Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres

NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie vierzehntägig über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.

Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!



Band XVII (2000) Spalten 961-969 Autor: Stefan Lindinger

MEYER, Johann Friedrich von (Pseudonyme: Jaschem; IMO; `Bibel-Meyer'), * 12.9. 1772 in Frankfurt am Main, † 28.1.1849 in Frankfurt am Main - Jurist, Bibelübersetzer, Theosoph. - Johann Friedrich von Meyer stammt aus einer Familie von wohlhabenden Frankfurter Kaufleuten. Sein Vater Johann Anton brachte es in der Stadtregierung bis zum Senior des Bürgerausschusses. In seinem Elternhaus wurde M. lutherisch erzogen. Nach dem Besuch des Gymnasiums begab er sich 1789 nach Göttingen, um dort Rechtswissenschaften und Klassische Philologie zu studieren. Letzterer galt seit der Schulzeit sein eigentliches Interesse, und mit Christian Gottlieb Heyne war einer der wichtigsten Gelehrten des Faches an dieser Universität vertreten. Dennoch exzellierte M. auch auf jenem Gebiet, mit dem er sich nur auf den Wunsch seines Vaters hin befaßte: 1792 erhielt er einen akademischen Preis für den zunächst lateinisch abgefaßten juristischen Traktat, der 1803 unter dem Titel `Preisschrift von den Unterschieden zwischen Tutel und Curatel' auf deutsch erschien. Nachdem er in Göttingen beide Studiengänge erfolgreich abgeschlossen hatte, ging M. 1793 an die Leipziger Universität, wo er zur Vervollkommnung seiner Bildung philosophische und naturwissenschaftliche Vorlesungen besuchte. In dieser Stadt verfolgte er auch literarische Interessen: 1794 erschien sein Roman `Kallias', und darüber hinaus verfaßte er eine Reihe von Beiträgen für Zeitschriften wie Wielands `Neuen Teutschen Merkur'. Auch während der Stationen seiner zunächst erfolgreichen juristischen Karriere - M. war ab 1794 zunächst am Reichskammergericht in Wetzlar tätig, wo er 1795 Maria Magdalena Franziska von Zwackh heiratete, später fungierte er als Salm-Kyrburger Kammerdirektor und als pfalzbayerischer Appellationsgerichtsrat in Mannheim - führte er diese Nebenbeschäftigung fort und schrieb u.a. einige dramatische Stücke und das biblische Epos `Tobias' (1800). Nachdem durch die Revolutionskriege und den Frieden von Lunéville (1801) bedingte territoriale Veränderungen seine berufliche Laufbahn zum Stillstand gebracht hatten, kehrte M. nach Frankfurt zurück und leitete während der Jahre 1803 und 1804 das dortige Theater. Allerdings konnte er seine hochgesteckten Ziele - die Umwandlung der bislang primär auf Unterhaltung ausgerichteten Bühne in eine moralische Anstalt und die damit verbundene Verbesserung des Publikumsgeschmacks - letztlich nicht erreichen. M.s juristische und organisatorische Qualifikationen brachten ihm 1807 die Berufung zum Stadtgerichtsrat ein. Diesmal war seine Karriere von Dauer. Sein Aufstieg im komplexen Verwaltungssystem der Stadt umfaßte die Stationen Senator (1816), Schöffe und Syndikus (1821), Älterer Bürgermeister (1825, 1839, 1843), Präsident des Appellations- und Kriminalgerichts (1837) und Vertreter der vier Freien Städte im deutschen Bundestag (1837). Im Senat galt er als Vertreter der sogenannten `Pietistengruppe', die sich durch eine äußerst konservative Politikauffassung auszeichnete. Im Falle M.s läßt sich dies z.B. an seiner Opposition gegen das Bürgerrecht für die Frankfurter Juden ablesen. - Wiederholte spirituelle Krisen, verstärkt durch das vorläufige