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Quer- Kreuzer- News 01/ 2007

 

(C,M,P)- AIS, medizinische Behandlungsirrtümer mit tragischen Folgen für die Betroffenen

Einführung:
Bevor wir anfingen diesen Artikel zuschreiben, haben wir, wie immer, lange überlegt, wie und ob wir das Nachfolgende veröffentlichen sollen.
Wir haben uns letztendlich entschieden, trotz aller Tragik der Situation, der von Kastration und Östrogensubstitution Betroffenen, diesen Artikel in dieser Form zu schreiben. Zu dieser Entscheidung haben vor allem, die vielen uns vorliegenden medizinischen Unterlagen betroffener Menschen geführt, die, berechtigterweise, auch Ergebnisse erwarten. Da die meisten Unterlagen, die uns zur Verfügung gestellt wurden, überwiegend von AIS- Betroffenen stammen, werden wir uns in dieser ersten Ergebnis- Veröffentlichung auch zunächst hauptsächlich auf diese Gruppe intersexueller Menschen beziehen. Trotzdem gibt es viele Parallelen zu anderen Betroffenen und zu anderen Syndromen.
Insbesondere möchten wir hier die Gruppe der „XY- Frauen“ erwähnen, von denen sich Viele, über alle trennenden Syndromgrenzen hinaus, dafür entschieden haben an diesem Projekt „Betroffene helfen sich selbst“ mitzuarbeiten.
 

Will man, egal was, gründlich studieren und erforschen, so muss man bei den „Wurzeln“ anfangen. Wir fangen daher bei den Wurzeln an die wir sicher historisch nachvollziehen können. Das ist die Literatur der Nachkriegsjahre. Zudem hat das den Vorteil, dass wir Lebenden mehr oder minder noch in diesem Zeitraum geboren wurden.
Wie dem auch sei:

„Lasst uns beginnen“ 

Historische Betrachtungen:
Beginnen wir mit einer Feststellung des verehrten Präsidenten Abraham Lincoln, dem man ja nachsagt er sei ein Klinefelter oder möglicherweise ein anderes DSD gewesen.
Alles Spekulation!
Eines hinsichtlich seiner Person ist sicher keine Spekulation: „Es war sicherlich ein intelligenter Mensch“, wie es auch die folgende Aussage von ihm bestätigt:
 

It is true that may fool all the people some of the time;
you can even fool some of the people all the time;
but you can´t fool all of the people all the time;

Für die Nicht- Engländer:
Man kann all Menschen eine zeitlang zum Narren halten;
man kann auch manche Menschen für alle Zeit zum Narren halten;
aber man kann nicht alle Menschen für alle Zeit zum Narren halten;
 

Es ist wohl also Zeit, die Narrenposse um die Zuweisung und Behandlung intersexueller Menschen zu beenden.
Die Situation vieler betroffener Menschen, die wir bisher kennen lernten, erinnert uns ganz fatal, an das jetzt in Mode kommende Spiel „Second Life“, in welchem reale Menschen sich eine zweite, virtuelle, Identität selbst aufbauen.
Das was uns, intersexuelle Menschen, von diesem Spiel unterscheidet ist, dass uns, die avatarische Existenz des Spielers im Spiel,  von anderen Menschen in der Realität gnadenlos aufgezwungen wird. Und was noch schlimmer ist, an unseren Körpern, somatisch, per Skalpell und Medikamenten und an unseren Seelen per Lüge und Betrug, realisiert wird.
Experten warnen bereits vor dem Spiel und seinen bereits bei einigen Spielern eingetretenen psychischen Folgen und den damit verbundenen Realitätsverlusten.
Welche Folgen hat wohl da das reale Spiel mit intersexuellen Menschen?

