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Alexander Ulfig: "Die Angst und das Schweigen der Wissenschaftler"

von Ferdinand Knauß, 13. Mai 2009, 17:39

Zum Abschluss hier der sechste Teil von Alexander Ulfigs Essay "Qualifikation statt Gleichstellung. Schritte zu einer gerechteren Praxis der Stellenvergabe":

6. Die Angst und das Schweigen der Wissenschaftler

Abschließend bleibt noch die Frage zu klären, warum Wissenschaftler nichts gegen die Gleichstellungspolitik an den Universitäten unternehmen. Haben sie die Prinzipien der Wissenschaft wie Unparteilichkeit, Unvoreingenommenheit und weltanschauliche Neutralität vergessen? Sind sie nicht in der Lage, die Gehirnwäsche der Gleichstellungspolitik zu durchschauen? Oder haben sie bloß keinen Mut, gegen sie ins Feld zu ziehen?


Jegliche Kritik an der Gleichstellungspolitik wird im Keim erstickt. Wissenschaftler lassen sich von Frauenpolitikerinnen und Frauenbeauftragten mundtot machen. Eine offene und kritische Auseinandersetzung mit der Gleichstellungspolitik findet an den Universitäten nicht statt. Das Schweigen der Wissenschaftler verwundert, da man in der Öffentlichkeit davon ausgeht, dass sie, insbesondere Professoren, nicht nur die Klügsten im Lande sind, sondern auch  moralische Instanzen darstellen. Auch die sog. „kritischen Wissenschaftler“, die ja sonst jeglichem Hauch von Ideologie auf der Spur sind, schweigen zu einer der gefährlichsten Ideologie unserer Zeit und ihren politischen Auswüchsen.


Die meisten männlichen Wissenschaftler haben nicht bloß Angst, sich kritisch in der Öffentlichkeit über die Gleichstellungspolitik zu äußern. Sie hoffen darüber hinaus, dass sie selbst von den Gleichstellungsmaßnahmen nicht getroffen werden. Sie verdrängen daher ihre Überzeugungen und verharren in Passivität.


Nicht wenige Wissenschaftler engagieren sich sogar für die Gleichstellungspolitik. In ihrem Eifer übertreffen sie noch die professionellen Wächterinnen des Gleichstellungssystems. Für ihr Engagement gibt es erstens eine pragmatische Erklärung: Sie erhoffen sich davon bessere Handlungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen.


Zweitens ist ihr Engagement sozialpsychologisch zu deuten: Der Historiker Martin van Creveld behauptet, dass sich Männer für Frauen auch dann engagieren, wenn es ihnen persönlich oder als Geschlecht schadet, weil sie damit eine Schuld zurückzahlen. Schließlich wurden sie von Frauen zur Welt gebracht und von ihnen in der Regel erzogen - die Stärke der Frauen ist das schlechte Gewissen der Männer. (M.van Creveld, Das bevorzugte Geschlecht, München 2003, S. 404f)
Diese Deutung ist nicht so abwegig, wie sie auf den ersten Blick erscheint. Mit Hilfe der medialen Indoktrination werden solche Schuldgefühle verstärkt. Das Leid, das Männer Frauen angeblich zugefügt haben, soll kompensiert werden. Viele Männer fühlen sich dazu verpflichtet, Frauen entgegen zu kommen, ihnen zu helfen, sie besonders zu fördern.


Doch jeder psychologische Laie weiß, dass es nicht richtig ist, aufgrund von Schuldgefühlen zu handeln. Und es ist genauso verfehlt, sich in der Politik von Schuldgefühlen leiten zu lassen. Schuldgefühle lähmen das Handeln und verhindern eine offene und konstruktive Auseinandersetzung mit dem betreffenden Thema.


Die wenigen Mutigen, die sich an den Universitäten gegen die Gleichstellungspolitik auflehnen, werden als Frauenfeinde gebrandmarkt, eingeschüchtert und verfemt, was verheerende Konsequenzen für ihre wissenschaftliche Laufbahn hat.


Rechtlich scheinen Wissenschaftler gegenüber den Maßnahmen der Gleichstellungspolitik wehrlos zu sein. Das einzige Mittel gegen ihre offene Diskriminierung sind Klagen gegen Entscheidungen von Einstellungs- bzw. Berufungskommissionen. Dieses Rechtsmittel nehmen nur wenige in Anspruch, weil sie die Macht des Gleichstellungssystems fürchten und nicht als Frauenfeinde bezeichnet werden möchten. Frauenförderung ist Gesetz, weil die Inhaberinnen der politischen Macht sie zum Gesetz gemacht haben. Gegen solche Klagen wird folgendermaßen argumentiert: Aufgrund Art 3 GG, Abs. 2 sei der Staat zur Beseitigung tatsächlich bestehender Benachteiligungen verpflichtet. Die Minderbeteiligung von Frauen in Führungspositionen sei eine solche Benachteiligung, der mit solchen Förderprogrammen begegnet wird.  Und das reicht dann  auch schon aus.