Ende seiner Laufbahn als Jurist um 1801, hatten bei M. eine Art religiöser Wende eingeleitet. Er kehrte sich dem lutherischen Glauben seiner Jugend erneut zu und brachte nun großes Interesse für den theologischen Gehalt der Bibel auf, die ihm noch für `Tobias' lediglich als Quellenmaterial gedient hatte. Ab 1806/07 erlernte er das Hebräische und das Aramäische und betrieb gleichzeitig intensive exegetische Studien. Sein Ziel war eine Neuübersetzung der Bibel auf der Basis der von sprachlichen Ungenauigkeiten gereinigten Version Luthers. Eine Kommentierung sollte dazu dienen, die Heilige Schrift unter Beibehaltung der historisch-kritischen Errungenschaften des vergangenen Jahrhunderts zu revitalisieren. M. wollte damit in erster Linie gegen das Religionsverständnis der Neologen vorgehen, die seiner Meinung nach die allumfassende Botschaft Christi unzulässig auf einen bloß rationalistischen Kern reduzierten. Früchte dieser Arbeit waren zunächst der `Lichtbote' (1806), eine Sammlung von Einzelheften mit christologischem Schwerpunkt, dann die `Bibeldeutungen' (1812) und eine `Geschichte des Volkes Israel' (1815). Übersetzungspraxis sammelte M. durch die Verdeutschung von Werken Ciceros und Xenophons. 1816 war er an der Gründung der Frankfurter Bibelgesellschaft beteiligt, deren Präsident er später werden sollte. Eine Hauptaufgabe dieser Gesellschaft bestand darin, die Verbreitung von M.s in Arbeit befindlicher Übersetzung zu fördern. 1819 schließlich erschien `Die Heilige Schrift in berichtigter Übersetzung'. Weitere, zum Teil ergänzte und veränderte Ausgaben folgten ab 1823. Aufgrund dieser Bibelübersetzung verlieh ihm die theologische Fakultät der Universität Erlangen die Doktorwürde. - Seine Hingabe an die Religion trieb M. bis in die Grenzbereiche von Theologie und Naturwissenschaft. Bereits ab 1803 hatten ihn theosophisches und hermetisches Denken angezogen. In der 1810 veröffentlichten Schrift `Hades' beschäftigte er sich mit Johann Heinrich Jung-Stillings `Theorie der Geisterkunde' und mit den Kontakten zur Geisterwelt, die Emanuel Swedenborg für sich beanspruchte. Nach der Arbeit an der Bibelübersetzung intensivierte sich M.s Auseinandersetzung mit kabbalistischen Systemen, eschatologischer Prophetie, Alchimie, Astrologie, Magnetismus und Somnambulismus. Ab 1818 verfaßte M. zahlreiche Aufsätze zur Interpretation der Bibel, die in seinen `Blättern für höhere Wahrheit' erschienen. Diese Beiträge lassen seinen theosophisch gefärbten Blickwinkel deutlich erkennen. Im Jahre 1827 wurde er Mitglied der Freimauerer. Neben Jung-Stilling spielten Franz von Baader, der Theosoph und Münchner Philosophieprofessor, und der Dichter und Arzt Justinus Kerner eine wichtige Rolle für M.s Werk. Mit beiden führte er einen umfangreichen Briefwechsel. Für Kerners Publikationen `Blätter von Prevorst' (benannt nach der durch Kerner bekannt gewordenen `Seherin von Prevorst', Friederike Hauffe) und `Magikon' verfaßte er ab 1832 zahllose Beiträge. Dabei ist festzuhalten, daß M. alle diese Phänomene innerhalb eines theologischen Bezugssystems als Hinweise auf die Richtigkeit des christlichen Glaubens interpretierte. Im Vordergrund seiner Interessen stand stets die Heilige Schrift, wie sich beispielsweise an seinem Buch `Schlüssel zur Offenbarung St. Johannis' (1833) und noch an seiner letzten Publikation, `Blicke in den Spiegel des prophetischen Worts' (1847), ablesen läßt. Am 28.1. 1849, einen Tag nach dem Tod seiner Frau, verstarb M. in Frankfurt.