Wie bei allen Menschen, so auch bei uns intersexuellen Menschen, mag man es, wenn man, wegen „überdurchschnittlicher Intelligenz“ gelobt wird. Das bringt Nähe und auch ein wenig innere Sicherheit, die alle gonadektomierten und östrogensubstituierten intersexuellen Menschen, im Folgenden noch dringend benötigen werden.
Insbesondere werden die AIS- Betroffenen, um die es sich hauptsächlich dreht,  dies im Folgenden bitter nötig haben.

Nicht- Kastrierte:
Bereits beginnend mit dem Jahre 1906 bestätigten, damalige ausgewiesene Fachärzte und Spezialisten für Intersexualität[1], hinsichtlich der psychischen Anlagen, dass die untersuchten Betroffenen[2] sich durch:

-      „... meistens überdurchschnittliche Intelligenz...“,
-      „... neurovegitativ eine für Frauen beträchtliche Stabilität...,“
-      „... keine Neigung zu Psychosen oder zu suizidalen Tendenzen...“
-      „... erstaunlicher Sachlichkeit...“,
-      „... normale oder verstärkte Libido...“,
-      „... ausgesprochen anziehenden Phänotyp...“,
-      bla, bla.....
und „äußerst seltenes Auftreten von Missbildungen“, auszeichneten.

Die physischen, körperlichen, Verhältnisse dieser Menschen werden in der erwähnten Fachliteratur der damaligen Zeit als ausgesprochen gut beschrieben. 

1) Blumenreich 1906, Pozzi 1911, Cadiz und Lipschütz 1933, Holmer 1943, Goldberg und Maxwell 1948, Everse 1958, Netter 1957, Lumbroso 1959,          zuletzt Overzier 1957 u. 1961, usw.
2) nach unser Zählung durch diese Literatur insgesamt etwa 250- 300 Untersuchte

Kastrierte:
Die Krux an diesem Lob, diesem positivem Hervorheben von körperlichen und psychischen Anlagen der Betroffenen, ist, dass die Ärzte dies, - explizit-, für nicht- gonadektomierte und nicht- östrogensubstituierte Betroffene aussprechen.

Professor Dr. med. Overzier (et.al.) bringt dies aufgrund seiner Forschungen 1957 zusammenfassend so zum Ausdruck:  „Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man aus diesen Patientinnen nicht Kranke macht...“.

Er bezieht sich bei dem Begriff „Kranke“, bestätigt durch unsere heutige, wesentlich weiter entwickelte Wissensbreite, sowie resultierend aus dem Studium der Unterlagen der Betroffenen, ausdrücklich auf von „Kastration“ Betroffene. 

Auch die anderen vorgenannten Fachärzte bestätigen, nahezu übereinstimmend, völlig andere psychische und physische Verhältnisse für die Betroffenen, die einer medizinischen Heilbehandlung, mit Gonadektomie und Östrogenbehandlung, unterzogenen wurden.

Auch wir können uns aktuell, hinsichtlich des Studiums der Betroffenen- Unterlagen, eindeutig diesen teilweise 100 Jahre alten Einsichten, die weniger auf Untersuchungen im Sinne chemischer oder genetischer Bestimmungsverfahren, sondern mehr auf Beobachtung mit den normalen Sinnen, dem „gesunden Menschenverstand“, basieren, anschließen.
Noch schlimmer erscheint das Ganze, wenn man mit dem heutigen Wissen über Genetik, Biochemie und was sonst noch, erkennen muss, dass das was uns, den Betroffenen, trotz besseren Wissens, bis heute angetan hat und immer  noch antut, nicht mehr mit einem gesunden Verstand zu erfassen ist.
Man muss sich schon sehr weit von Moral, Ethik und wissenschaftlicher Erkenntnisfähigkeit entfernen, wenn man für den medizinischen und kulturellen Umgang mit intersexuellen Menschen in dieser Welt, noch irgend ein Verständnis aufbringen will.
Für uns ist dies, hinsichtlich der an späterer Stelle beschriebenen Fakten aus der Behandlung und den Unterlagen Betroffener, unmöglich. Zudem kennen die meisten Betroffenen die Probleme selbst am besten. Wir sparen uns daher an dieser Stelle auch eine weitere Strichaufzählung, wie oben, um die bereits damals beschrieben Negativ- Folgen von Kastration und Östrogensubstitution zu beschreiben.

