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Die Onlineausgabe der Kulturzeitung der Bayerischen Theaterakademie

Haarspray für die Schulterpolster

Geschrieben von Barnabas Szöcs  am  17. März 2010

Hautenges Grauen: Eine musikalische Zeitreise in die Achtziger.

Die Langzeitstudenten sind schuld

Wenn Berlin eitel ist, und davon muss ausgegangen werden, dann wird es den Regisseur Volker Lösch jetzt keines Blickes mehr würdigen. Denn in seiner Inszenierung von „Berlin Alexanderplatz“ an der Schaubühne kommt die Metropole außer im Titel kaum jemals vor. Noch nicht einmal zu der hommage-artigen Beleidigung „Hure Babylons“ lässt sich Lösch rühren in seinem lebhaften Sozialkritik-Einmaleins, obwohl diese historische Unflätigkeit biblischen Ausmaßes geradezu Kultcharakter in Döblins epochalem Großstadtroman beansprucht. Berlin hat also allen Grund zu schmollen. Zu sehen ist die Aufführung heute abend (16.3./20 Uhr) sowie am 9., 18., 19. und 20. April.

Blut und Rosen

„Ich fange jetzt mit Pop Art an“, soll Andy Warhol 1960 zu einem Freund gesagt haben. Zwei Jahre später entstanden die ersten Serienbilder von Suppendosen und Dollarscheinen, kurz darauf die verschiedenen, kolorierten Marilyn-Siebdrucke, die mittlerweile zum Inbegriff von Warhols Schaffen geworden sind. Das Museum Brandhorst im Münchner Museumsviertel besitzt neben solchen Klassikern über hundert weitere Warhol-Werke und ist damit seit seiner Eröffnung im Mai 2009 die wohl größte Warhol-Sammlung Europas. Ein Rundgang durch Münchens neuestes Museum.

Migrationsprobleme und Bananenschalen

“Ach ja, die Kolonialisierung”: In seinem Roman “Black Bazar” erzählt der Kongolese Alain Mabanckous eine urkomische Geschichte über afrikanische Einwanderer in Frankreich. Der Autor liest am Mittwoch, 17. März, in der Buchhandlung Lehmkuhl (20.30 Uhr, Leopoldstraße 45)

Immer tiefer ins Dunkle, ins Dickicht hinein

Marc Rensings Langfilmdebüt “Parkour”, bei den Hofer Filmtagen mit dem Eastman Förderpreis ausgezeichnet, kommt nun in die Kinos.

Liebe deinen Neger wie dich selbst

Paternalisierendes Rührstück anstatt sensibles Außenseiterdrama: Hier werden die “schlechten Schwarzen” (Crack, Gewalt, Adipositas) gegen die “guten Schwarzen” (Oprah, Obama, Will Smith) ausgespielt. Auch eine Form von Lohnabstandsgebot.

Am Anfang schon am Ende

Lee Daniels berührendes Außenseiterdrama “Precious” darf sich mit zwei Oscars schmücken: Mo’nique ist als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet worden, Geoffrey Flechter hat in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch gewonnen. In Deutschland startet der Film am 25. März.

Yusuf im Nebel

Dieser Film ist weder zum Heulen noch zum Lachen. „Sonbahar – Herbst“, das Regiedebüt von Özcan Alper, erzählt von einer Ausweglosigkeit in einem türkischen Dorf, die kaum Hoffnung zulässt, und verweigert sich trotz der endlosen Leere emotionalen Erleichterungen.

Leben, ohne dass es weh tut

Der Tänzer, Choreograf und Regisseur Faustin Linyekula lebt und arbeitet in Kisangani und Kinshasa (Demokratische Republik Kongo). Dort gründete er 2001 die Studios Kabako – ein Netzwerk für künstlerischen Austausch. Seine Produktionen sind regelmäßig auch in Europa zu sehen. Die politische, gesellschaftliche und geschichtliche Situation seiner Heimat beschäftigt ihn ebenso wie die Suche nach einer durchlässigen Präsenz des Körpers und des Denkens. Linyekula eröffnete die Veranstaltungsreihe „Woodstock of Political Thinking“ des Spielart Festivals in München. Aktuell tourt er mit einem Solo, das Raimund Hoghe, der langjährige Dramaturg von Pina Bausch, für ihn entwickelte.

Orestiechen klein

Aischylos und die Kunst des Kürzens am Münchner Volkstheater: Christine Eder inszeniert die Trilogie in rekordverdächtigen 90 Minuten