Werke: Commentationis de deis ac deabus Graecorum et Romanorum Specimen, Frankfurt am Main 1790; - Commentatio de eo, quod interest inter tutelam et curam aetatis, Göttingen 1792; - Der Zauberdegen, in: Göttinger Musenalmanach, 1792, 89-117; - Über die Vorstellung der Diana von Ephesus, in: Bibliothek der alten Literatur und Kunst, 1793; - Der Hilden Schnee, in: Neuer Teutscher Merkur, 1793 (Jan.), 99-106; - Eine Abendfantasie, in: Neuer Teutscher Merkur, 1793 (Feb.), 220-224; - Das Thal der Ungetreuen, in: Neuer Teutscher Merkur, 1793 (Apr.), 425-440; - Kallias, Leipzig 1794 [dass. u.d.Tit. Kallias und Damon oder merkwürdige Schicksale zweier Liebenden, Leipzig 1804]; - Die Augenbrauen der Grazien, in: Leipziger Monatsschrift für Damen, 1794; - Gedanken über die sogenannten Vestalinnen unter den alten Kunstwerken, in: Neuer Teutscher Merkur, 1794 (Sep.), 86-97; - Platos Tod. Ein Fragment, in: Neuer Teutscher Merkur, 1795 (Jul.), 237-250; - Die Freunde Platos, in: Neuer Teutscher Merkur, 1795 (Sep.), 84-92; - Der Pilgrim, in: Neuer Teutscher Merkur, 1795 (Nov.), 297-300; - Die platonische Liebe. Drittes Fragment, in: Neuer Teutscher Merkur, 1795 (Dez.), 350-379; - Adonis. Eine Kantate, in: Neuer Teutscher Merkur, 1796 (Mär.), 93-97; - Kritische Erläuterung einer Stelle des Petronius, in: Neuer Teutscher Merkur, 1796 (Apr.), 387-402; - Über eine ergiebige Quelle mahlerischer Ideen, in: Neuer Teutscher Merkur, 1796 (Aug.), 388-400; - Die getröstete Venus. Eine Kantate, in: Neuer Teutscher Merkur, 1796 (Sep.), 61-67; - Orest. Fragment einer tragischen Operette dieses Nahmens, in: Neuer Teutscher Merkur, 1796 (Nov.), 235-249; - Beyträge zur Geschichte des Waffenstillstandes von 1797 und 1798, in: Neuer Teutscher Merkur, 1798 (Apr.), 390-435; - Epistel an Frau von La Roche, in: Neuer Teutscher Merkur, 1798 (Sep.), 11-17; - Der Kallenfels, in: Neuer Teutscher Merkur, 1799 (Feb.), 164f; - Tobias. Ein episches Gedicht in sieben Gesängen, Frankfurt am Main 1800 [dass. Kempten 1831]; - Laura. Blätter aus ihrem Tagebuch nebst anderen Papieren, Frankfurt am Main 1801; - Das neue Jahrhundert. Ein Vorspiel, [o.O.] 1801; - Dramatische Spiele, Frankfurt am Main 1802; - Popiel, König von Polen. Nach Andreas Gryphius, Frankfurt am Main 1803; - Preisschrift von den Unterschieden zwischen Tutel und Curatel. Unmündig und Minderjährig, nach Römischem und Deutschem Recht, Frankfurt am Main 1803; - Übersetzung und Anmerkungen, in: Cicero, Von der Natur der Götter, Frankfurt am Main 1806; - Der Lichtbote. Eine Monatsschrift. 