Kehren Sie, der geneigte Leser, einfach die oben beschriebenen positiven Eigenschaften der Betroffenen um. 

Wir werden im Folgenden daher die Ergebnisse unser Recherchen aus den Unterlagen der Betroffenen, parallel zu den, teilweise bereits seit -Einhundert Jahren -, gesicherten Ergebnissen medizinischer Studien, zur körperlichen und psychischen Situation der Betroffenen, darstellen. Insbesondere sind die damaligen Studienergebnisse zu unbehandelten AIS- Menschen, mit großem Umfang an untersuchten Betroffenen, sicher mehr als interessant.

Malignität der Hoden bei AIS
Zu Verlauf und Prognose von AIS schreiben Fachärzte[3], nach unserer Kenntnis beginnend im Jahre 1933, übereinstimmend, dass die eigentliche Karzinomgefahr „...lange nicht so groß ist wie vermutet“. Jones und Scott gehen aufgrund ihrer Forschungen bereits 1958 von einer Malignitätsrate von unter 5% der Betroffenen aus. Prof. Dr. med. Overzier schrieb 1957, dass in einer Kontrollgruppe von 128 Individuen nur 2, - zwei-, Individuen an Karzinomen verstarben.

Er behauptet weiter:
„Das es sich bei der "Testikulären Feminisierung" nicht um einen einfachen dystopen Hoden wie beim Kryptorchismus handelt, so darf die Malignitätsrate nicht von jenen übernommen werden."

Er schreibt dazu weiter:
„Durch die Kastration der tumorfreien Patientinnen macht man Beschwerdefreie zu Kranken mit allen unangenehmen Folgen der Kastration.“

Er ergänzt in folgendem Abschnitt:
„Durch die Kastration wird ein biologisch langsam aufgebautes Gleichgewicht plötzlich geändert. Da meistens die Sexualität und das Mammawachstum normal oder sehr günstig ausgebildet sind, kann man mit künstlicher Medikation wohl kaum diese optimale Situation wiederherstellen.“

Die umfangreichen Studien Looinjengas 2006 mit modernen diagnostischen Mitteln bestätigen die von Overzier beobachtete geringe Inzidenz zur Malignität der Hoden von AIS nicht nur. Die von Looinjenga 2006 in Lübeck präsentierte Studie geht von einem Entartungsrisiko von nur 0,9% bei CAIS aus.

Die wegen „Krebsgefahr“ gonadektomierten Betroffenen sollten sich, spätestens an dieser Stelle, Gedanken über ihre weitere Behandlung und mögliche Schritte machen. Aufgrund der uns von den Betroffenen übersandten Unterlagen können wir den Betroffenen nur empfehlen, sich noch enger zusammenzuschließen und gemeinschaftlich konsequent zu handeln.

3) Cadiz u. Lipschütz 1933, Morris 1953, Wachstein u. Skorza 1951, Keller 1957, Von Miculicz- Radecki 1959, Schreiner 1959, Scharplatz 1960, Overzier 1957 u. 1961, Hauser u. Wenner 1962

Folgen der Kastration sowie der weiblichen Hormonsubstitution:
Bereits Cadiz und Lipschütz 1933, Wenner 1947, Hauser 1960, Overzier 1961 berichteten übereinstimmend über die Negativ- Folgen der Kastration der Betroffenen. Es wird jedoch dabei übersehen, trotz Erwähnung zumindest in den jüngeren Publikationen, dass die Folgen der Kastration auch trotz weiblicher Hormonsubstitutions- Therapien eintraten.
Die Autoren berichten hierbei über alle Formen klimakterischer Ausfallerscheinungen, Depressionen, Adipositas, Hypertonie, Kreislaufstörungen, Migräne, Osteoporose, Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten, Libidoverlust, körperlich und seelische Leistungsminderung, Konzentrationsstörungen und viele andere Symptome mehr, die den Betroffenen bestens bekannt sind.

