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hobby-funk.net > Sprechfunk > Vor- und Nachteile von SSB

Einsteiger





SSB - Mehr Störungen oder bessere Reichweiten?

Von Marco Brandt

Redakteur





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Team Tricom SSB-Gerät

...zur Praxis

In der Praxis fällt den SSB-Einsteigern zunächst der komische Klang auf. Wer AM oder FM gewohnt ist wird merken, daß SSB eben Abstriche an der Sprachqualität erfordert. Das Signal ist auch nur dann gut verständlich, wenn der im Empfänger generierte Träger genau auf der richtigen Frequenz liegt. Für dessen Einstellung hat jeder SSB-Empfänger einen Knopf namens "Clarifier". Das Drehen an diesem Knopf verändert die Tonhöhe der empfangenen Sprache, etwa so, als ob man eine Schallplatte schneller oder langsamer laufen lässt. Es wird dabei aber wirklich nur die Tonhöhe, nicht etwa die Sprachgeschwindigkeit verändert.

Diese Einstellung ist manchmal recht nervend, vor allem im Mobilbetrieb, da man dazu eine Hand am Funkgerät haben muß. Gesprächsrunden führen zu einem anderen Problem: Bedingt durch Gerätetoleranzen oder falsche Abstimmung sendet jede Station ein paar Herz neben der eigentlichen Frequenz. Die Sendefrequenz ist auch abhängig von der Betriebstemperatur des Funkgeräts. Möchte man nun mehere Stationen in SSB hören, so kann es passieren daß man den Clarifier für jede Station anders einstellen muß.

In Gesprächsrunden und im Mobilbetrieb ist FM oder AM also deutlich bequemer und bietet auch die bessere Sprachqualität. Was sind also die Vorteile von SSB?

Wer beim Empfang einer SSB-Station die Signalstärke beobachtet, wird feststellen, daß diese im Rythmus der Sprache schwankt. "Stille Träger" gibt es im SSB-Betrieb nicht - das Funkgerät sendet nur, wenn man gerade spricht oder ein Ton übertragen wird. Dies spart nicht unerheblich Strom und verhindert eine übermässige Erwärmung der Funkgeräte. Leistungsverstärker haben im SSB-Betrieb weniger Hitzeprobleme und können deswegen eine höhere Spitzenleistung erbringen. Sie müssen allerdings auch speziell für SSB-Betrieb ausgelegt sein, um keine massiven Störungen zu verursachen. Der fehlende Träger hat weitere Vorteile. Störenfriede können nicht einfach durch Drücken der Sendetaste den Empfang anderer Stationen stören. Mit ein wenig Übung kann man, falls zwei Stationen gleicher Signalstärke auf einem Kanal in SSB senden, wenigstens einen der Sender verstehen. Bei AM oder FM hört man in solch einer Situation meist nur ein Rauschen und Pfeiffen.

SSB hat genau wie AM ein leises Grundrauschen. Man kann also die Rauschsperre des Funkgerätes offen lassen und hört so auch schwache Stationen. Bei zu schwachem Signal wird der Empfang nur sehr leise, während er bei FM meist total verrauscht. Bei gleicher Position kommt also eine Funkverbindung zwischen zwei Stationen in SSB eher zustande als in FM. Allzu gross sind die Unterschiede jedoch auch nicht. Man kann zwar allgemein von einer höheren Reichweite in SSB sprechen, jedoch nie genau angeben, um wieviel höher sie ist.

Durch seine Verwandtschaft zu AM verursacht SSB meist auch mehr Störungen als FM. Besonders Fernseher und HiFi-Anlagen sind störanfällig. Wer solch ein Problem in seiner Nachbarschaft hat, kann sich durch Beschränkung auf FM-Betrieb viel Ärger ersparen. Um den nachbarschaftlichen Frieden zu bewahren, sollte man zumindest zu den üblichen Zeiten des Radio- und Fernsehempfangs dann besser auf SSB verzichten. Heutige moderne Unterhaltungselektronik sollte jedoch auch gegenüber SSB unempfindlich sein.

Läuft auf einem Kanal ein Funkgespräch in einer bestimmten Betriebsart, so sollte niemand in einer anderen Betriebsart auf dem gleichen Kanal senden, da dies mit Sicherheit Störungen verursacht. Eine einzige Ausnahme bildet SSB selbst: Wird ein Gespräch auf einem Kanal in USB geführt, so kann ein weiteres Gespräch auf dem gleichen Kanal in LSB geführt werden, ohne sich gegenseitig zu stören. Das funktioniert aber nur dann, wenn die Signale der anderen Gesprächsteilnehmer nicht zu stark sind. Ein Sender der im gleichen Ort steht, wird dennoch stören.

 
Fazit

SSB ist keine hochmoderne Technik, dennoch ist es eine Bereicherung für den CB-Funk. Wenn man diese Betriebsart dort anwendet, wo sie sinnvoll ist, kann sie die Reichweite erhöhen und Störungen vermeiden. Dazu gehört natürlich eine gewisse Erfahrung im Umgang mit SSB-Geräten. Wer nur gemütlich in der Ortsrunde sprechen will, kann auf die teuren SSB-Geräte ganz verzichten. Wer jedoch richtig Spass am funken hat und auch das letzte Bisschen Reichweite herausholen will, wird mit SSB nach einer gewissen Gewöhnungszeit sehr zufrieden sein.

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