Es ist daher höchste Zeit, dass sich männliche Wissenschaftler organisieren, gegenseitig unterstützen und gemeinsam politische Forderungen stellen. In Analogie zu Frauenräten könnten Männerräte entstehen, in denen alle Benachteiligten (Studenten, wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren) ihre Arbeit konsolidieren würden. Ihre vordringliche Aufgabe wäre, auf Männer diskriminierende gesetzliche Maßnahmen und konkrete Fälle von Diskriminierung zu verweisen. Des Weiteren könnten sie Druck auf universitäre Entscheidungsgremien (Präsidium, Senat, Fachbereichsrat), wissenschaftspolitische Institutionen (DFG, Wissenschaftsrat) und bildungspolitische Institutionen des Bundes und der Länder (Ministerien) ausüben.





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Kommentare

  1. Eike Scholz kein Betreff
    13.05.2009 | 18:21

    Ich denke man sollte erstmal sicher stellen, dass sich der Feminismus nicht mehr gegen (akademische) Kritik immunisieren kann. Zumindest in meinem Bekanntenkreis sehe ich es schon immer öfters, dass es (jungen) Frauen peinlich ist sich als Feministinnen darzustellen, da das gleichbedeutend ist mit dem Urteil ist, zumindest zum Teil nicht in der Lage zu sein kritisch zu denken.
    Ideen leiten das Handeln, deshalb sollte man vor allem Ideologiekritik üben - wie es dieser Blog auch tut.

  2. Ferdinand Knauß @ Eike Scholz
    13.05.2009 | 18:30

    Danke, dass Sie meine Intention so treffend erfasst haben. Ideologiekritik ist tatsächlich ein ganz zentraler Beweggrund, diesen Blog zu betreiben.

  3. Monika Armand @ Ideologiekritik "Feminismus"
    13.05.2009 | 18:55

    schließe mich dieser Forderung vollumfänglich an!Ich betreue gerade einen Fall, bei welchem eine erklärte Feministin und Jugendamtsmitarbeiterin eine Noch-Ehefrau dabei unterstützt nicht nur den rechtmäßigen Umgang des Kindes mit seinem Vater zu vereiteln, sondern auch über undifferenzierte Anmerkungen vorschlägt, dem Vater auch das Sorgerecht zu entziehen.

    Eigentlich sollte diese Frau gemäß § 17 SGB VIII, die Eltern dabei unterstützen, einvernehmlich miteinander eine Umgangsregelung im Sinne des Kindes zu finden.

    FAZIT: Das Schweigen der Wissenschaft(ler) und seine Folgen reicht sehr tief in den Alltag hinein....

  4. Patrick Einschüchterung von Kritikern
    13.05.2009 | 20:09

    Zum feministischen Umgang mit Kritikern empfehle ich diesen Text:

    http://tinyurl.com/c5apy2

  5. ajk hey super
    14.05.2009 | 12:19

    finde ich grossartig was hier herauskommt. :)

    Endlich wird sich mal gewehrt..

    Bitte weitermachen!

  6. Alexander Ulfig Männerräte
    14.05.2009 | 13:08

    Am Ende dieses Teils schreibe ich über die Einrichtung von Männerräten in Analogie zu Frauenräten. Das kann missverständlich oder gar widersprüchlich klingen, denn ich spreche mich in dem Essay konsequent für eine Qualifikationsorientierung aus, die von gruppenspezifischen Interessen absieht.
    Über die Zusammensetzung und die Form solcher Organisationen kann noch diskutiert werden. Ich kann mir vorstellen, dass in solche Organisationen auch Frauen aufgenommen werden könnte, also alle Wissenschaftler und Wissenchaftlerinnen, die der Qualifikationsorientierung folgen und sich gegen jegliche Form von Quotenregelungen aussprechen.

  7. Eine Studentin kein Betreff
    14.05.2009 | 14:21

    Es ist echt schade, dass ein so wissenschaftliches Magazin, mit einem so hohen Niveau einen Kolumnisten beschäftigt, der Frauenfeindlichkeit unter dem Deckmantel von wissenschaftlicher Kritik an Genderforschung und Feminismus verbreitet. Allein das ist ein Argument FÜR Feminismus, denn sonst würde ein solches Magazin solchen Autoren nicht SO einen Platz geben.

  8. Ferdinand Knauß @ eine Studentin
    14.05.2009 | 14:37

    Meinen Sie mich oder Herrn Ulfig?
    Falls ich gemeint bin:
    - ich bin nicht Kolumnist noch sonst in irgendeiner Weise Angestellter des Spektrum-Verlages. Ich bin Wissenschaftsredakteur des Handelsblattes und betreibe diesen Blog unentgeltlich und zum reinen Vergnügen.

