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Stauffenberg: Cruise soll Finger von meinem Vater lassen

AFP - Freitag, 22. Juni, 13:18 Uhr

München (AFP) - Der älteste Sohn des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg hat US-Filmstar Tom Cruise aufgefordert, auf die Darstellung des Widerstandkämpfers in einem Film zu verzichten. "Er soll seine Finger von meinem Vater lassen", sagte Berthold Schenk Graf von Stauffenberg der "Süddeutschen Zeitung". Cruise solle "einen Berg besteigen oder in der Karibik surfen gehen. Es ist mir wurscht, solange er sich da raushält." Der 72-jährige ehemalige Generalmajor der Bundeswehr kritisiert vor allem die Mitgliedschaft des Hollywoodstars bei Scientology, die ihm "unsympathisch" sei.

Vor Gericht wolle er wegen der geplanten Besetzung aber nicht ziehen. Von Stauffenberg sagte der "SZ" weiter, dass er auch insgesamt nur schlechte Erwartungen an den Film habe. "Da kommt sicher nur Mist raus". Schon frühere Verfilmungen des Attentats vom 20. Juli 1944 seien nach dem Motto "Drama kommt immer vor Fakten" gedreht worden. "Das einzig Gute ist, dass solche Filme bei manchen Menschen die tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema bewirken können." Auch seine Mutter habe sich schon an den Verfilmungen über die Geschichte ihres Mannes geärgert.

Das geplante Ehrenmal für Soldaten begrüßte von Stauffenberg dagegen ausdrücklich. "Der Bendlerblock ist dafür der richtige Ort. Vor dem Reichstag wird so etwas eh nur mit Graffiti beschmiert."

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