Das Nizza kann auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurückblicken.

Die Bezeichnung „Nizza” für den Streifen am nördlichen Mainufer zwischen dem Holbeinsteg und der Untermainbrücke läßt sich bis ins späte 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Damals hatten sich mehr und mehr wohlhabende Frankfurter Familien eben jene klimatisch bevorzugte Lage am Main ausgesucht, um sich repräsentative Villen mit weitläufigen Gärten zu erbauen. Der entstandene Uferstreifen hatte wohl die damaligen Frankfurter Bürger an das ferne Nizza erinnert, so daß diese Bezeichnung langsam Einzug in die lokale Gebrauchssprache hielt - so zumindest die Überlieferung.

Zu dieser Zeit lag, von den prächtigen Landhäusern aus gut zu sehen, fast auf ganzer Breite eine langgezogene Insel, die vom Ufer durch einen alten ruhig dahinfließenden Seitenarm des Mains (den „Kleinen Main”) getrennt wurde. Diese Insel, die über einen kleinen Steg vom Ufer aus erreichbar war, wurde ein beliebtes Ausflugsziel der Frankfurter und besaß kleine üppig begrünte Parks und dem Stil der Zeit entsprechende Pavillons. Das Mainufer muß zu dieser Zeit den Eindruck eines pittoresken „ländlichen Canale Grande” gemacht haben, wie es ein bekannter Architekturkritiker einmal ausdrückte.

1859 wurde im Rahmen der Ufererweiterung der „Kleine Main” zugeschüttet, und die Parks und Pavillons mußten der neu errichteten Hafenbahn weichen, die Ost- und Westhafen miteinander verband. Als Ersatz dafür wurde das Nizza gärtnerisch neu angelegt. Der renommierte Gartengestalter Heinrich Siesmayer, der das besondere, milde und windgeschützte Mikroklima dieses Gebiets erkannte, pflanzte als erster exotische und mediterrane Pflanzen an: von Zitronenbäumen über Sequoia und Ginkgo bis hin zu Palmen.

Diese Art der Bepflanzung wurde 1860 von Stadtgärtner Sebastian Rinz und später von Gartenbaudirektor Andreas Weber fortgeführt und verlieh jenem Uferstreifen seinen einzigartigen Charakter. Noch heute ist das Nizza der einzige Ort in Frankfurt, an dem Palmen ganzjährig wachsen und gedeihen können. Die heutige Pflanzenauswahl macht keine zusätzliche Auslagerung im Winter in eine Orangerie notwendig.

Ebenfalls gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Versuch unternommen, die von Rinz und Weber begonnene Anlage am Untermaintor nun auch architektonisch mit der Stadt zu verbinden. Die gläsernen Doppelpavillons mit der dazwischen gespannten Dachkonstruktion und der doppelläufigen Treppenanlage vermittelten in städtebaulich interessanter Weise zwischen dem Niveau der Stadt und dem des darunter fließenden Mains.

Nachdem das Nizza im Laufe des folgenden Jahrhunderts mehrere Aufs und Abs erlebt und überlebt hatte, begann im Jahr 2000 mit den neuen Plänen des Grünflächenamtes und dem Bepflanzungskonzept von Rainer Gesell-Schulte die entgültige Wiederherstellung seiner Bedeutung als mediterrane Oase inmitten der pulsierenden Metropole Frankfurts.

Den Höhepunkt und vorläufigen Abschluß dieses Prozesses bildet der Neubau des Nizza-Pavillons nach Plänen des Architekturbüros Köhler.Architekten BDA und einer Auslobung durch das Bankhaus Metzler sowie der Stadt Frankfurt.

Das Preisgericht zur Wettbewerbsarbeit von Köhler.Architekten:

 Die Qualität des Entwurfs, wird durch die Fügung eines geometrisch einfachen und sehr selbstverständlichen Glaspavillons mit einem die Terrassenräume überspannenden und stadträumlich begründeten Baukörper mit Flugdach geprägt. ... Die Ufermauern integrieren sich sehr selbstverständlich mit entsprechender Treppenanlage und Terrasse zum Main in die Gesamtanlage. Durch Ergänzung einer Seitenterrasse in Anknüpfung an die historische Aufweitung der Ufermauer/ Hochkaimauer entwickelt sich eine großzügige und stadträumlich interessante und ausgewogene Lösung. So entsteht auf Straßenniveau ein „räumlicher Fluß” um das gesamte Gebäude. ... Die gewählten Materialien - die Kombination aus Glas und hellem Sandstein - fügen sich in die städtische wie auch mediterrane Atmosphäre des Nizza hervorragend ein.”

Dieser „städtischen wie auch mediterranen Atmosphäre” sowie der wechselvollen Geschichte des Nizza versuchen nun auch wir, die Betreiber des Restaurants „nizza am main”, mit viel Liebe zum Detail gerecht zu werden.

So folgen wir im Interieur der architektonischen Vorgabe mit zeitgenössischen Werken ausgewählter Künstler, die im ganzen Haus bewundert werden können und sich harmonisch in die Gesamtgestaltung des nizza einpassen.

Funktional unterstreichen wir die Grundkonzeption eines vor allem flexiblen Pavillons, indem wir die gastronomischen Angebote des nizza ebenfalls höchst flexibel und abwechslungsreich gestalten: mittags Casino für die Mitarbeiter im gegenüberliegenden Bürohaus „Metzler am Main“, abends feines Gourmet-Restaurant, außen Sommergarten und ruhige Oase an der Schnittstelle zwischen City und Main, beliebter Treffpunkt, Lounge ...

Wir hoffen, damit unseren Beitrag zu leisten zu der Wiederherstellung des Nizza als eines von Frankfurts bedeutenden und besonderen Orten.