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  Dragan Jokic
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 Acte d'accusation modifié
26 mai 2003
 Amended indictment
May 26, 2003
 Albaner haben Milizen im Kosovo
05.10.2007
Die Presse - Der frühere Oberst Vidoje Blagojevic muss eine 18-jährige Gefängnisstrafe verbüßen. Der frühere Major Dragan Jokic erhielt neun Jahre Haft
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Vidoje Blagojevic

Kontext : Ex-Jugoslawien Suchen
Urteilsort : IStGH (Jugoslawien) Suchen
Status : Verurteilt
Statusbeschreibung : Vom ICTY zu 18 Jahren Gefängnisstrafe verurteilt; Urteil von der Berufungskammer auf 15 Jahre reduziert.
Funktion : Kommandant der Brigade von Bratunac
FaktenVerfahren
Vidoje Blagojevic wurde am 22. Juni 1950 in Bratunac geboren. Am 25. Mai 1995 wurde er zum Kommandanten der Brigade von Bratunac ernannt. Im Juni 1995 wurde er Oberst.

Um den 6. Juli 1995 herum begannen die Militärstreitkräfte der Serbischen Republik (Vojska »Republike Srpske« - VRS), die „Schutzzone“ von Srebrenica anzugreifen. Einheiten der Brigade von Bratunac waren am Angriff auf Srebrenica beteiligt. Oberst Blagojevic selbst gab den Befehl, mit den Gefechten am 5. Juli zu beginnen und beauftragte seine Untergebenen, diesen Befehl auszuführen.

In den folgenden Tagen vollzogen Streitkräfte der Serbischen Republik die Zwangsüberführung bosnischer muslimischer Frauen und Kinder der Enklave Srebrenica. Sie haben ebenfalls über 7000 bosnische muslimische Männer und Knaben der Enklave Srebrenica gefangen gehalten, aussergerichtlich hingerichtet und deren Körper vergraben.

Zehntausende von Menschen, mehrheitlich Frauen, ältere und hilflose Leute flohen von Srebrenica nach Potocari (wo die UNPROFOR [United Nations Protection Force] stationiert war). Obwohl diese Leute versuchten, einen sicheren Weg nach Potocari einzuschlagen, wurden sie von der VRS bombardiert und mit Maschinengewehren beschossen. Die zweite Battalion der Brigade von Bratunac war ebenfalls beteiligt.

Nachdem diese Flüchtlinge in Potocari angekommen waren, wurden bosnische muslimische Männer im Alter von 16 bis ungefähr 60 oder 70 Jahren durch die VRS und die MUP (Spezialstreitkräfte des serbischen Innenministeriums) von ihren Familien getrennt. Diese Trennungen wurden oft auf agressive Art und Weise vollzogen. Die Einheiten der Brigade von Bratunac waren daran beteiligt.

Sie trugen ebenfalls zu den unmenschlichen Zuständen bei, denen bosnische muslimische Zivilisten aus Potocari ausgesetzt waren. Mitglieder der Brigade von Bratunac unternahmen wenig bis gar nichts, um das Leid und die aussergewöhnliche Not der bosnischen Muslime zu lindern: sie versorgten sie nicht mit genügend Nahrungsmitteln, Wasser und Toiletten. Die „Sicherheit“, die sie den Flüchtlingen vermeintlich zusichern wollten, bestand darin, Tausende von hungrigen, erschöpften und verängstigten bosnischen Muslimen auf kleinstem Industriegebiet bei Potocari einzupferchen. Durch diese Handlung und ihre generelle Untätigkeit haben die Mitglieder der Brigade von Bratunac zu unmenschlichen Zuständen beigetragen.

Einheiten der Brigade von Bratunac beteiligten sich, eine Angst- und Terrorstimmung in Potocari zu verbreiten.

Sie nahmen an der Zwangüberführung von Frauen, Kindern, älteren Personen sowie Männern von Potocari teil.

Tausende bosnische Muslimenmänner kamen am 12. und 13. Juli in der Stadt Bratunac an, wo sie bis zu drei Tagen an verschiedenen Orten der Stadt festgehalten wurden. Einheiten der Brigade von Bratunac trugen zu den unmenschlichen Bedingungen während der Gefangenschaft bei. Massnahmen, die hätten ergriffen werden können, um die Lage der bosnischen muslimischen Männer zu verbessern, wurden nicht verwirklicht. Durch das Bewachen von Gefangenenlagern haben Mitglieder der Brigade von Bratunac zur Fortsetzung der Gefangenschaft bosnischer muslimischer Männer in überfüllten Bussen und Gebäuden ohne Nahrung, Wasser und ausreichende ärztliche Versorgung beigetragen.

Vom 12. bis zum 19. Juli 1995 wurde durch die Streitkräfte der VRS und der MUP ein organisiertes und umfangreiches Massaker begangen. Tausende von bosnischen muslimischen Männern der Enklave Srebrenica wurden hingerichtet und an verschiedenen Orten in den Gemeinden von Srebrenica, Bratunac und Zvornik begraben.

Am 14. Juli waren Einheiten der Brigade von Bratunac an der Beisetzung der Opfer des Massakers im Warenlager von Kravica in Glogova beteiligt. Sie waren ebenfalls an der Überführung der bosnischen muslimischen Männer an die Schule Grbavci von Orahovac beteiligt. Die Schule Grbavci wurde als vorübergehendes Internierungslager für diejenigen Männer gebraucht, die danach in einem benachbarten Feld hingerichtet werden sollten. Es gibt dagegen keine überzeugenden Beweise dafür, dass die Brigade von Bratunac an den Hinrichtungen in Orahovac teilgenommen hat.

Im April 1996 begannen Ermittler der Staatsanwaltschaft mit forensischen Untersuchungen von verdächtigen Hinrichtungschauplätzen und der Ausgrabung von Massengräbern. Dabei wurde ersichtlich, dass die Massengräber um Srebrenica geöffnet und Körper ausgegraben worden waren. Die erstinstanzliche Kammer ist der Ansicht, dass das Öffnen der Massengräber und das Wiedervergraben der Opfer ein Versuch war, den Beweis der Massentötung zu verbergen. Die Wiedervergrabungsaktion wurde durch die Brigaden von Bratunac und Zvornik ausgeführt. Sie wurde an einem Treffen von Oberst Blagojevic und Offizieren am 16. Oktober 1995 besprochen.

Blagojevic wurde im August 2001 festgenommen.
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Trial Watch möchte daran erinnern, dass jede von nationalen oder internationalen Behörden verfolgte oder angeklagte Person solange als unschuldig zu gelten hat, bis ein rechtskräftiger Schuldspruch vorliegt.
 Nationalität :
 Bosnia and herzegovina
 Geburtsdatum :
 22.06.1950
  Zeitspanne der Fakten :
 01.07.1995 - 31.07.1995
  Urteilperiode :
  16.08.2001 - 09.05.2007
  Kategorien :
  Genozid
Kriegsverbrechen
Verbrechen gegen die Menschlichkeit
  Letzte Änderung des Profils :
  17.10.2007
 
Genocide, War Crimes and Crimes Against Humanity: A Topical Digest of the Case Law of the ICTY
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Pierre Hazan
La Justice face à la guerre: De Nuremberg à La Haye
Pierre Hazan
icl
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