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Rede des Bundesministers der Verteidigung, Dr. Franz Josef Jung, anlässlich der Trauerfeierfür die am 19. Mai 2007 in Kunduz getöteten Soldaten der Bundeswehr am 23. Mai 2007 in Köln-Wahn

Köln-Wahn, 23.05.2007.
Rede des Ministers, Dr. Franz Josef Jung, anlässlich der Trauerfeierfür die am 19. Mai 2007 in Kunduz getöteten Soldaten der Bundeswehr

Es gilt das gesprochene Wort

Liebe Angehörige, werte Trauergemeinde!

I.
Wir sind hier in Köln zusammen gekommen, um zu trauern und um Abschied zu nehmen. Abschied von drei Kameraden, die am Samstag auf heimtückische Weise aus dem Leben gerissen worden sind.
Wir verneigen uns vor den Toten: Hauptmann d. R. Matthias Standfuß, Oberfeldwebel d. R. Michael Diebel und Oberfeldwebel d. R. Michael Neumann.

Alle drei waren als Reservisten in Afghanistan eingesetzt. Sie wurden zum Opfer eines grausamen Selbstmordanschlages auf dem Markt im Stadtzentrum in Kunduz. Sie sind ums
Leben gekommen, weil sie sich aktiv für eine bessere und friedlichere Zukunft Afghanistans eingesetzt und damit zur Sicherheit unseres eigenen Landes beigetragen haben.

Wir sind bestürzt und betroffen über den feigen, hinterhältigen Anschlag.
Wir trauern mit Ihnen, den Familien und Angehörigen. Sie haben ihren Mann und ihren Partner, Sie haben ihren Sohn und ihren Vater und ihren Enkel verloren. Worte vermögen da nur unzureichend Trost zu spenden. Unsere Gedanken und Gebete sind bei Ihnen, den nächsten Angehörigen.
Wir denken aber auch in dieser Stunde an die zum Teil schwer verletzten Soldaten und wünschen von Herzen, dass es ihnen bald wieder besser geht.
Auch gelten unsere Gedanken den afghanischen Zivilisten, die im Anschlag ihr Leben verloren haben und denjenigen, die dort ebenfalls schwer verletzt worden sind.
Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Wir unterstützen die afghanischen Behörden dabei entschlossen und umfassend, um die Drahtzieher des Mordanschlages zu finden und zur Verantwortung zu ziehen.

II.
Die Bundeswehr leistet in Afghanistan einen wichtigen Beitrag für Sicherheit und Frieden im Auftrag der internationalen Staatengemeinschaft und sie leistet damit auch einen Beitrag zur Sicherheit unseres eigenen Landes. Unsere Soldaten haben in Afghanistan bei den Menschen ein hohes Ansehen und sie haben unsere rückhaltlose Unterstützung und unsere Dankbarkeit für ihren schwierigen Dienst verdient.
Die Art und Weise, wie unsere Soldaten in Afghanistan auftreten und wie sie den Kontakt zur einheimischen Bevölkerung suchen, schafft Vertrauen; aber - und wir haben dies bitter erfahren müssen - der Einsatz ist mit Gefahr für Leib und Leben verbunden.

III.
Matthias Standfuß, vom Bundesamt für Wehrverwaltung in Bonn, Michael Diebel, vom Bundeswehrdienstleistungszentrum beim Materialdepot in Darmstadt und Michael Neumann, vom Marinearsenal in Kiel, sie alle stehen für unseren Einsatz und sie haben durch ihren Dienst zum Frieden in der Welt beigetragen. Sie haben dafür durch diesen hinterhältigen Anschlag ihr Leben lassen müssen, aber sie haben es für die Sicherheit und eine friedliche Entwicklung des afghanischen Volkes und für unsere Sicherheit gegeben.

Die Bundeswehr trauert um diese Kameraden.
Ich wünsche Ihnen, den nächsten Angehörigen und Freunden, dass Sie Kraft und Stärke finden und dass Sie Menschen um sich haben, auf die Sie sich stützen können in diesen schweren Stunden und um diesen Schicksalsschlag bewältigen zu können.
Ich verneige mich in Dankbarkeit und Anerkennung vor den getöteten Soldaten.
Ruhen sie in Frieden.

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Stand vom: 24.05.2007