten Befreiung Deutschlands geradezu lächerlichen Weise verhalten hat. Der Zug an die Feldherrnhalle am anderen Mittag wäre ja als ein Fastnachtsstreich zu bezeichnen, aber nicht als die Handlung eines verantwortungsbewußten politischen Führers, wenn nicht dort durch die Schuld Hitlers Blut hätte vergossen werden müssen, das über ihn gekommen ist und ihm keine Ruhe mehr läßt. - Und Blut ist es, was Tag für Tag in seinen stillen Stunden anklagend gegen ihn aufsteht - nämlich das Blut derjenigen, das in dem von ihm täglich durch seine Parteipropaganda und -presse geschürten kleinen Bürgerkrieg vergossen wird. - Um sein Gewissen zu beruhigen, muß er uns das Theater des 'nationalen Befreiers' vorspielen, als ob all das eine Notwendigkeit auf dem Wege der nationalen Erneuerung Deutschlands wäre. Man sehe sich doch nur einmal die jüngsten Photographien Hitlers, das flackernde, ängstliche, suchende Auge in dem aufgedunsenen Gesicht an, das immer brutalere und sturere Züge bekommt! Dann weiß man, wie das Gewissen dieses Mannes in den Nächten ohne Zeugen mit ihm redet. - Und das Bedürfnis, das eigene Gewissen zu beruhigen, ist einer der hauptsächlichsten Gründe, warum sich gewisse Menschengruppen in Deutschland heute als Führer und Gefolgschaft der Hitlerbewegung auftun" (Gerlich 1946, S. 232 ff.). - Als die Nationalsozialisten politisch immer mehr an Einfluß gewannen, rief G. alle demokratischen Kräfte, die Bayerische Volkspartei, das Zentrum, die Sozialdemokraten, die Kirchen u. a. Organisationen, auf, zusammenzustehen, um eine Diktatur zu verhindern. Mit seinem politischen Scharfsinn erkannte er noch früh genug, daß die Reichstagswahl vom 1. Juli 1932 in ihren Fernwirkungen schlechthin die Entscheidung bedeutete. Der Journalist handelte danach und veröffentlichte in "Der gerade Weg" folgenden Wahlaufruf: - "Der Nationalsozialismus ist eine Pest!": - " Nationalsozialismus aber bedeutet: - Feindschaft mit den benachbarten Nationen, Gewaltherrschaft im Inneren, Bürgerkrieg, Völkerkrieg. - Nationalsozialismus heißt: - Lüge, Haß, Brudermord und grenzenlose Not. - Adolf Hitler verkündet das Recht der Lüge. In der 1. bis 11. Auflage seines Buches 'Mein Kampf' schrieb er auf Seite 202: - 'Er (der Deutsche) hat keine blasse Ahnung, wie man das Volk beschwindeln muß, wenn man Massenanhänger haben will.' - Ihr, die Ihr diesem Betruge eines um die Gewaltherrschaft Besessenen verfallen seid, erwacht! Es geht um Deutschland, um Euer, um Eurer Kinder Schicksal. - Nicht das Volk, welches von den Generalen und von Hitler, der ihr Trommler ist, beschuldigt wird, hat den Krieg verloren: Die Kaiserliche Regierung mit Hindenburg und Ludendorff verloren ihn. - Nicht die Parteien, welche von Hitler beschuldigt werden, sind für den Frieden und die Reparationslasten verantwortlich, sondern alle diejenigen, welche den Krieg begünstigen und 1917 einen Frieden vorsätzlich verhinderten. Und das sind diejenigen, welche heute durch Hitler wieder zur Macht kommen wollen und Euch in neue Kriege stürzen werden. - Die Parteien, welche von Hitler und seinen militärischen und schwerindustriellen Hintermännern mit Verleumdungen überschüttet werden, haben das deutsche Volk, das vor seinem völligen Untergang stand, vor der Vernichtung gerettet. Das ist die Wahrheit. - Wir kämpfen um einen neuen Staat: um die Rechte des Volkes, um soziale Gerechtigkeit, um die Freiheit des deutschen Volkes, um eine Versöhnung und Verständigung mit Frankreich, die uns allein zu einem neuen Aufschwung helfen kann. Wir kämpfen um eine gerechte Justiz, um - Frieden, Arbeit und