Folgen des verstärkten Kastration Betroffener:
Diese frühen, und aus unserer Sicht richtigen Beobachtungen, werden aber durch theoretische und evidenzlose Annahmen anderer „Spezialisten“ in den Folgejahren zunehmend überlagert. Wesentliche Wegbereiter dieser, aus unserer Sicht  „wissenschaftlich absurden Theoreme“ sind Schaumkell 1956, Stange 1958, Philip 1957, Jost 1947, Javert/ Finn 1941( u.v.a.m.) und nicht zuletzt John Money.

Wesentlich an dieser Überlagerung ist, dass durch die sich im Laufe der Jahre technisch verbessernde Diagnostik und das verstärkte Screening zunehmend immer mehr Betroffene, auch ältere und bis dahin gesundheitlich unauffällige Patienten, gonadektomiert und " weiblich", Östrogene und Gestagene, hormonsubstituiert werden.  
Mit teilweise fatalen Folgen bei der Anamnese der Betroffenen, die sich auch in diesbezüglichen Studien und Publikationen niederschlagen.
Basierten die frühen Studien zur Intersexualität im wesentlichen auf - nicht behandelten- Betroffenen, so ist dies in den Folgejahren, infolge der schwindenden Zahlen unbehandelter Betroffener, so nicht mehr möglich.

Dementsprechend ist in der Literatur, den Studien und den Publikationen der folgenden Jahre auch zunehmend nicht mehr sicher zu differenzieren, ob es sich bei dem Pool der dafür untersuchten Probanden um gonadektomierte und hormonsubstituierte, oder aber um unbehandelte Betroffene handelt. Unterschieden die Fachärzte der frühen Jahre noch zwischen behandelten und unbehandelten Betroffenen, so tun dies die Mediziner der Folgejahre zunehmend nicht mehr. Man kann daher davon ausgehen, dass es sich bei der weitaus überwiegenden Mehrzahl der Untersuchten modernerer Publikationen bis Heute, um Behandelte handelt. 

Der Pathologische Notfall:
Ein weiterer wesentlicher Aspekt dieses Wandels der Fachliteratur, aufgrund des zunehmenden Bezuges auf behandelte Betroffene, sollte hier in jedem Falle noch erwähnt werden.

In der Fachliteratur wandelte sich, insbesondere hinsichtlich der syndromspezifischen Hauptauffälligkeiten, des Verlaufs u. der Prognose, der Beschreibungen und den psychischen Entwicklungen, das bis dahin vermittelte Bild vom eigentlich „relativ normalen Menschen“ zum „pathologischen Notfall“.
Die Medizin verliert, aufgrund der immer mehr fehlenden unbehandelten Betroffenen und der immer früheren Behandlung betroffener Kinder, die Fähigkeit zwischen den syndromspezifischen Anlagen und den durch die medizinische Behandlung verursachten psychosomatischen Störungen zu unterscheiden. Faktisch bedeutet dies beispielweise, dass Syndrome die früher als für Depressionen unanfällig beschrieben wurden, in der moderneren Literatur als für Depressionen anfällig beschrieben werden.
Es zeigt sich jedoch, dass gerade diese Syndrome, bei Wiederherstellung und/ oder Verbesserung der prä- kastrativen, chromosomal adäquaten Geschlechtshormon– Situation, die Neigung zu Depressionen und andere Erkrankungen innerhalb kürzester Zeit abbauen.

