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Memorandum unterzeichnet - Vertragsabschluss für Herbst erwartet

Ein Modell des EuroHawk wird bei der ILA 2006 aufgebautLupe
Ein Modell des EuroHawk wird bei der ILA 2006 aufgebaut (Quelle: Luftwaffe)

Der EuroHawk, ein unbemanntes Aufklärungsflugzeug, soll in Zukunft die Nachfolge der elektronischen Aufklärungsversion der BR 1150 Breguet Atlantic der Marine übernehmen. Geplant ist, dass ein sogenannter Demonstrator im Jahr 2010 eingesetzt wird. Auf dem Weg dahin ist nun am Rande der ILA ein Memorandum zwischen den Verteidigungsministerien in Berlin und Washington unterzeichnet worden. "Das Abkommen ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum EuroHawk-Risikominimierungsvertrag, dessen Abschluss im Herbst diesen Jahres erwartet wird. Zuvor wird sich das Parlament mit dem System und den Beschaffungseinzelheiten beschäftigen", schildert Diplom-Ingenieur Franz Bucher, zuständiger EADS-Manager (European Aeronautic Defence and Space Company).

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Erklärung des Modells EuroHawk Lupe
Erklärung des Modells EuroHawk (Quelle: Luftwaffe)

Erprobte Plattform

Der EuroHawk basiert auf der Plattform des GlobalHawk, den der us-amerikanische Hersteller Northrop Grumman im Jahre 2000 an die US Air Force ausgeliefert hat. Nach Angaben des Herstellers ist die Version RQ-4 mit sogenannten abbildenden Sensoren über 4000 Stunden im Einsatz geflogen, davon über 1500 Stunden über Kampfgebieten in Afghanistan und über dem Irak. Die US Air Force besitzt sechs solcher Aufklärungssysteme.

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Deutlich sind die angedeuteten Sensoren zu erkennenLupe
Deutlich sind die angedeuteten Sensoren zu erkennen (Quelle: Luftwaffe)

Unterschiede

Der entscheidende Unterschied des EuroHawk zum Global Hawk: EADS entwickelt und baut ein Signalaufklärungs-Missionssystem, das auf die Anforderungen der Luftwaffe exakt abgestimmt ist. Der EuroHawk soll als ein hoch fliegendes Drohnensystem eine maximale Flugdauer von 36 Stunden besitzen. Herzstück des EuroHawk ist das von EADS hergestellte SIGINT-Missionssystem. Per Ferndedektion werden Radarausstrahlungen (Elektronic Intelligent, ELINT) und Kommunikationssender (Communication Intelligent, COMINT) empfangen, über einen Daten-Link weitergeleitet und auch aufgezeichnet. Der Datentransfer kann sowohl per Link direkt oder über Satellit erfolgen. Das gilt auch für die Fernsteuerung der Drohne. Die integrierte Systemlösung beinhaltet auch die Lieferung von Bodenstationen, sowohl für feste Standorte als auch für mobile Shelter-Versionen.

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Das Modell des EuroHawk ist für das Publikum in Berlin zu sehenLupe
Das Modell des EuroHawk ist für das Publikum in Berlin zu se … (Quelle: Luftwaffe)

Erste Tests

Im Jahre 2003 wurde erste Tests mit einem Global Hawk, der mit ELINT-Komponenten ausgestattet worden war, vom Marinefliegerhorst in Nordholz aus unternommen. Bei sechs Flugkursen über der Nordsee wurden Stärken und Schwächen des Systems in der Praxis genau untersucht. Der Erfahrungsbericht birgt positiv Perspektiven für die künftige Datengewinnung im Zuge der operativen Aufklärung. Durch das Gewinnen aktueller Lage-Daten werden die Entscheidungsebenen zeitnah mit den wichtigsten Informationen versorgt.

Weit vor der Testreihe in Nordholz war im August 2000 eine Entwicklungsvereinbarung zwischen EADS und Northrop Grumman unterzeichnet worden. Darin ging es um Details zum Bau eines hoch fliegendes Drohnensystems, das zur weiträumigen luftgestützten Überwachung und Aufklärung dienen soll. Im Oktober 2001 folgte eine entsprechende Vereinbarung zwischen der US Air Force und dem deutschen Verteidigungsministerium.

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Zukunft

Seit zwei Jahren sind die EADS-Ingenieure mit der Entwicklung der ELINT-Version beschäftigt. Fünf EuroHawk-Systeme umfasst der geplante Beschaffungsvertrag mit der Bundeswehr. Fünf solcher Drohnen sollen beschafft werden. "Die Kosten stehen noch nicht fest", teilte Bucher auf Nachfrage mit. Bei den Entwicklungsschritten werde auch die Option berücksichtigt, die Hawk-Version für die abbildende Aufklärung aufzubauen. Damit könnten langfristig die RECCE-Aufgaben der Tornado-Kampfflugzeuge übernommen werden.

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Technische Daten EuroHawk

Technische Daten EuroHawk
Plattform Northrop Grumman RQ-4 B GlobalHawk
Länge 14,50 m
Höhe 4,70 m
Spannweite 39,90 m
Abfluggewicht 14.600 kg
Nutzlast 1.360 kg
Maximale Flughöhe 18.300 m (60000 ft.)
Überführungsreichweite 22.780 km
Maximale Flugdauer 36 Stunden

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Stand vom: 28.08.2006 | Autor: Axel Schmidt

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