Volkswohlfahrt, um den Staat der wahren Gerechtigkeit..." (Gerlich 1946, S. 437 f). - Doch letztlich blieb die eindringliche Warnung von der Mehrheit ungehört, die von G. verkündete Wahrheit wurde, wie wir aus der Geschichte wissen, nicht wahrgenommen. Demgegenüber hatten die Nazis seine Äußerungen sehr wohl gehört. Sie desavouierten den Journalisten als "Schmutzfink" und bedrohten sein Leben, wie ein Brief vom 25. Juli 1932 verdeutlicht: - "Herrn - Dr. Fritz G e r l i c h - Schmierfink beim Geraden Weg. - Hier - Wir warnen Sie! Die nächsten Tage wird Ihnen Ihr schmutziges Handwerk gelegt werden. - Sie erbärmlicher Schmutzfink. Seien Sie überzeugt, daß die Stunde bald schlägt, wo Deutschland von Ihnen und Ihresgleichen befreit wird. Wir werden an Ihnen und ihrer schwarzen Sippe ein besonderes Exempel Statuieren, indem wir einen Scheiterhaufen aus allen in Deutschland befindlichen Christenkreuzen nebst den darauf befindlichen Christusfiguren - jenes Christus, welcher von einer jüdischen Hure geboren wurde, errichten, worauf sie nebst dem übrigen Pfaffengesindel einschliesslich der ganzen Marxistenbrut geschmort werden. - Wenn da die Befreiungsfeuer zum Himmel steigen, hat die Geburtsstunde der neuen arischen Religion begonnen, dann wird das Deutsche Volk dem einzigen auf Erden wandelnden Gott, Adolf Hitler auf den Knien dafür danken, daß er es von jüdisch-christlich-marxistischen Pest befreit hat. - Heil Hitler - Blut und Tod allen Marxisten und Pfaffen! (zit. n. Gerlich 1946, S. 447). - Am 30. Januar 1933 ist Adolf Hitler, wenn auch vorerst nur an der Spitze einer Rechtskoalition, zum Reichskanzler ernannt worden. Doch erst einmal im Sattel, verlor der Diktator keine Zeit, seine Gegner auszumanövrieren und auch bald "auszumerzen". Die Zeitschrift "Der gerade Weg", die zuletzt zweimal pro Woche ihre Leserschaft erreichte, wurde als eine der ersten sofort verboten. Die letzte Ausgabe erschien am 8. März 1933. Am darauf folgenden Tag, als die Nazis auch in Bayern die Macht ergriffen, stürmten Schläger der SA die Redaktion, zerstörten das gesamte Inventar und entrissen G.s letzte Enthüllungsgeschichte aus den Druckpressen: - "Der Inhalt der beabsichtigten Enthüllungen - einige meinten, sie habe die Umstände des Todes von Hitlers Halbnichte Geli Raubal (die am 18. September 1931 mit Adolf Hitlers Pistole ihrem Leben ein Ende setzte; M. B.) in seiner Wohnung betroffen, andere sagten, es sei um die wahren Hintergründe des Reichstagsbrandes vom Februar 1933 oder um ausländische Geldgeber der Nationalsozialisten gegangen - ist für die Geschichte verloren" (Rosenbaum 1999, S. 30). - Nach dem Überfall wurde G. gegen Mitternacht in das Polizeigefängnis an der Ettstraße gebracht und ohne Gerichtsprozeß in "Schutzhaft" genommen. Er war der erste Schutzhäftling Münchens. Als solcher mußte er schwerste Mißhandlungen über sich ergehen lassen, die ihn jedoch in seiner Integrität und Noblesse nicht erschütterten. Eine von den Nazis geforderte Selbsttötung lehnte G. entschieden mit den Worten ab: - "Ich erschieße mich nicht. Ich bin Katholik" (zit. n. Lorant 1985, S. 101). - Während seiner Gefangenschaft zeigte er wahre übermenschliche Größe: "Dr. Gerlich war in der kleinsten und unbequemsten Zelle, der Zelle 35, untergebracht. Diese Zelle war unter den Häftlingen als der 'Kerker' verrufen. Nummer 35 liegt auf der Nordseite und hat nur ein kleines, schmales Fenster unter der Decke. Kaum je dringt ein Lichtstrahl in dieses Verlies. Mindestens dreimal mußte der Sonderhäftling Gerlich schlimme Mißhandlungen, ja Folterungen über sich