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Bern - die Hauptstadt mit Charme

Altes Schlachthaus

Altes Schlachthaus, früher Schindthaus

Rathausgasse 22. 1768/69 entsteht als Ersatz für das Schindthaus aus dem 15. Jh. das heute noch bestehende Gebäude.

Lit.: KDM. 6

Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern von Berchtold Weber (1976)



  • Altes Schlachthaus
  • Metzgerei
  • Schlachthaus Theater Bern
  • Bilder
  • Karte



    Altes Schlachthaus

    Bereits im 15. Jahrhundert befand sich ein schmales Schlachthaus, das sog. «Schinthaus», dort, wo sich heute das Schlachthaus Theater befindet. 300 Jahre später, im 18. Jahrhundert, genügte die Einrichtung den Anforderungen der Zeit nicht mehr und der bernische Rat beschloss einen Neubau, der durch die die Architekten Niklaus Hebler und Ludwig Emanuel Zehender entworfen wurde. 1768/69 wurde das eingeschossige und heute noch bestehende Gebäude mit Mansartdach als Berner Schlachthaus gebaut. In der Mitte des plattenbelegten Bodens floss damals ein kleines, vom Stadtbach abgeleitetes Bächlein zur Erhaltung der Sauberkeit. Bereits 1764 war das östlich angrenzende Nachbarhaus von der Stadt erworben und zur Erweiterung der Anlage einbezogen worden. Der alte Keller, der später als Stadtgalerie genutzt werden sollte, wurde beibehalten.

    Ungefähr gleichzeitig mit dem erwähnten Neubau wurde gegenüber vom Schlachthaus die Fleischschaal gebaut: Entstanden ist ein ebenfalls eingeschossiger, offener, von der Kramgasse bis zur Metzgergasse durchgehender Bau. Die Schaalen, Fleisch- und Brotschaal, waren öffentliche Bauten, in denen Berner Metzger und Bäcker an festen Verkaufsständen ihre Waren feilboten. Fleischschaal und Schlachthaus prägten den Charakter der Gasse, die den Namen «Metzgergasse» erhielt. Erst 1971 wurde ihr der vornehmere Namen «Rathausgasse» verliehen.

    1798 wurde aus Platzgründen ein zweites Schlachthaus an der Schütte gebaut. Dieses wurde 1875 in die Engehalde verlegt. 1914 wurden die für das Schlachten von Tieren eingerichteten Gebäude von Bern zusammengelegt und als Schlachthof an die Stauffacherstrasse gezügelt. Die Fleischschaal wurde 1938 abgebrochen; an ihrer Stelle wurde das Konservatorium gebaut.

    Seit 1914 wird das Berner Schlachthaus nicht mehr seinem ursprünglichen Zweck entsprechend genutzt. Seither dienten die Räumlichkeiten als Feuerwehrmagazin, Requisitenraum des Stadttheaters und als Lagerraum für die Stadtbetriebe. Nebst den dringlichsten Unterhaltsarbeiten wurde 1945 eine umfassende Fassadenrenovation vorgenommen, 1970 musste das Dach saniert werden.

    Das Nachbarhaus Rathausgasse 20, das heute als Bühneneingang mit Künstlergarderoben und Verwaltungsräumlichkeiten dient, wurde 1554 erbaut und 1840 mit dem klassizistischen Treppenhaus und dem Hinterhaus gegen die Halde erweitert. 1930 kaufte die Stadt das Gebäude.

    Am 25. Juni 1981 beschloss der Stadtrat von Bern, das Alte Schlachthaus für kulturelle Zwecke zu renovieren. Von Ende 1982 bis zum 30. Juni 1984 war das Stadttheater Bern während der Renovationsphase Dauermieter, bevor vom 1. Juli 1984 bis zum 1. November 1997 das «Alte Schlachthaus» für kulturelle und andere Veranstaltungen gemietet werden konnte.

    Dank dem Engagement der freien Berner Theaterszene wurde aus dem Vermietbetrieb ein unter künstlerisch-administrativer Leitung stehendes Theater, das seit 1997 von einem Verein geführt und als Gastspielbetreib für die freie Theaterszene genutzt wird. Der Spielbetrieb begann am 1.1.1998 und wird primär durch die in einem jeweils auf mehere Jahre befristeten Leistungsvertrag festgeschriebenen Subventionen der Stadt Bern ermöglicht. Nähere Angaben dazu finden sich im Leitbild und in den Richtlinien.

