Ruhr-Universität Bochum zum Inhalt Startseite der RUB pix
Startseite Uni Überblick Uni A-Z Uni Suche Uni Kontakt Uni  

pix
 
 
Botanischer Garten
Annette Höggemeier
 
Homepage der Fakultät, LS Spezielle Botanik, AG Geobotanik, Botanischer Garten, Monatsporträts     
pix
Botanischer Garten » Monatsporträts » Januar 2006
Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember

 

 

Brighamia insignis A. Gray - Vulkanpalme, Hawaiipalme

Foto

Die Gattung Brighamia (Familie Lobeliengewächse = Lobeliaceae) ist benannt nach William Brigham (1841-1926), dem ersten Direktor des natur- und kulturgeschichtlichen Bishop-Museums in Honolulu. Sie kommt in 2 Arten lediglich auf einzelnen der vulkanischen Inseln Hawaiis vor. Brighamia insignis ist heute beschränkt auf die nordwestliche Insel Kauai, wo sie in Höhen bis 400 m an den steinigen Hängen der Steilküste wächst. Die Gesamtpopulation wird auf 60 bis 70 Individuen geschätzt, wovon nur wenige blühen und fruchten. Brighamia insignis, eine der merkwürdigsten endemischen Arten Hawaiis, steht als extrem stark vom Aussterben bedrohte Art auf der seit 1963 geführten Roten Liste der International Union for Conservation of Nature, IUCN.

Ursächlich für die Gefährdung ist nicht die Nutzung durch die heimische Bevölkerung. Traditionell wurden rohe Pflanzenteile und mit Meersalz vermengte zerquetschte Blätter in der Volksmedizin verwendet. Vielmehr ist die Degeneration der natürlichen Standorte durch Beweidung, Infrastrukturentwicklung und Tourismus, aber auch die Konkurrenz sich invasiv ausbreitender Fremdpflanzen für die akute Bedrohung verantwortlich. Dazu kommen Naturkatastrophen (Orkane und Erdrutsche), und man nimmt an, dass die langrüsseligen Motten, die zur Aufnahme des am Blütenboden abgesonderten Nektars und damit zur Bestäubung der Blüten in der Lage sind, ebenso fast ausgestorben sind, so dass auf natürliche Weise nur selten Samen gebildet werden. Man hat Schutzprogramme ins Leben gerufen, wonach die Bestäubung per Hand und Pinsel durchgeführt wird, ein risikoreiches Unterfangen in Anbetracht der steilen Küstenstandorte

Ende der 70er Jahre wurden wild geerntete Samen an Botanische Gärten geschickt und dort ausgesät. Heutzutage kultivieren Spezialgärtnereien Sämlinge der Selektion ‘Kirsten’, die bei regelmäßiger Wärme, Wasser- und Nährstoffversorgung schnell heranwachsen und nach ca. 30 Wochen als verkaufsfertige Topfpflanzen auf den Markt kommen. Schon ab dem zweiten Jahr können sie regelmäßig im Winter zur Blüte kommen. Ein Teil des Erlöses geht an die IUCN, die Wiederauswilderungs-Programme unterstützt mit dem Ziel, bei Erhaltung der natürlichen Standorte das Aussterben vielleicht verhindern zu können.

Wuchsorte im Botanischen Garten: Wüstenhaus, SW-Ecke Amerika-Teil

 
 
Zum Seitenanfang  Seitenanfang | Diese Seite drucken
Letzte Änderung: 02.01.2006 | Ansprechpartner: Annette Höggemeier