Der Mönch am Meer

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Der Mönch am Meer
Caspar David Friedrich, 1808-10
Öl auf Leinwand, 110 cm × 171,5 cm
Alte Nationalgalerie

Der Mönch am Meer ist ein Gemälde von Caspar David Friedrich. Es entstand zwischen 1808 und 1810 in Dresden und wurde gemeinsam mit dem Bild Abtei im Eichwald auf der Berliner Akademieausstellung von 1810 ausgestellt. Auf Wunsch des Malers wurden die Bilder nicht nebeneinander, sondern übereinander aufgehängt Der Mönch am Meer sollte über der Abtei im Eichwald hängen[1]. Nach der Ausstellung wurden die beiden Bilder von König Friedrich Wilhelm III für seine Sammlung gekauft[2]. Heute befinden sich die Gemälde nebeneinander in der Alten Nationalgalerie in Berlin.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Entstehung

Das Bild entstand in einer Zeit erster öffentlicher Anerkennung und Erfolge für Friedrich. Hauptsächlich die Diskussion um den Tetschener Altar hatte ihn einem breiten Publikum bekannt gemacht. Das Bild rief sowohl Anerkennung als auch Ablehnung hervor. Der Mönch am Meer steigerte seinen Erfolg weiter und erregte große Aufmerksamkeit.

Obwohl Friedrichs Bilder Naturlandschaften darstellen, komponierte und malte er sie in seinem Atelier. Hierfür benutzte er jedoch im Freien entstandene Skizzen. Er entnahm diesen einzelne Elemente und setzte sie neu zusammen, um dadurch eine bestimme Stimmung oder ein Gefühl beim Betrachter zu erreichen. Bei dem Mönch am Meer entfernte er Elemente aus seinem Bildaufbau. Er fegte die Leinwand regelrecht frei[3].

Friedrich hat das Gemälde Der Mönch am Meer wohl schon 1808 in Dresden begonnen. In einem Brief vom Februar 1809 beschrieb er erstmals das Bild. Auch wurde die Entstehung in verschiedenen Phasen von Besuchern dokumentiert. Im Juni 1809 beschrieb eine Frau von Kügelgen, eine Bekannte Friedrichs, den ruhigen Himmel auf dem Bild Mönch am Meer. Aus späteren Untersuchungen weiß man, dass er anfänglich am Horizont zwei kleine Segelschiffe gemalt hatte, diese jedoch wieder entfernte[4]. Friedrich hat das Bild bis zur Ausstellung immer wieder in seiner Komposition leicht verändert[5]. Der Grundaufbau blieb aber wohl immer gleich.

[Bearbeiten] Bildmotiv

Eine einzelne Person, mit einer Kutte bekleidet und einem Arm am Kinn, steht auf einer teilweise mit Gras bewachsender Düne. Die Person, von den meisten als Mönch identifiziert, hat uns fast den Rücken zugekehrt und schaut auf ein raues Meer und einen fast strukturlosen Himmel. Der Himmel nimmt über Dreiviertel des Bildes ein. Es ist unklar, ob er auf einer hohen Klippe oder nur an einem sanften Abhang zum Meer steht. Die Düne bildet im Bildaufbau ein stummes Dreieck, das auf der Höhe der Person am weitesten in das Bild ragt. Neben dem Mönch befinden sich noch 14 Möwen auf dem Bild. Eine Möwe sitzt wenige Meter rechts neben dem Mönch, die anderen fliegen, schräg nach rechts oben, vom ihm weg.

[Bearbeiten] Wirkung

Der Mönch am Meer wirkte für viele Betrachter verstörend. Heinrich von Kleist schrieb in einer Besprechung mit dem Titel Empfindungen zu Friedrichs Seelandschaft von Apokalypse und Uferlosigkeit. Er beendete sie mit den Worten: “...so ist es, wenn man es betrachtet, als ob einem die Augenlider weggeschnitten wären”[6].

Eine satirische Annäherung, weniger an das Bild als an die Besucher, veröffentlichte kurze Zeit später Clemens Brentano unter dem Titel: Verschiedene Empfindungen vor einer Seelandschaft von Friedrich, worauf ein Kapuziner. In einem vielstimmigen Wortwechsel treibt Brentano Wortspiele wie Ossian und Ozean oder aus dem Grauen des einen Betrachters, wird ein Grau des anderen; ein auch noch heute lesenswertes Stück über Museumsbesucher [7].

[Bearbeiten] Literatur

  • Heinz-Georg Held: Romantik, Dumont, Köln 2003; ISBN 3832176012
  • Norbert Wolf: Friedrich, Taschen, Köln 2003; ISBN 3822819581
  • H. Th. Schulze Altcappenberg: An der Wiege der Romantik, Caspar David Friedrichs Jahreszeiten von 1803, Staatliche Museen zu Berlin 2006; ISBN 3-88609-561-4
  • Caspar David Friedrich: Die Briefe. Hrsg. und komm. von Herrmann Zschoche. ConferencePoint Verlag, Hamburg 2005; ISBN 3-936406-12-X.
  • Helmut Börsch-Supan & Karl Wilhelm Jähnig: Caspar David Friedrich. Gemälde, Druckgraphik und bildmäßige Zeichnungen, Prestel Verlag, München 1973; ISBN 3-7913-0053-9

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Held: Romantik , 2003, S. 81
  2. Friedrich, Norbert Wolf, Taschen, S.31
  3. Mündliche Mitteilung während einer Führung
  4. Friedrich, Norbert Wolf, Taschen, S. 31
  5. Die Briefe/ Caspar David Friedrich. S. 66
  6. Held: Romantik, S. 82
  7. Held: Romantik S. 84
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