ergehen lassen... Viele Gefolterte tragen einen unheilbaren Schaden davon. Bei Gerlich merkte man diesbezüglich wenig. Er erholte sich immer wieder relativ rasch von den Mißhandlungen und fand bald zu seiner seelischen Ruhe zurück. Ein Mitgefangener sagte über ihn: 'Wer sich diesen Kämpfer für die katholischen Grundsätze in der Gefangenschaft trübselig oder wehleidig vorstellt, irrt sich gar sehr. Gewiß! Dr. Gerlich empfand seine Gefangenschaft sehr bitter. Aber wer sich als katholisch bekannte, mußte nach seiner Meinung auch den Mut finden, die Folgen seiner Lebensauffassung auf sich zu nehmen und mit freudigem Herzen die Leiden ertragen...'Gerlichs Gelassenheit, sein Gottvertrauen und sein Humor fielen den Mitgefangenen auf. Ein Zellennachbar erlebte ihn als 'Mann des Gebetes und der Betrachtung'... Nie in seinem Leben vorher hatte Dr. Gerlich soviel Zeit, sich in die Heilige Schrift zu vertiefen wie jetzt. Er las und meditierte. Er verstand es - soweit man ihn in Ruhe ließ - , im Gefängnis wie in einem Kloster zu leben. All die Jahre, von seiner Stettiner Kindheit bis herauf in die Zeit seiner publizistischen Kämpfe gegen den Nationalsozialismus zogen an ihm vorüber und er konnte vieles innerlich bereinigen. Selbst gegen seine Peiniger empfand er keinen Haß mehr" (Niedermeier 1995, S. 84 f). - In Zusammenhang mit dem "Röhm-Putsch" wurde der tiefgläubige katholische Journalist am 30. Juni 1934, gegen Mitternacht, von der Gestapo in das KZ Dachau verschleppt. Dort wurde er von Hitlers Schergen grausam geschändet und schließlich meuchlings durch Kopfschuß getötet. Die Morde dieser Tage wurden bereits am 3. Juli 1934 als "Staatsnotwehr" für rechtens erklärt. Seine Leiche hatte man eingeäschert: - "G.s Frau erhielt auf ihre Frage nach dem Leichnam ihres Gatten die Nachricht, sie könne die Urne - gegen Bezahlung der Verbrennungskosten - haben. Darauf hatte Sophie G. verzichtet. G.s goldene Uhr und das goldene Kreuz, das er trug, blieben verschwunden (dagegen ließen die Mörder seine blutverschmierte Brille der Witwe zukommen; M. B.). Am 28.7.1934 wurde in der Pfarr- und Abteikirche St. Bonifaz in München ein Trauergottesdienst gehalten. Auf dem Sterbebildchen mußte entgegen der Wahrheit mitgeteilt werden, G. sei in München verstorben" (Moll 1999, S. 396 f). - Im Jahre 1958 wurden die sterblichen Überreste des mutigen Journalisten zusammen mit 16 weiteren Opfern des Nazi-Regimes im Gräberfeld 148a im Münchener Ostfriedhof beigesetzt. - Beim Neujahrsempfang des Diözesanrates der Erzdiözese Bayern am 16. Januar 1983 würdigte Kardinal Friedrich Wetter Dr. G. mit folgenden Worten: - "In unserer Stadt erhob sich mutiger Wiederstand gegen die damaligen Machthaber... Ich nenne hier nur Dr. Gerlich, die Geschwister Scholl, Pater Rupert Mayer und Kardinal Faulhaber" (zit. n. Mensing/Prinz 1991, S. 131). - Damit wurde der mutige "Publizist und christliche Widerstandskämpfer" (Aretin 1983) nach langen Jahren des Schweigens endlich auch vom hohen Klerus gewürdigt. Ob Kardinal Michael von Faulhaber verdient "in einem Atemzug mit wirklichen Märtyrern" (Mensing/Prinz 1991, S. 131) genannt zu werden, bleibt wohl umstritten bis fraglich (vgl. Mensing/Prinz 1991, S. 124 ff.; Gritschneder, München 1979; Reiser, München 2000). Heute erinnern in der ehemaligen "Hauptstadt der Bewegung" mehrere Gedenktafeln und die Gerlichstraße an den Journalisten, Historiker und Widerstandskämpfer, dem leider noch immer nicht die im gebührende Aufmerksamkeit als "Kämpfer für Wahrheit und Recht" (Niedermeier 1995) in der historischen Forschung zuteil wurde.