12 Hefte in 2 Bänden, Frankfurt am Main 1806; - Übersetzung: Cicero, Von der Weissagung; Vom Schicksal, in: Sammlung der neuesten Übersetzungen der römischen Prosaiker, Frankfurt am Main 1807; - Hades. Ein Beitrag zur Theorie der Geisterkunde. Nebst Anhängen öffentlicher Verhandlungen über Swedenborg und Jung-Stilling. Ein Beyspiel des Ahnungsvermögens und einen Brief des jüngern Plinius enthaltend, Frankfurt am Main 1810; - Bibeldeutungen, Frankfurt am Main 1812; - Übersetzung und Anmerkungen zu Xenophon, Cyropädie, in: Sammlung der neuesten Übersetzungen der griechischen prosaischen Schriftsteller. 2. Teil, 4. Band, Frankfurt am Main 1813 [dass. 1823]; - Geschichte des Volkes Israel, in: F.Ch. Schlosser, Weltgeschichte in zusammenhängender Erzählung. Band 1, Frankfurt am Main 1815, 25-44; - Das Rechts- und Gemeinde-Verhältniß zur Judenschaft zu Frankfurt, geschichtlich und rechtlich dargestellt, Frankfurt am Main 1817; - Die Weissagungen und Verheißungen der Kirche Jesu Christi auf die letzten Zeiten der Heyden. Nach dem Werk des P. Lambert auszugsweise für Christen aller Confessionen bearbeitet und mit Zusätzen und Anmerkungen begleitet von Jaschem, sonst IMO genannt, Nürnberg 1818 [dass. 1842]; - Blätter für höhere Wahrheit. Aus Beyträgen von Gelehrten, älteren und neueren Handschriften und seltenen Büchern mit besonderer Rücksicht auf Magnetismus. 12 Sammlungen, Frankfurt am Main; Berlin; Kempten 1818-1832; - Vorrede und Anmerkungen in: J.G. Hamann, Golgatha und Scheblimini. Von einem Prediger in der Wüste. Neue verbesserte Ausgabe, Dresden 1819; - Die Heilige Schrift in berichtigter Übersetzung mit kurzen Anmerkungen, Frankfurt am Main 1819 [nur NT; dass. mit AT und NT Frankfurt am Main 1823; Halle 1842; Halle 1850; Frankfurt am Main 1855]; - Sendschreiben des Senators von Meyer zu Frankfurt am Main über sein Bibelwerk an den Professor Doktor Marheinecke zu Berlin, Frankfurt am Main 1820; - Sechs Stimmen über geheime Gesellschaften und Freimaurer, Leipzig 1824; - Die drei Johannisgrade, Leipzig 1825; - Die beyden Hauptschriften der Rosenkreuzer. Die Fama und die Konfession, Frankfurt am Main 1827; - Wahrnehmungen einer Seherin. Erster und zweiter Theil, Hamburg 1827-1828; - Rezensionen, in: Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik, 1827-1837; - Ein Urtheil über das Gottorpsche System, Frankfurt am Main 1828; - Das Buch Jezira, die älteste kabbalistische Urkunde der Hebräer. Nebst den 32 Wegen der Weisheit. Hebräisch und deutsch mit Einleitung und erläuternden Anmerkungen und einem punktierten Glossarium der Rabbinischen Väter, Leipzig 1830; - Kritische Kränze, Berlin 1830 [Sammlung von zuvor in den Heidelbergischen Jahrbüchern der Literatur erschienenen Rezensionen]; - Der Tempel Salomonis, Berlin 1831; - Rezensionen, in: Evangelische Kirchenzeitung, 1831; 1835; 1836; - Inbegriff der christlichen Glaubenslehre. Nebst der Geschichte des israelitischen Volkes und einem Überblick der christlichen Kirchengeschichte, Kempten 1832 [dass. 1847]; - Auszug und Beurtheilung eines ältern Buches über den Hades, in: Blätter aus Prevorst. 