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10.05.2010

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Schweinegrippen-Impfstoff: 236 Millionen Euro Verlust
Bundesländern droht 236 Millionen Euro Verlust

Keine Käufer für den Schweinegrippen-Impfstoff

Alle Verhandlungen über den Verkauf von überschüssigen Schweinegrippen-Impfdosen sind bislang gescheitert. Das berichtet die "Westdeutsche Allgemeinen Zeitung". Nachdem sich in Deutschland nicht so viele Menschen impfen ließen wie erwartet, blieben etwa 30 Millionen Impfdosen übrig. "Die Chancen, den Impfstoff doch noch verkaufen zu können, werden natürlich mit jedem Tag geringer", sagte der Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums, Thomas Spieker, und bestätigte damit den Zeitungsbericht.

236 Millionen Euro Verlust

Impfstoff für die Schweinegrippe Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Nach erster Angst, kein Interesse mehr am Schweinegrippen-Impfstoff ]
Laut neuesten Zahlen sitzen Bundesländer noch auf mindestens 28,3 Millionen Impfdosen mit einem Wert von bis zu 236 Millionen Euro. Allein dem bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen droht laut "WAZ" ein Verlust von 53,3 Millionen Euro. Und ewig können die Impfdosen nicht aufbewahrt werden. "Im Schnitt läuft die Haltbarkeit der Impfdosen im Herbst 2011 ab", heißt es im Ministerium.

Niedersachsen, das im Moment den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz der Länder hat, hatte im Namen aller Bundesländer seit Januar nach Käufern für den Impfstoff gesucht. Zunächst zeigten zwar etliche Staaten wie Albanien, Moldawien, Mazedonien, Kosovo und die Mongolei Interesse, doch als weltweit die Angst vor der Schweinegrippe sank, kam kein Verkauf zustande. "Mit einem Staat haben wir konkreter verhandelt, aber da keine Gegenleistung floss, kam kein rechtsgültiger Vertrag zustande", sagt Spieker. Welcher Staat den Vertrag kurz vor der Lieferung noch platzen ließ, wollte er nicht sagen. Spieker betonte, es sei verfrüht, von einem endgültigen Scheitern der Verkaufsverhandlungen zu sprechen.

Auch gegen saisonale Grippe wirksam?

Insgesamt wurden von den Ländern nach Angaben des Ministeriums 34 Millionen Impfdosen für 283,2 Millionen Euro angeschafft. Demnach hätten sich deutschlandweit 5,7 Millionen Menschen bis zum 23. April impfen lassen.

Nun hoffen die Länder, wenigstens einen Teil des Serums im Herbst wieder zu Geld machen zu können: Experten des Bundes prüften derzeit, ob der Impfstoff auch gegen die saisonale Grippe eingesetzt werden könne. "Die Untersuchungen laufen aber noch", heißt es aus Niedersachsen.

Stand: 07.05.2010 15:32 Uhr

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