Werke (Ausw.): Das Testament Heinrichs VI. Versuch einer Widerlegung, Berlin 1907 (entspricht: Diss. München 1907); Akademische Bildung, München 1908; Geschichte und Theorie des Kapitalismus, München 1913; Der Kommunismus als Lehre vom Tausendjährigen Reich, München 1920; Konnersreuth als historisches Problem, in: Münchner Neuesten Nachrichten, 30. November 1927/Nr. 88; Die stigmatisierte Therese Neumann von Konnersreuth. Erster Teil, Die Lebensgeschichte der Therese Neumann, München 1929; Die stigmatisierte Therese Neumann von Konnersreuth. Zweiter Teil, Die Glaubwürdigkeit der Therese Neumann, München 1929; Der Kampf um die Glaubwürdigkeit der Therese Neumann. Eine Auseinandersetzung mit den Professoren Wunderle und Mager, München 1931; Hitler und Wilhelm II., in: Illustrierter Sonntag, 12. Juli 1931/Nr. 28; Hitler und Südtirol, in: Illustrierter Sonntag, 19. Juli 1931/Nr. 29; Hitler in den Fesseln seiner "Getreuen", in: Illustrierter Sonntag, 19. Juli 1931/Nr. 29; Hitler als Politiker, in: Illustrierter Sonntag, 19. Juli 1931/Nr. 29; Los von Mussolini, in: Illustrierter Sonntag, 9. August 1931/Nr. 32; Wir müssen umlernen, in: Illustrierter Sonntag, 16. August 1931/Nr. 33; Hugenberg propagiert einen neuen Krieg, in: Illustrierter Sonntag, 27. September 1931/Nr. 39; Gefängnis für den Führer, in: Illustrierter Sonntag, 4. Oktober 1931/Nr. 40; Von richtiger Staatsführung, in: Illustrierter Sonntag, 18. Oktober 1931/Nr. 42; Grundlagen des Föderalismus, in: Illustrierter Sonntag, 15. November 1931/Nr. 46; Bayerns Zukunftsaufgabe für Deutschland, in: Illustrierter Sonntag, 29. November 1931/Nr. 48; Hetzer, Verbrecher und Geistesverwirrte, in: Der gerade Weg, 14. Februar 1932/Nr. 7; Konkurs des Dritten Reiches, in: Der gerade Weg, 21. Februar 1932/Nr. 8; Untermenschen im Reichstag. Goebbels und Esser als "freie adelige Seelen", in: Der gerade Weg, 28. Februar 1932/Nr. 9; Siegreich woll'n wir Hitler schlagen, in: Der gerade Weg, 6. März 1932/Nr. 10; Werdet nicht schuldig!, in: Der gerade Weg, 13. März 1932/Nr. 11; Hitler der Bankrotteur, in: Der gerade Weg, 24. April 1932/Nr. 16; Nationalsozialismus: Zersetzter Liberalismus, in: Der gerade Weg, 1. Mai 1932/Nr. 18; Landesverrat und Hitlerpartei, in: Der gerade Weg, 15. Mai 1932/Nr. 20; Die Schicksalsstunde Brünings. "Es ist Zeit, daß das Volk die Generäle zur Räson bringt", in: Der gerade Weg, 29. Mai 1932/Nr. 22; Offener Brief an Hindenburg, in: Der gerade Weg, 5. Juni 1932/Nr. 23; Deutsche! Eure Menschenrechte in Gefahr!, in: Der gerade Weg, 12. Juni 1932/Nr. 24; Die Bundesstaaten in Front, in: Der gerade Weg, 19. Juni 1932/Nr. 25; Sperrt die Führer ein!, in: Der gerade Weg, 26. Juni 1932/Nr. 26; Klare Zielsetzung für die Reichstagswahlen!, in: Der gerade Weg, 10. Juli 1932/Nr. 28; Wir fordern: Absetzung Hindenburgs durch Volksabstimmung, in: Der gerade Weg, 24. Juli 1932/Nr. 