2. Sammlung, 1832, 122-192; - Fragmente über den Hades und verwandte Gegenstände; Ein Wort über Kaspar Hauser; Beyspiele des Wunderbaren aus dem Nachlaß eines glaubwürdigen Mannes, in: Blätter aus Prevorst. 3. Sammlung, 1832, 93-130; 164-168; 178-185; - Schlüssel zur Offenbarung St. Johannis, oder Übersetzung und Erklärung dieses heiligen Buches mit Rücksicht auf die neuern Weltbegebenheiten dargeboten durch einen Kreuzritter, Karlsruhe 1833; - Goethes Tod; Zur Geschichte Stigmatisirter; Rezension von J. Kerning, Schlüssel zur Geisterwelt, in: Blätter aus Prevorst. 4. Sammlung, 1833, 63-65; 152-153; 197-217; - Angebliche Monomanie; Nachtrag zu dem Aufsatz über Goethes Tod [...] und eine Antikritik; Über die Schrift `Wege der Unsterblichkeit' von J. Kenning; Thierische Antipathie oder anderes Gesicht; Von der Fürbitte für die Todten; Zugabe: Die Gemeinschaft der Leiden; Bilder aus dem Scheol; Distichen und der starke Geist, in: Blätter aus Prevorst. 5. Sammlung, 1834, 1-15; 16-24; 25-40; 91f.; 113-130; 172f.; 205f.; 208f; - Schuberts Geschichte der Seele; Die Jungfrau von Orleans; Fragen und Bitten an die Erzähler wunderbarer Gegebenheiten; Die Besessenen neuerer Zeit [Rezension des Werks von Körner]; Mittheilungen: 1. Geistererscheinungen. 2. Träume. 3. Vorgesichte. 4. Ein zweites Gesicht. 5. Ahnungen. 6. Todesanzeige. 7. Die weiße Frau im Schlosse zu Berlin; Das Albmädchen; Verwahrung gegen einen Aufsatz in der Christotherpe auf das Jahr 1834; Gedichte, in: Blätter aus Prevorst. 6. Sammlung, 1835, 21-36; 37-54; 55-71; 105-115; 127-136; 192-195; 196-200; - Swedenborg; Oberlin; Die Nonne von Dülmen; Weitere Berathung über die Nonne von Dülmen; Wohnen die Seligen auf den Sternen?; Die Kabala; Stehen wir im Verkehr mit der Geisterwelt?; Von der Fürbitte für die Todten. Zweyter Aufsatz, in: Blätter aus Prevorst. 7. Sammlung, 1835, 1-35; 36-42; 54-72; 73-100; 122- 134; 151-159; 160-171; 172-196; - Prosodisches Hilfsbuch, oder von dem Silbenmaß, den Versarten, dem Reim und der Deklamation im Teutschen, Kempten 1836; - Hesperiden. Poetische und Prosaische Schriften, auch geistliche Lieder. Erste und zweite Sammlung, Kempten 1836-1837; - Das System der unsichtbaren Welt; Die entvölkerte Geisterwelt; Die kleine Kraft; Bemerkungen über den einfältigen Glauben; Über ein Wort des Paracelsus; Wie man den Wald vor Bäumen nicht sieht und über Nikolais Phantasmen; Die drei heiligen Messen; Aktenmäßige Spukgeschichte; Die Giftmischerin; Der Kirchendieb; Die weiße Frau; Der gespenstische Hund; Sonderbarer Seelenzustand; Fürbitte der Todten für die Sterbenden; Nachträgliche Sprachbemerkung über den Hades der Kalmuken; Ärztlicher Traum; Traumerfüllung; Der Graf von Modena, in: Blätter aus Prevorst. 