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  * Damen * Team-Vorstellung * Angriff * Lätzsch, Heike   Freitag, 8. Januar 2010

H E I K E    L Ä T Z S C H



Rot-Weiß Köln

Jahrgang 1973

Berufsziel

Juristin

 

Rückennr. 15 

 

1990   8.Platz   7. Damen-Weltmeisterschaft Sydney
1991   2.Platz   3. Damen-Europameisterschaft Brüssel
1992   2.Platz   Olympische Spiele Barcelona
1993   3.Platz   2. Juniorinnen-Weltmeisterschaft Terrassa
1994   4.Platz   8. Damen-Weltmeisterschaft Dublin
1995   4.Platz   Champions-Trophy in Mar del Plata
1995   3.Platz   4. Damen-Europameisterschaft Amstelveen
1996   6.Platz   Olympische Spiele Atlanta
1997   2.Platz   Champions-Trophy in Berlin
1998   3.Platz   9. Damen-Weltmeisterschaft Utrecht
1999   3.Platz   Champions-Trophy in Brisbane
1999   2.Platz   5. Damen-Europameisterschaft Köln
2000   3.Platz   Olympic Qualifier Milton Keynes
2000   2.Platz   Champions-Trophy in Amstelveen
2000   7.Platz   Olympische Spiele Sydney
2002   7.Platz   10. Damen-Weltmeisterschaft Perth
2004   4.Platz   Olympic Qualifier in Auckland, Neuseeland
2004   1.Platz   Olympische Spiele Athen


244 Länderspiele, 41 Tore (Stand: 31.7.04) 




Heike Lätzsch – 2004 ist ihr Jahr des Aufbruchs

Die pfeilschnelle Kölnerin wird nach Athen in einem Medienkonzern arbeiten

2004 ist für Heike Lätzsch ein unglaublich stressiges, aber auch wichtiges Jahr. Die 30jährige Angreiferin des Bundesligisten Rot-Weiss Köln schloss ihr Jura-Studium mit dem Referendariat endgültig ab und wird ab 1. Oktober beim TV-Produzenten WIGE-Media in der Rechtsabteilung in den Beruf einsteigen. Zudem schaffte sie die Qualifikation für ihre vierten Olympischen Spiele. Lediglich Rekord-Nationalspielerin Nadine Ernsting-Krienke kommt auf ebenso viele Teilnahmen am wichtigsten Hockeyturnier der Welt.


Die Trennung von Freund Tim nach fast siebenjähriger gemeinsamer Zeit war vor wenigen Monaten der negative Höhepunkt des Jahres. Doch die attraktive Kölnerin sieht ihr plötzliches Single-Dasein inzwischen als Chance. Schließlich kann sie sich nun voll auf ihren neuen Job konzentrieren. Zwischen schriftlichen Klausuren und mündlichen Prüfungen hatte sie bereits vier Monate für den Medienkonzern in Frechen, der unter anderem viel im Bereich der Formel 1 produziert, gearbeitet. Die Vollblut-Sportlerin hatte am Ende das Job-Angebot bekommen und sofort zugesagt.
„Dort stimmte die Chemie sofort. Der Geschäftsführer ist Ex-Bundesligaprofi des VfL Bochum. Auch die Beachvolleyballerin Meike Friedrichsen hatte dort schon gearbeitet.“ Heike Lätzsch freut sich auf ihren Tätigkeitsbereich dort, der vor allem in der Abwicklung von Lizenz- und Vermarktungsverträgen liegen wird. Als Leistungssportlerin hat Heike schon viel von ihren in langen Jahren geknüpften Beziehungen zu anderen Sportlern profitiert.
Für die Referendariats-Station am Strafgericht hatte sie zwischen Strafrichter und Staatsanwaltschaft wählen dürfen. Hilfe bekam sie bei der Entscheidung von einem „Hexer“. Der ehemalige Handball-Nationaltorhüter Andreas Thiel, in dessen Kanzlei Heike auch schon vorübergehend jobbte, gab ihr den entscheidenden Tipp und vermittelte den Kontakt zum Richter. Bei der Staatsanwaltschaft hätte Lätzsch auch Sitzungsvertretungen machen müssen, die mit den langen Lehrgangszeiten fürs Nationalteam nicht vereinbar gewesen wären.
Heikes Sportlerkarriere wird nach Athen zumindest in der Bundesliga eine Fortsetzung erfahren. Für die Nationalmannschaft will sie sich noch nicht festlegen. „Das wird vom Job abhängen, aber auch von meinem Körper, der in diesem Jahr sich schon ein-, zweimal gemeldet hat. Noch will ich nicht darüber nachdenken, ob Athen die Endstation sein könnte, weil man dann immer mit einer Träne im Auge dabei ist.“
Heike hat zwar weniger Einsätze als die langjährige Weggefährtin Nadine Ernsting-Krienke auf dem Konto, ist aber dennoch mit gerade mal 30 Jahren die langgedienteste Spielerin im Olympiakader. Sie ist die einzige deutsche Nationalspielerin, die bereits an vier Weltmeisterschaften teilgenommen hat. Das schaffte sonst nur der Heidelberger Michael „Michi“ Peter, der in seiner 20-jährigen aktiven Karriere im Nationalteam (1965 bis 1985) ebenfalls vier Weltmeisterschaften bestritt. Dass die pfeilschnelle blonde Angreiferin dabei gar nicht wie ein „Hockey-Dino“ wirkt, liegt auch daran, dass sie 1990 bereits mit süßen 16 Lenzen erstmals in den A-Kader berufen wurde.
Die Erfolge verteilten sich dann gleichmäßig. 1992 gewann sie Silber bei den olympischen Spielen in Barcelona, 1998 holte sie WM-Bronze in Utrecht. 1999 wurde sie erstmals deutsche Meisterin mit Rot-Weiss Köln, nur ein Jahr später Europapokalsiegerin der Landesmeister. Dabei konzentrierte sich Heike, bis dahin auch im Tennis auf Landesebene sehr erfolgreich, erst 1986 so richtig auf den Hockeysport. Damals starb ihr sechs Jahre älterer Bruder Carsten, selbst Junioren-Europameister, bei einem Autounfall auf dem Weg zu einem Bundesligaspiel. „Er hat mich zum Hockeysport gebracht“, erzählt Heike. „Ohne ihn wäre ich wahrscheinlich nicht da, wo ich heute sportlich bin.“ Von ihrem Heimatclub Braunschweiger THC wechselte sie zum Lokalrivalen Eintracht in die Bundesliga. Nach dem Abitur 1993 begann sie das Jurastudium in Köln, spielte aber erst einmal vier Jahre in Leverkusen, bevor 1998 der Wechsel zum Traditionsclub KHTC Stadion Rot-Weiss nach Köln-Müngersdorf erfolgte.
Größter Fan ist schon seit Jahren Mutter Ruth Lätzsch. Sie hat sich bis auf die WM 1990 kein internationales Turnier entgehen lassen, bei dem ihre Tochter mitgespielt hat. So war sie auch unter den Zuschauern, als Heike 1992 in Barcelona bei der olympischen Eröffnungsfeier ihr Team verlor und im Trubel einen rothaarigen Athleten in deutscher Montur nach dem Weg fragte. Der entpuppte sich als Tennis-Idol Boris Becker, an dessen Seite sie anschließend die Zeremonie erlebte. „Wir haben uns total nett unterhalten und ich durfte mir danach von meinen Teamkollegen natürlich so manchen Text anhören“, erinnert sich Heike. 

dha - deutsche hockey agentur

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