30, Der Nationalsozialismus ist eine Pest!, in: Der gerade Weg, 31. Juli 1932/Nr. 31; Wie hat der Katholik zu wählen?, in: Der gerade Weg, 31. Juli 1932/Nr. 31; Zentrum und Bayerische Volkspartei vor dem Abgrund, in: Der Gerade Weg, 11. September 1932/Nr. 37; Grundsätzliche Parteiführung, in: Der gerade Weg, 18. September 1932/Nr. 38; Keine neue katholische Partei, in: Der gerade Weg, 18. September 1932/Nr. 38; Man heißt uns "Ideologen", in: Der gerade Weg, 2. Oktober 1932/Nr. 40; Die Aufgabe der Gegenwart, in: Der gerade Weg, 9. Oktober 1932/Nr. 41; Die Hitlerpartei und das Zentrum Oder: ein Märchen von Wölfen und Schafen, in: Der gerade Weg, 9. Oktober 1932/Nr. 41; Die Bayerische Volkspartei auf dem geraden Weg, in: Der gerade Weg, 23. Oktober 1932/Nr. 43; Jahreswende 1932/33, in: Der gerade Weg, 1. Januar 1933/Nr. 1; Hitlers Reichskanzler?, in: Der gerade Weg, 22. Januar 1933/Nr. 7; Berlin geistig eingegast, in: Der gerade Weg, 25. Januar 1933/Nr. 8; Deutschlands Leidensweg, in: Der gerade Weg, 1. Februar 1933/Nr. 10; Regierungsaufruf und Wahrheit, in: Der gerade Weg, 5. Februar 1933/Nr. 11; Die Fronten für die nächste Wahl, in: Der gerade Weg, 19. Februar 1933/Nr. 15; Provokateure in der SA, in: Der gerade Weg, 26. Februar 1933/Nr. 17; Aufmarschbefehl der SA gegen Berlin, in: Der gerade Weg, 1. März 1933/Nr. 18; Prophetien wider das Dritte Reich. Aus den Schriften des Dr. Fritz Gerlich und des Paters Ingbert Naab O.F.M.CAP., gesammelt von Dr. Johannes Steiner, München 1946.

Lit. (Ausw.): Deutsch, J.: Um Konnersreuth. Ärztliche Kritik an Dr. Fritz Gerlichs Buch: Die Stigmatisierte von Konnersreuth, Lippstadt 1932 (Manuskript); - Carnot, M.: Fritz Gerlich, ein Blutzeuge für Glauben und Heimat, Wien 1935; - Lama, F. v.: Der Weg der Therese Neumann von Konnersreuth 1898-1935, Karlsruhe 1936; - Neumayr, M.: Pater Ingbert Naab. Seher, Kämpfer, Beter, München 1947; - Bender, O.: Der gerade Weg und der Nationalsozialismus. Ein Beitrag zur katholischen Widerstandspresse vor 1933, München 1953 (Diss.); - Aretin, E. v.: Krone und Ketten. Erinnerungen eines bayerischen Edelmannes, München 1955; - Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Neue Deutsche Biographie. Sechster Band, Berlin 1964, 307-308; - Rupp, H./Lang, L. (Hrsg.): Deutsches Literatur-Lexikon. Biographisch-bibliographisches Handbuch, Bern 1978, 251; - Gritschneder, O.: Kardinal Michael von Faulhaber zwischen Widerstand und Anpassung, München 1979; - Aretin, E. v.: Fritz Michael Gerlich. Lebensbild des Publizisten und christlichen Widerstandskämpfers, München 1983; - Bosl, K. (Hrsg.): Bosls Bayerische Biographie. 