Dieser Widerspruch zwischen „Fachliteratur damals“, „Fachliteratur Heute“ und jüngsten „Studienergebnissen Heute“, wozu sicher auch die „Betroffenen- Studien“ zu zählen sind, lässt sich nur dadurch auflösen, dass eine Vielzahl prognostischer Aussagen der moderneren Fachliteratur, fast nur noch auf behandelten Betroffenen und deren Störungen und Erkrankungen infolge, der teilweise extrem frühen, medizinischen Behandlung, beruht.

Dies macht natürlich klar warum Betroffene zu „pathologischen Notfällen“ werden. 

Studienprojekt betroffener Menschen:

Einführung:  
Wir haben derzeit die lebenslangen Unterlagen von 38 Betroffenen mit rund 750 Laboruntersuchungen und sind dabei diese auszuwerten.
Einiger dieser durch Gonadektomie und contrachromosomale Hormonsubstitution verursachten Störungen und Erkrankungen konnten wir aufgrund der Unterlagen der Betroffenen zweifelsfrei identifizieren. Wir werden im Folgenden diese Beobachtungen und Erkenntnisse in möglichst einfachen Worten darstellen, da die Stoffwechselstörungen infolge Kastration und contrachromosomaler Hormonersatztherapie Betroffene aller – Syndrom- Couleur- betreffen. Wir kommen jedoch nicht „umhin“ auch fachlich geprägtes Vokabular verwenden zu müssen, was wir aber nur in entsprechend gekennzeichneten Abschnitten tun.

Wir werden daher zunächst einmal nur mit einer Betrachtung der Bedeutung  der geschlechtstypischen Unterschiede des Kerngeschlechtes anfangen.  

Grundsätzliches:  
Die menschliche Spezies ist im wesentlichen, bis auf einige Ausnahmen, hinsichtlich des Kerngeschlechtes in zwei deutlich unterscheidbare Chromosomenkonstellationen, nämlich „XX“ und „XY“ zu differenzieren. Diese leicht zu unterscheidende kerngeschlechtliche Differenzierung ist evolutionären Ursprungs und findet damit ihre Begründung in der, hinsichtlich der Fortpflanzung, unterschiedlichen Aufgabenstellung. Damit aber auch in unterschiedlichen körperlichen Erfordernissen, bei der Arterhaltung. Die kerngeschlechtliche Determinierung ist somit, vor allen anderen – scheinbaren - oder – denkbaren - geschlechtlichen Einflussgrößen, wie hormonellen, medikamentösen, pädagogischen, sozialen oder sonstigen Faktoren, der primäre, omnipotente, ubiquitäre, metabolische Terminus des Menschen.     

Wollte man dies subtil ausdrücken, so ist der XX- chromosomale Organismus, aus seiner Evolution heraus, chromosomal und damit auch hinsichtlich „aller seiner Elemente“, darauf ausgelegt, die Aufgabe des Austragens und der Aufzucht der Leibesfrucht durchführen zu können. Der Bergriffskomplex „aller seiner Elemente“ umfasst dabei alle, „wirklich alle“ uns bekannten geschlechtspezifischen, psychischen und physischen Anlagen.

Der XY- chromosomale Organismus ist evolutionär schlicht darauf ausgelegt, den Schutz und die Ernährung des aus der Fortpflanzung entstandenen Familienverbandes sicher zu stellen. Auch für ihn gilt, dass –alle- seine psychischen und physischen Anlagen als Programm im Chromosomensatz während seiner Evolution angelegt worden sind.    

Da es sich bei der kerngeschlechtlichen Determinierung zweifelsfrei um –die- primäre Instanz aller körperlichen und psychischen System- Spezifika handelt, kann ein, auf sekundärer, tertiärer und noch weniger spezifischen Wirk- Ebene, durchgeführter Eingriff, wie eine kontrachromosomale Hormonsubstitution, der zudem unter mangelhafter Kenntnis genetischer Grundlagen und Wirkungen erfolgt, nur zu einer Störung der System- Integrität bei dem jeweiligen, betroffenen Individuum führen.  

