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Illa J - Yancey Boys

John Yancey wagt den Versuch, die tiefen Fußstapfen des verstorbenen Bruders James Yancey zu füllen. Mit anderen Worten: Illa J rappt und singt über bislang unveröffentlichte J Dilla Beats.

Illa J - Yancey Boys

Cover: "Yancey Boys"

  • Artist:Illa J
  • Title:Yancey Boys
  • Producer:J Dilla
  • Label:Delicious Vinyl
  • MySpace:MySpace aufrufen
  • Rating:4

Illa J, ursprünglich aus der Autostadt Detroit, mittlerweile in L.A. ansässig, dürfte für die meisten eine unbekannte Nummer sein und wäre es wohl geblieben, wäre da nicht sein berühmter Bruder gewesen.

Über Michael Ross, Besitzer des kalifornischen Labels Delicious Vinyl“, gelangte Illa J letztes Jahr an eine CD mit unveröffentlichten Beats aus den Jahren 95 – 98, zu der Zeit also, als J Dilla noch vor seiner Zeit bei Stones Throw  u.a. für das The Pharcyde Album „Labcabincalifornia“ zeitlose Hits wie „Runnin“ oder „Drop“ produzierte.

„Yancey Boys“
wird sich, beattechnisch, wohl in diese Reihe zeitloser Hits gesellen können, denn fast jeder einzelne Track kann mit einem individuellen, ansprechenden musikalischen Hintergrund aufwarten:
Egal ob der Opener „Timeless“ mit seiner markanten Pianonote, „All Good“ mit einem sehr gediegenen, frechen Hornsample oder der sehr abgespacete, melancholisch-düstere Klang von „Everytime“ – für eine Chilloutsession sind die hier verarbeiteten, angenehm ruhigen Jazz-, Soul- und RnB-Elemente, auf denen das ganze Album aufbaut, bestens geeignet.

Perfekt, um für eine kurzweilige Dreiviertelstunde in eine adere Welt einzutauchen, in die „außerirdische“ Welt des J Dilla, wie sein Freund Frank Nitty im amüsanten Skit über dessen musikalisch hochtalentierte „Alien Family“ feststellt. Daraus folgert er, dass auch Illa J, als Spross dieser Familie, ebenfalls ein musikalisches „crazy ass alien“ sein muss.
Leider weiß Illa J seine außerirdische Anlage auf „Yancey Boys“ nur zu gut zu tarnen:

Zwar trifft er mit seinem Gesang durchaus die richtige Note und macht so aus dem  wertvollen Beatmaterial durchaus solide Tracks mit eingängigen, radiofähigen Hooks wie „Timeless“, „We Here“ oder „Everytime“, doch MC-technisch gesehen gibt es da noch einiges Potenzial, sofern vorhanden, auszuschöpfen.
Es scheint, als würde Illa J auf seinem eigenen(!) Debütauftritt als Rapper nur eine kleine Nebenrolle spielen, er schafft es niemals wirklich, sich vom gemütlichen Beatteppich  des Bruders abzuheben. Triviale Lines wie „Let me tell you my mission / I'm here to inspire / to bring together the earth, wind and fire." (“Strugglin”) sind zudem keine wirkliche Einladung an den Hörer, sich mit Inhalt und Message näher auseinanderzusetzen…


Anspieltipps: R U Listenin? Ft. Guilty Simpson, All Good, Everytime

Fazit: „Yancey Boys“ bietet ein harmonisches 47-minütiges Musikerlebnis, das durchgängig dazu einlädt, sich entspannt zurückzulehnen und das Vermächtnis des Dilla Dawg zu genießen.

 
© Geschrieben von Diep Ta

Kommentar von Mike am 28.11.2008 18:38
Kurz und knapp: Beats J Dilla dope, Raps J Dilla light :)
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