800 Persönlichkeiten aus 15 Jahrhunderten, Regensburg 1983, 252; - Lorant, S.: Ich war Hitlers Gefangener. Ein Tagebuch 1933, München 1985, 22 ff.; - Wistrich, R.: Wer war wer im Dritten Reich. Ein biographisches Lexikon, Frankfurt/Main 1987, 105-106; - Mensing,B./Prinz, F. (Hrsg.): Irrlicht im leuchtenden München?. Der Nationalsozialismus in der "Hauptstadt der Bewegung", Regensburg 1991; - Gritschneder, O.: "Der Führer hat Sie zum Tode verurteilt..." Hitlers "Röhm-Putsch"-Morde vor Gericht, München 1993, 36-37, 63 u. 129; - Weyerer, B.: München 1919-1933. Stadtrundgänge zur politischen Geschichte, München 1993, 93-94 u. 127-128; - Glatzl, N./Kleindienst, E. (Hrsg.): Die personale Struktur des gesellschaftlichen Lebens. Festschrift für Anton Rauscher, Berlin 1993, 529-548; - Richardi, H.-G./Schumann, K.: "Geheimakte Gerlich/Bell". Röhms Pläne für ein Reich ohne Hitler, München 1993, 28-51; - Vieregg, H.: Wächst Gras darüber? München: Hochburg des Nationalsozialismus und Zentrum des Widerstandes, München 1993; - Vieregg, H.: "Menschen seid wachsam". Mahnmale und Gedenkstätten für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft, München 1993, 68-69; - Naab, E.: NAAB, Ingbert, in: Bautz, T (Hrsg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Herzberg 1993, 421-422; - Morsey, R.: Fritz Gerlich (1883-1934). Publizist-Prophet-Märtyrer, Köln 1994; - Rudolf Morsey, Fritz Gerlich (1883-1934), in: Jürgen Aretz/Rudolf Morsey/Anton Rauscher (Hrsg.), Zeitgeschichte in Lebensbildern Bd. 7. Mainz 1994, 21-38; - Bekh, W. J.: Therese von Konnersreuth oder die Herausforderung Satans. Ein exemplarisches Lebensbild von der mystischen Macht und der heutigen Kraft des Christentums, München 1995; - Niedermeier, A.: Ein Kämpfer für Wahrheit und Recht. Fritz Gerlich ein Mann des katholischen Widerstands, St. Ottilien 1995; -Voderholzer, R.: Katholische Märtyrer im Kampf gegen Hitler: Der Publizist Fritz Gerlich, in: Deutsche Tagespost, 23.12.1995/Nr. 153/154; - Weyerer, B.: München 1933-1949. Stadtrundgänge zur politischen Geschichte, München 1996, 90; - Killy, W. (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 3, München 1996, 651; - Detjen, M.: "Zum Staatsfeind ernannt". Widerstand, Resistenz und Verweigerung gegen das NS-Regime in München, München 1998, 146 ff., Schäfer, M.: Fritz Gerlich (1883-1934), München 1998 (Diss.); - Rosenbaum, R.: Die Hitler-Debatte. Auf der Suche nach dem Ursprung des Bösen, Wien 1999, 28-31 u. 174-207; - Moll, H. (Hrsg.): Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhundert., Band I., Paderborn 1999, 395-397; - Benz, W./Pehle. W. H.: Lexikon des deutschen Widerstandes, Frankfurt 2001, 22 u. 348; - Pfoertner, H.: Mahnmale, Gedenkstätten, Erinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus in München 1933-1945. Mit der Geschichte Leben, Band 1, München 2001, 143-148; - Wulz, G.: Der Überzeugungs-Schreiber, in: Unser Bayern, 51 2002, 166-168; - Kulturreferat der Landeshauptstadt München (1998): Der nationalsozialistische Terror und Verfolgungsapparat; - http://www.widerstand.musin.de/w4-7.html.

Manfred Berger

Letzte Änderung: 20.09.2003