Lieder bis 1203 (Walther von der Vogelweide)

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Autoren: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z - | - Werke: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



Walther von der Vogelweide (1170 - 1230)


Lieder der Jahre 1198 bis 1203


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Muget ir schouwen waz dem meien (51,13)
Wil aber iemen wesen frô (42,31)
Uns hât der winter geschadet über al (39,1)
Nû singe ich als ich ê sanc (117,29)
Ich bin nû sô rehte frô (118,24)
Müeste ich noch geleben, daz ich die rôsen (112,3)
Der rîfe tet den kleinen vogellîn wê (114,23)

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I
L 51,13
Muget ir schouwen waz dem meien
wunders ist beschert?
seht an pfaffen, seht an leien,
wie daz allez vert.
5
grôz ist sîn gewalt:
ine weiz obe er zouber künne;
swar er vert in sîner wünne,
dân ist niemen alt.


II
L 51,21
Uns wil schiere wol gelingen.
wir suln sîn gemeit,
tanze, lache unde singe,
âne dörperheit.
5
wê wer wære unfrô?
sît die vogele alsô schône
singent in ir besten dône,
tuon wir ouch alsô!


III
L 51,29
Wol dir, meie, wie dû scheidest
allez âne haz!
wie dû walt und ouwe kleidest,
und die heide baz!
5
diu hât varwe mê.
«dû bist kurzer, ich bin langer»,
alsô strîtents ûf dem anger,
bluomen unde klê.


IV
L 51,37
Rôter munt, wie dû dich swachest!
lâ dîn lachen sîn.
scham dich daz dû mich an lachest
nâch dem schaden mîn.
5
ist daz wol getân?
owê sô verlorner stunde,
sol von minneclîchem munde
solch unminne ergân!


V
L 52,7
Daz mich, frouwe, an fröiden irret,
daz ist iuwer lîp.
an iu einer ez mir wirret,
ungenædic wîp.
5
wâ nemt ir den muot?
ir sît doch genâden rîche:
tuot ir mir ungnædeclîche,
sô sît ir niht guot.


VI
L 52,15
Scheidet, frouwe, mich von sorgen,
liebet mir die zît:
oder ich muoz an fröiden borgen.
daz ir sælic sît!
5
muget ir umbe sehen?
sich fröit al diu welt gemeine:
möhte mir von iu ein kleine
fröidelîn geschehen!


-


I
L 39,1
«Uns hât der winter geschadet über al:
heide unde walt sint beide nû val,
dâ manic stimme vil suoze inne hal.
sæhe ich die megede an der strâze den bal
5
werfen, sô kæme uns der vogele schal.


II
L 39,6
Möhte ich verslâfen des winters zît,
wache ich die wîle, sô hân ich sîn nît,
daz sîn gewalt ist sô breit und sô wît.
weiz got, er lât ouch dem meien den strît,
5
sô lise ich bluomen dâ rife nû lît.


-


I
L 114,23
«Der rîfe tet den kleinen vogellîn wê,
daz si niht ensungen.
nû hœre ichs aber wünneclîch als ê,
nû ist diu heide entsprungen.
5
dâ sach ich bluomen strîten wider den klê,
weder ir lenger wære.
mîner frouwen seit ich disiu mære.


II
L 114,30
Uns hât der winter kalt und ander nôt
vil getân ze leide.
ich wânde, daz ich iemer bluomen rôt
gesæhe an grüener heide.
5
jâ schadet guoten liuten, wære ich tôt,
die nâch fröiden ringen
und die gerne tanzen unde singen.


III
L 114,37
Versûmde ich disen wünneclîchen tac,
sô wær ich verwâzen,
und wære mir ein angeslîcher slac.
dennoch müese ich lâzen
5
al mîne fröide, der ich wîlent pflac.
got gesegen iuch alle,
wünschet noch, daz mir ein heil gevalle!




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