    Schlachthaus Theater Bern
    Rathausgasse 20 3011 Bern




    Metzgerei

    Die Metzgerei umfasst Schlachtung und Fleischverarbeitung, die meist auf versch. Betriebe aufgeteilt ist. Als Bindeglied zwischen Fleischproduzenten und Abnehmern steht der Viehhandel . Die Schlachtung der Tiere erfolgt in zentralen oder städtische Schlachthöfen, während Metzgereifachgeschäfte, Grossmetzgereien und Grossverteiler auf die Verarbeitung, Lagerung und den Verkauf des Fleisches spezialisiert sind.

    Bis ins 19. Jh. war Fleischversorgung auf dem Land weitgehend Selbstversorgung: Kundenmetzger schlachteten gegen Entgelt die Tiere - v.a. Schweine - von Bauern, Handwerkern und Taglöhnern. Sie zerlegten das Fleisch für Rauchfang und Salzlake und verarbeiteten es zu Würsten. Der Verzehr von Frischfleisch war wegen fehlender Kühlmöglichkeiten auf die Schlachtzeit, die "Metzgete" im November, beschränkt. Von der Störmetzgerei unterschied sich die eigentl. Metzgerei Diese hatte ihren Ursprung in der ma. Grundherrschaft, war auf Bevölkerungszentren beschränkt und gehörte bis ins 19. Jh. zu den Ehaften . Während der ländl. Kundenmetzger ohne geregelte Ausbildung, Konzession und Aufsicht arbeitete, waren die Metzger - allerdings nur in den Deutschschweizer Städten - ab dem SpätMA in Zünften organisiert und daher wie andere Vertreter des Handwerks zünftischer Norm unterworfen. Als Lebensmittelproduzentin unterstand die Metzgerei in der Stadt der Aufsicht des Rats, auf dem Land derjenigen des Grundherrn.

    Die städtische Metzgerei (Metzg, Fleischschal, Fleischlaube) lag mit den Verkaufsstellen (Fleischbänken) und dem Schlachtplatz zur Entsorgung der Schlachtabfälle an fliessenden Gewässern oder wurde später an solche verlegt, z.B. in Luzern im 15. Jh. vom Weinmarkt an die Reuss, in Genf im 16. Jh. vom Grand-Mézel an die Rhone. Die Bänke waren Eigentum des Grundherrn oder der Stadt und den Metzgern gegen Zins verliehen. Aufgrund begrenzter Bankzahlen war mit der Metzgerei ein Schlacht- und Verkaufsmonopol verbunden. Dieses wurde allerdings durchbrochen, z.B. durch sog. Freibänke für Landmetzger in Zeiten der Teuerung und durch das Vorrecht der Stadtbürger, eigene Tiere von Störmetzgern schlachten zu lassen.

    In Genf waren den Bürgern Bänke zum Verkauf des eigenen Schlachtguts, v.a. von Schweinen, Geflügel und Wild, vorbehalten. Mit dem Monopol verband sich ein öffentlicher Auftrag: Der Fleischmarkt musste laut städtische Ordnung ganzjährig mit Frischfleisch vom Rind (Hausrind), Kalb und Schaf, im Frühling vom Zicklein (Ziege) und Lamm versorgt sein. Wegen schlechter Lagerungsmöglichkeiten herrschte strikte Kontrolle durch städtische Fleischbeschauer, die als Schätzer zudem den Verkaufspreis in der vom Rat bewilligten Spanne festsetzten, bei Mängeln büssten und konfiszierten. Hygienevorschriften betrafen u.a. finniges Fleisch sowie die Entsorgung von Blut und Feten.

    Ursprünglich wurden geschlachtete Tiere nur am Stück (Hälfte, Viertel), erst ab dem 15. Jh. gegen Widerstände der Metzger nach Gewicht verkauft. Trotz Verbots gaben diese den Kunden zuweilen minderwertiges Fleisch wie Innereien, Kopf und Fuss zum teuren Preis ins Gewicht. Die Kunden zogen Schweine- dem Rind- und Hammelfleisch, fettes dem mageren vor.

    weiter...(HLS)


    Altes Schlachthaus Bern; Seite Rathausgasse - Photo: Bruno Leuenberger

    Altes Schlachthaus Bern; mit Metzgergässlein und Brunngasse im Hintergrund - Photo: Bruno Leuenberger
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