8. Sammlung, 1837, 1-30; 31-37; 38-46; 47-49; 50-54; 55-66; 144-152; 157-166; 167-173; 174-181; 181-185; 186-195; 195f.; 200-215; 216-218; 218-220; 221; 222-226; - Sendschreiben Herrn Fr. v. Meyers an Dr. Kerner über dessen Schrift `Eine Erscheinung'; Der Geisterseher Fournié, nebst seinem Urtheil über den Magnetismus, über Swedenborg und Andere; Glosse; Über die Relationen der sinnlichen und übersinnlichen Welt; Oberlin. Zweyter Aufsatz; Mittheilung aus der Rheingegend; Auch ein Besuch nach dem Tode, und zwar ein verabredeter; Mittheilung aus England; Doppelseyn; Oberst Townsend; Die Nebel der Geisterwelt und die Lügen der Dämonen, in: Blätter aus Prevorst. 9. Sammlung, 1837, 32-39; 53-78; 79f.; 92-103; 109-120; 134-138; 138-140; 140-150; 150-176; 208f.; 210-215; - Dr. Passavants neubearbeitete Untersuchungen über den Lebensmagnetismus und das Hellsehen; Der Apoldanismus; Merkwürdiges Schlafleben aus Abercrombies Inquiries concerning the intellectual powers; Welbys Sammlung und Erzählungen aus dem Gebiete der Seelenkunde und des Geisterreichs; Träume; Ein Traum Friedrichs II. von Preußen; Gassner und Marie-Antoinette, in: Blätter aus Prevorst, 10. Sammlung, 1838, 33-46; 47-51; 65-73; 74-94; 171-173; 174f.; 203f; - Die Heiligung und der Hades; Mittheilungen aus England; Die Mühle; Ergänzender Bericht über die Visionen des Bauers Martin; Neuester Spuk zu Paris; Historie wie ein Engel ein Kind behütet habe (aus Dr. Martin Luthers Tischreden); Der Traum Friedrichs II., König von Preußen; Erinnerung über das Wort Geist; Sprachbemerkung über die Wörter Dämon, Dämonion, dämonisch; Meine Reise nach Weinsberg; Über einige neuere magnetische und pneumatologische Schriften; Die Palingenesie; Retzels Meinung von den Besessenen; Gedichte: Warnung, Das Leben, Die Vergänglichen, in: Blätter aus Prevorst, 11. Sammlung, 1838, 1-10; 28-41; 42-49; 69-76; 76-79; 120-122; 136-138; 139-141; 141f.; 176-184; 192-212; 216-220; 220-230; 230-234; - Die jüdische Seherin; Die Hellsehenden des Herrn Jobard; Träume und Ahnungen; Das Alpdrücken; Erscheinungen und Spukereien; Der Bettler; Ekstasis; Feuererscheinungen; Merkwürdige Sympathie eines Hundes; Der behehrte Missetäter im Canton Bern; Von der Besessenheit durch Menschenseelen; Hany Istók, der Wassermann; Bestätigung, in: Blätter aus Prevorst. 12. Sammlung, 1839, 1-15; 16-30; 78-84; 117-131; 131-141; 141-148; 164f.; 169-173; 177; 189-193; 204-206; 222-230; 234; - Zur Ägyptologie, Frankfurt am Main 1840; - J. Arnd [ed. Meyer], Sechs Bücher vom wahren Christenthum, Frankfurt am Main 1840; - Christologisches, Kosmologisches und Pneumatologisches; Die antimagische Wissenschaft; Über H. Prof. Fischers zu Basel Kunst von Geisterglauben zu erlösen; Berichte aus England; Die Kabala [Rezension des Buches von Molitor], in: Magikon. Band 1, 1840, 12-29; 29-32; 33-52; 59-88; 137-144; - Eine Ekstasis und ein Traum; Taubstumme durch Magnetismus