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Öffentliches Hearing am 26. Juni 2007 in Berlin

»Was geschah in Heiligendamm?« lautet der Titel eines Hearings, bei dem Zeugen zu Wort kommen sollen, um so der Wirklichkeit auf die Spur zu kommen. Es soll nachgezeichnet werden, was während der Tage rund um den G8-Gipfel geschehen ist.
Veranstalter sind das globalisierungskritische Netzwerk Attac, die Gipfelsoli-Infogruppe, das Netzwerk Friedenskooperative sowie der Republikanische Anwaltsverein.
Das Hearing ist presseöffentlich.
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Attac-Netzwerk Deutschland: Globalisierung ist kein Schicksal – eine andere Welt ist möglich ...
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Gunhild Simon

Autor des Beitrags:
Gunhild Simon

Gunhild Simon ist Studienrätin a. D. und Sprachexpertin des institut1 mehr...

Beitrag erstellt am:

23. Mai 2007

Letzte Bearbeitung am:

19. Juni 2007
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Wikipedia – Globalisierung: Unter Globalisierung versteht man den Prozess der zunehmenden internationalen Verflechtung ...
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Bundeszentrale für politische Bildung: Globalisierung – Informationen zur politischen Bildung (Heft 280)
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www.globalisierung-online.de: Globalisierung – Anregungen, Information, Definition, Einführung
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Sprache aktuell – Globalisierung – sprachliche Aspekte ...
 

Letzte Bearbeitung: 19. Juni 2007

Ein Begriff steht im Streit

Globalisierung – sprachliche Aspekte eines umstrittenen Begriffes

Von Gunhild Simon

Ein Ereignis, das seine Schatten geworfen hat: Am 6. Juni 2007 kamen im deutschen Ostseebad Heiligendamm die Staats- und Regierungschefs der acht größten Industrieländer zusammen. Das war der G8-Gipfel, an dem die drängendsten Fragen der Welt beraten werden sollten.

»Heiligendamm« ? Foto: gunhro ? (c) PixelQuelle.de

Heiligendamm
Foto: gunhro
(c) PixelQuelle.de

Globalisierung – auch mit dem Schwerpunkt Klimawandel und Klimaschutz – stand im Mittelpunkt der Gespräche. Enorme Sicherheitsvorkehrungen wurden für dieses brisante Unternehmen getroffen. Es gab Befürworter und Gegner quer durch die politischen Lager. Hier soll dazu beigetragen werden, den Begriff Globalisierung sprachlich, historisch und politisch einzuordnen.

Herkunft des Wortes Globalisierung

Globalisierung leitet sich zunächst von globalisieren, über die ganze Erde ausdehnen, über global, weltumspannend, schließlich von Globus, Kugel – heute mit dem Abbild der Erdoberfläche, ab. Unter Globalisierung versteht man die Vereinheitlichung auf weltweit gültige Standards.

Was versteht man unter Globalisierung?

Dieser Globalisierungsprozess unterliegt einer stetigen Intensivierung. Und darin liegt seine aktuelle politische Bedeutung. Denn er beschreibt die internationale, multinationale und global ausgerichtete Kapitalverflechtung und gegenseitige Durchdringung von Wirtschaft, Politik, Umwelt und Kommunikation. Technischer Fortschritt, gerade in der Kommunikations- und Transporttechnik, ermöglicht diese internationale Zusammenarbeit.

»Stonehenge« ? Foto: Finni ? (c) PixelQuelle.de

Stonehenge
Foto: Finni
(c) PixelQuelle.de

Vorläufer und Parallelen der Globalisierung

Das Wort als solches mag neu sein, aber das Phänomen lässt sich auf alle Weltreiche anwenden, die sich ausbreiteten und wirtschaftliche Interessen und Hegemonialansprüche vertraten, sei es das klassische Rom, das Spanien der Konquistadoren oder das englische Commonwealth.

Die folgende Formulierung stammt von Friedrich Engels:

»Die große Industrie hat schon dadurch, dass sie den Weltmarkt geschaffen hat, alle Völker der Erde, und namentlich die zivilisierten, in eine solche Verbindung miteinander gebracht, dass jedes einzelne Volk davon abhängig ist, was bei einem andern geschieht.«
Friedrich Engels: Grundsätze des Kommunismus 1847

Chancen und Grenzen der Globalisierung

Handelsverflechtung, kommunikationstechnische Verflechtung, Kapitalverkehr und die Migration kennzeichnen also den Begriff der Globalisierung. Darin birgt sich zweierlei: Möglichkeiten und Gefahren – Liberalisierung und Knebelung – Enthumanisierung durch Zwänge des Wettbewerbs, wie Ausbeutung von Kinderarbeit oder Migration, die sich nicht als lebensverbessernd sondern entwurzelnd auswirkt.

»Strandimpression Heiligendamm« ? Foto: katzan ? (c) PixelQuelle.de

Impression Heiligendamm
Foto: katzan
(c) PixelQuelle.de

Auf dem Feld der Umwelt wird der Gegensatz besonders krass: Arme Länder können sich, bevor sie ihre wirtschaftlichen Bedürfnisse nicht sichergestellt haben, weder Vorsorge noch Sicherheit leisten. Die Umweltsünden der reichen Länder treffen sie doppelt: Sie sind ihnen gleichermaßen ausgesetzt, ohne ihren eigenen Schutz langfristig gewährleisten zu können, sie sind gezwungen, ihn zurückstellen hinter vorrangigen kurzfristigen Wirtschaftsüberlegungen.

Dies lässt sich etwa beobachten am Vergleich der von steigendem Meeresspiegel bedrohten Länder, der reichen Niederlande und des armen Bangladesch. Beide Länder werden vom Wasser beherrscht. Doch während die einen Flutschutzanlagen bauen und entsprechende Projekte weltweit vermarkten, kann sich das andere keine Sicherheit leisten und seine Küste erodiert zunehmend nach Sintfluten und tropischen Wirbelstürmen. Hier geht es um die Verhinderung des Schlimmsten – dort um neue Wege in der Architektur.

Zusammenfassung und Ausblick

Die Probleme der Erde sind längst nationaler Einzelverantwortung entzogen, denn das Klima, das durch Umweltsünden beeinflusst wird, kennt weder Grenzen noch Gerechtigkeit. Ein Ausgleich zwischen den Nehmenden und Gebenden, zwischen Arm und Reich, zwischen Verursachern und Leidtragenden muss geschaffen werden. Daran knüpft sich die Hoffnung, dass dieses Treffen einen Weg zu Verständigung und Ausgleich findet.

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