-Sie führen daher jedoch –niemals- zu einer Geschlechtsumkehr, auch nicht teilweise!-  

Möchte man auch dies „subtil“ ausdrücken, so bedeutet dies nichts anderes als das ein Benzinmotor nicht, oder nur unzureichend, mit Diesel- Kraftstoff läuft. Und weiter bedeutet dies, dass wenn man einen Benzinmotor mit Diesel betankt, daraus deshalb kein Dieselmotor wird. Diese Erkenntnis dürfte für die Medizin sicherlich ernüchternd sein, wissenschaftlich ist sie „Fakt“.  
Wir werden daher, bei unseren weiteren Interpretationen der vorliegenden Laborwerte, als „gesund“ oder „krank“, die entsprechenden kerngeschlechtlichen Vergleichsparameter der Betroffenen auf ihre Laborwerte anwenden.  
Das bedeutet für einen „weiblich“ sozialisierten Menschen mit XY- Chromosomensatz, dass wir für die Interpretation seiner Laborwerte nicht die „weiblichen“, somit XX- chromosomalen, sondern die „männlichen“, somit XY- chromosomalen Referenzwerte anwenden werden.     

Wir möchten an dieser Stelle jedoch noch eines klarstellen:  
Das Vorgenannte  bezieht sich nur auf körperliche, damit auch auf manifeste neurale Anlagen und deren Funktionsprinzipien. Diese neuralen Anlagen prägen jedoch zumindest zu einem Teil die Psyche.  
Es steht für uns jedoch außer Frage, dass es möglicherweise Menschen gibt, die tatsächlich trotz anderer genetischer Prägung, in anderem Sinne als diesem, dem körperlichen Gegengeschlecht zugehörig sind.

Dies stellen wir hier nicht in Frage.

Wir stellen jedoch die Folgen der körperlichen Veränderung Betroffener, egal welcher Couleur, durch die derzeitig machbaren medizinischen Eingriffe in Frage. Dies tun wir insbesondere, wenn die Betroffenen über die Folgen nicht, falsch oder nur unzureichend aufgeklärt, oder gar über die Eingriffe nicht informiert, werden. Wenn eine Person sich unter voller Aufklärung sicher ist, dass er solche Eingriffe wünscht, so ist es auch immer die Entscheidung der jeweiligen Person die Folgen der Eingriffe zu tragen.
Jede andere Variante der Vorgehensweise haben die Verantwortlichen zu verantworten und Schadenersatz zu leisten.
 
Beachten Sie jedoch, für uns Autoren und Zwitter, ist jeder Mensch zuerst einmal ein Mensch. Wir gestehen, aufgrund unserer evolutionären Entwicklungsstufe, jedem Menschen, auch ohne jeden medizinischen Eingriff, ein Leben in der von Ihm gewählten geschlechtlichen Sozialisation zu.
Aber die Menschheit entwickelt sich ja, ... mittlerweile dürfen ja auch schon Frauen – fast- alle Berufe ergreifen und sie dürfen sogar an politischen Wahlen teilnehmen.

Applaus, Applaus....

 

.................................... to be continued.

 

Frances & Claudia Kreuzer, im Winter 2007, der keiner war



[1] Blumenreich 1906, Pozzi 1911, Cadiz und Lipschütz 1933, Holmer 1943, Goldberg und Maxwell 1948, Everse 1958, Netter 1957, Lumbroso 1959, Overzier 1957 u. 1961, usw.

[2] nach unser Zählung durch diese Literatur insgesamt etwa 250- 300 Untersuchte

[3] Cadiz u. Lipschütz 1933, Morris 1953, Wachstein u. Skorza 1951, Keller 1957, Von Miculicz- Radecki 1959, Schreiner 1959, Scharplatz 1960, Overzier 1957 u. 1961, Hauser u. Wenner 1962