geheilt; Zur Eschatologie; Geistergeschichte von Dublin; Kürzere Mittheilungen aus dem Gebiet des innern Schauens; Ähnliche Unruhe eines Geistes wegen eines unerfüllten Versprechens; Geister-Gesänge; Inspirirte Predigt; Die Thierseelenkunde; Der Hausgeist; Neue Schriften aus dem Gebiet des innern Lebens [Rezension von H. Werner, Die Symbolik der Sprache, 1841]; Die Sehergaben von einer Seherin; Die entschleierte Zukunft, Gedanken, Blicke jenseits des Grabes [Rezension des Werkes von Lachenal, 1841]; Fragmente aus dem Nachlaß eines Forschers, in: Magikon. Band 2, 1842, 85-87; 88f.; 153-162; 199-209; 222-265; 226-228; 242-244; 253-255; 269-274; 380; 424-426; 427-429; 479-489; - Der Kritikus; Die Osterpredigt, in: Volksblatt für Stadt und Land, 1844 (Nr. 28), 227-229; 229-232; - Votum, in: Volksblatt für Stadt und Land, 1845 (Nr. 28), 260-262; - Was wollen die Juden?; Der Kritikus, In: Volksblatt für Stadt und Land, 1845 (Nr. 40), 400-403; 403f; - Was ist Aberglaube; Verstockung und Erleuchtung; Zwey Träume; Ein neues Buch von der Magie; Zur Berichtigung der Urtheile über die Seherin Lenormand; Lehren eines Engels; Von der Ekstase; Des Erzbischofs Malachias Weissagung von den Päbsten seit 1143; Der englische Beistand; Jungfrau Wippermann, in: Magikon. Band 3, 1846, 46-48; 250-255; 257-261; 345-350; 381-383; 473-475; 487-492; 550f.; 585-590; - Der Kritikus; Der Fortschritt [in Beilage], in: Volksblatt für Stadt und Land, 1846 (Nr. 32), 444ff.; 453-456; - Blicke in den Spiegel des prophetischen Wortes. Von einem Prediger in der Wüste, Frankfurt am Main 1847; - Glucks Urtheil über die Gespenster; Eine Erscheinung; Die weiße Frau zu Berlin; Ein Gelehrter stirbt vor der Erscheinung eines andern; Erscheinungen auf dem Landgut zu L.; Der Todtenprediger; Das Gerippe; Seliger Vorbote; Der englische Beistand; Voraussagender Traum; Der träumende Metaphysiker; Friedrich von Meyer [von G. v. Meyer]; Zusatz zu dem Artikel `Die Wahrsagerin' im vorigen Heft; Der neue Nostradamus; Die Weissagung Mechthildens; Einiges aus Lavaters Aussichten in die Ewigkeit, in: Magikon. Band 4, 1850, 60-62; 82; 88-90; 90f.; 92f.; 93f.; 94f.; 119f.; 121f.; 124; 127-134; 256-278; 355f.; 356-358; 358-360; 365-372; - Blätter für höhere Wahrheit. Auswahl in zwei Bänden, Stuttgart 1853.

Nachlaß: Bonn (Universitätsbibliothek); - Colmar (Privatarchiv M.J. Bopp); - Erlangen (Theologische Fakultät); - Frankfurt am Main (Freies Deutsches Hochstift; Stadt- und Universitätsbibliothek; Stadtarchiv; Fonds Erwin Kleinstück); - Heidelberg (Universitätsbibliothek); - Marbach am Neckar (Deutsches Literaturarchiv, Schiller-Nationalmuseum); - Marburg (Universitätsbibliothek); - München (Bayerische Staatsbibliothek); - Nürnberg (Germanisches Nationalmuseum); - Trier (Stadtbibliothek/Stadtarchiv); - Weimar (Goethe- und Schillerarchiv).

