Der Meteorit von Ramsdorf
Der Ramsdorfer  Meteorit fiel vor einigen Jahren wenige Kilometer von meinem Heimatort zu Boden.  Als ich davon hörte , wurde mein Interesse an die himmlischen Steine geweckt. Kurze Zeit später hatte ich ein Anschauungsstück des Meteoriten zu Hause, daß ich unter dem Mikroskop betrachtete und fotographierte.  Die Geschichte dieses Steins, der vor etwa 4,5 Mrd Jahren mit unseren Planeten gemeinsam im Sonnensystem entstand ,möchte ich kurz beleuchten,zumindest die Geschichte des Absturzes. Am 26. Juli 1958 wurde das Städtchen Ramsdorf bei Borken Schauplatz eines wissenschaftlichen Ereignisses. An jenem schönen Sommerabend gegen 18:30 vernahmen spielende Kinder ein aus der Luft kommendes, knatterndes Geräusch,das plötzlich verstummte.Wißbegierig , wie Kinder nun mal sind, machten sie sich auf die Suche nach der Herkunft des Knatterns und entdecken in einem anliegenden Gartengrundstück ein etwa 40 cm tiefes Loch.  Dampf stieg aus dem Krater und die Kinder beschlossen die Bergungsaktion auf den nächsten Tag zu verlegen, aus Angst der "Sputnik" könnte explodieren. Dies alles geschah unter strenger Geheimhaltung. Morgens darauf bargen die Kinder dann einen etwa 5 kg schweren Steinbrocken ,den sie richtig als Sternschnuppe bezeichneten. Mit dem Spaten zerschlugen sie den Stein und teilten ihn unter sich auf. Eines der Kinder war die Tochter des Arztes Dr. Meisohle aus Ramsdorf, der sich der Sache annahm und die Fragmente des Meteoriten zusammensuchte. Diese wurden dann in verschiedenen Instituten untersucht. Insgesamt  sind vermutlich vier Fragmente niedergegangen. Ramsdorf I fiel in den besagten Garten am Bargkamp. Das Stück II ist in Gemenwirthe niedergegangen und wurde noch am selben Abend um 19:30 geborgen. Stück III liegt vermutlich noch in dem Rübenfeld  in Ramsdorf-Ostendorf, in dem es niederging. Jedenfalls wurde es nicht gefunden. Ein viertes Fragment  ist möglicherweise noch in Gemenwirthe niedergegangen.

   Ansicht eines 26 g schweren Bruchstücks

Es wurde aber auch nie entdeckt. So blieb es bei den 4680 g aus Ramsdorf und den 2015 g aus Gemenwirthe, die man bergen konnte. Mit dem Bekanntwerden des Absturzes stieg das wissenschaftliche Interesse. Viele Institute untersuchten den Chondriten. Es handelt sich beim Ramsdorfer um einen gewöhnlichen Chondriten L6 , der zu  85,1% aus Silikaten , 11,1% Nickeleisen und 6,3% Schwefeleisen (Triolit) besteht.  Besonders interessant ist die Untersuchung des Meteoriten auf den Gehalt von Edelgasisotopen. Anhand dessen Konzentration ist man in der Lage , das Alter und das Bestrahlungsalter , also die Zeit, die der Meteorit der Sonnenwirkung ausgesetzt war, zu bestimmen. Diese Untersuchungen sind nur bei frischen Meteoriten sinnvoll, dessen Sturz man beobachtet. Heute befindet sich der Großteil des Meteoriten im Wiener Naturkundemuseum und in der Universität Köln. Weitere Stücke sind weltweit verteilt unter anderem in privaten Sammlungen.

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