Lit.: L. Börne, Briefe aus Frankfurt 1820-1821, Frankfurt am Main 1986; - T.A. Rixner, Handbuch der Geschichte der Philosophie, Sulzbach 1822 [dass. 1829]; - C.T. Perthes, Friedrich Perthes Leben. Zweiter Band, Hamburg; Gotha 1855, 123f; - Neuer Nekrolog der Deutschen, 1849; - [G.v. Meyer], Biographische Einleitung, in: J.F.v.M., Blätter für höhere Wahrheit. Auswahl in zwei Bänden, Stuttgart 1853; - G.E. Steitz, J.F.v.M., in: E. Heyden, Gallerie berühmter und merkwürdiger Frankfurter, Frankfurt am Main 1861; - J. Hamberger, J.F.v.M., in: Allgemeine Deutsche Biographie. Band 21, Leipzig 1885, 597-599; - K. Goedecke, Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung V, Dresden 1893, 448; - K. Goedecke, Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung VII, Dresden 1900, 244; - G.E. Steitz, J.F.v.M., in: Realenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche. Band 13, Leipzig 1903, 42-44; - H. Dalton, Lebenserinnerungen, Berlin 1906; - G.E. Steitz, J.F.v.M., in: The New Schaff-Herzog Encyclopedia of Religious Knowledge, New York; London 1910, 360f; - A. Kloss, Die Heidelbergischen Jahrbücher der Literatur in den Jahren 1808-1816, in: A. Köster (ed.), Probefahrten, Leipzig 1916, 136; - H. Dechent, Kirchengeschichte von Frankfurt am Main seit der Reformation. Band 2, 1921, 319-324; - S. Schrenk, Der Frankfurter Bürgermeister und Bibelübersetzer [1928], in: Ch. Führ; J. Telschow (eds.), Die evangelische Kirche von Frankfurt am Main in Geschichte und Gegenwart, 1980 (2. Auflage), 223-229; - Briefe Jung-Stillings an J.F.v.M., in: Siegerland 15, 1933, 46-55; - F.W. Kantzenbach, Die Anfänge der ökumenischen Bewegung im Frankfurt der Romantik, in: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte 7, 1955, 304-322; - E. Kleinstück, Johann Friedrich Böhmer, Frankfurt am Main 1959, 159-180; - 150 Jahre nach M., in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4.1.1966; - E. Kleinstück, 150 Jahre Frankfurter Bibelgeschichte (1966), in: Ch. Führ; J. Telschow (eds.), Die evangelische Kirche von Frankfurt am Main in Geschichte und Gegenwart, 1980 (2. Auflage), 210-218; - B. Frank, Die erste Frankfurter Theater AG (1792-1842) in ihrer Entwicklung von der `Nationalbühne' zur `Frankfurter Volksbühne'. Ein Beitrag zur Erforschung von Schauspielstil und -regie des 19. Jahrhunderts, Frankfurt am Main 1967; - H. Schelle, Der junge J.F.v.M. im Briefwechsel mit Wieland (1792-1797), in: Jahrbuch der Deutschen Schiller-Gesellschaft 15, 1971, 36-107; - H. Fröschle, Ein Dokument der Spätromantik. Der Briefwechsel zwischen Justinus Kerner und J.F.v.M., in: Jahrbuch des Wiener Goethe-Vereins 80, 1976, 75-88; - I. Bigler, J.F.v.M., in: Deutsches Literatur-Lexikon (3. Auflage). Band 10, Bern 1986, 981f; - J. Fabry, J.F.v.M. et Louis-Claude de Saint-Martin, in: Les cahiers de Saint-Martin IV, Nizza 1983, 29ff; - A. Faivre, Feu et Lumière chez J.F.v.M. (1772-1849), C.B.C.S. de Francfort, in: Travaux de la loge nationale de recherches Villard de Honnecourt 7, Paris 1983, 97-126; - J. Fabry, Le théosophe de Francfort J.F.v.M. et l'ésotérisme en Allemagne au XIXe siècle, 2 Bände, Bern; New York 1989; - A. Meier, J.F.v.M., in: Killys Literaturlexikon. Band 8, Gütersloh; München 1990, 140f; - D. Trautwein, J.F.v.M., in: Gottes Wort reichlich unter uns. 175 Jahre Frankfurter Bibelgesellschaft 1816-1991, Frankfurt am Main 1991, 14-30; 49-56; - H.C. Stoodt, J.F.v.M., in: Gottes Wort reichlich unter uns. 175 Jahre Frankfurter Bibelgesellschaft 1816-1991, Frankfurt am Main, 146-152; - T. Bleicher, Rezension von J. Fabry, in: Germanistik 33, 1992, 940; - W. Schottroff, J.F.v.M., in: Neue Deutsche Biographie, Berlin 1994, 290-292.

Stefan Lindinger

Letzte Änderung: 18.05.2000