    - frauenfeindlich bin ich genauso wenig.

    Bitte versuchen Sie doch das zu belegen, bevor Sie es behaupten. Von "Maskulismus" als feminism in reverse distanziere ich mich. Dass es ihn gibt, halte ich aber für verständlich. Angesichts der Aktivität des Feminismus, kann eine Gegenbewegung nicht ausbleiben. Äußerungen von "Maskulisten" in diesem Diskussionsforum geben nicht meine persönliche Meinung wieder. Das muss ich doch nicht extra erwähnen

    Wer Ideen des Feminismus kritisiert, ist damit noch lange kein Frauenfeind. Wer das politische System in Russland kritisiert, ist schließlich dadurch auch kein Russenfeind. Das ist doch eine Banalität.

    Ich wünschte mir wirklich fundiertere Kritik als solch unüberlegte Pauschalvorwürfe. Schreiben Sie doch bitte, was Sie konkret an Ulfigs Behauptungen oder meinen auszusetzen haben. Das würde der Diskussion hier sicher gut tun.

  9. Martin Huhn @ Studentin
    14.05.2009 | 14:42

    Wie und wen meinen Sie?

    Die Brainlogs sind nicht Gehirn & Geist, sie werden zwar von Gehirn & Geist unterstützt, aber redaktionell haben sie mit den Brainlogs nicht viel gemein. Jeder Blogger ist für die eigenen Inhalte selbst verantwortlich. Ferdinand Kauß, der Bloginhaber von Geschlechtsverwirrung, ist Redakteur beim Handelsblatt und die Beiträge von Alexander Ulfig sind Gastbeiträge im Blog von Ferdinand Knauß. Das alles hier hat also mit Gehirn & Geist überhaupt nichts zu tun.

    Und meine persönliche Meinung zu den Beiträgen von Alexander Ulfig. Ich kann keine Frauenfeindlichkeit feststellen. Eine kritische Sicht auf den Feminismus, das wohl, aber ist das schon Frauenfeindlichkeit? Ich kenne genügend Frauen, die mit diesem Feminismus nur wenig anfangen können. Sind diese Frauen auch frauenfeindlich? Oder was stellen Sie sich als frauenfeindlich vor?

  10. Roslin @eine Studentin
    14.05.2009 | 15:00

    Sie betreiben hier die übliche Totschlagargumentation, mit der Kritk an der feministischen Ideologie tabuisiert werden soll: Feminismuskritik = Frauenfeindlichkeit.

    Das hätten Sie wohl gerne.

    Kritik am Feminismus ist nicht gleichzusetzen mit Kritik am Verhalten feministischer IdeologInnen (Frauenbeauftragte, irreführend Gleichstellungsbeauftragte genannt z.B.)

    Noch viel weniger gleichzusetzen mit Kritik an DEN Frauen.

    Es ist eine schon altehrwürdige Tradition des Feminismus, diese Anmaßung, er spräche für DIE Frauen.

    Kommunisten sprachen nie für DIE Arbeiter, Nationalsozialisten nie für DIE Arier, Germanen, Deutschen, was auch immer.
    Aber IdeologInnen behaupten gerne, sie sprächen für DIE, was auch immer.
    Sie sprechen jedoch in erster Linie nur für sich selbst.

    Wenn Ihnen an einer sachlichen Diskussion gelegen ist, dann führen Sie doch bitte konkret an, was an der Argumentation von Herrn Ulfig frauenfeindlich ist in Ihren Augen.

    Ich vermag darin nichts Frauenfeindliches zu entdecken.

  11. rotfell kein Betreff
    14.05.2009 | 16:04

    @roslin: "Noch viel weniger gleichzusetzen mit Kritik an DEN Frauen." Danke schön! Das beruhigt mich (nach einigen Kommentaren von Ihnen, die mehr als nur ein wenig mißverständlich waren) ;-)

    @eine Studentin: Sie Ärmste haben scheinbar nicht das System Scilogs verstanden und werden jetzt von den Herren stilecht dafür zerrupft. ;-) "Allein das ist ein Argument FÜR Feminismus, denn sonst würde ein solches Magazin solchen Autoren nicht SO einen Platz geben.". Mal abgesehen von der Tatsache, daß Sie sich anscheinend nicht in dem System auskennen: Es ist doch irgendwie ironisch, daß Menschen unter dem Deckmantel der Gleichberechtigung ein Verbot einer konträren (wissenschaftlich begründeten) Meinung fordern. Um "Frauenfeindlichkeit" geht es hier durchaus nicht, sondern um eine realistische Kritik an dem Feminismus. Das sind zwei Paar Schuhe.

    Obwohl manche Kommentare von Lesern auch meines Erachtens grenzwertig sind und die Unterscheidung (Antifeminismus - Frauenfeindlichkeit) dabei nicht immer ganz klar getroffen werden kann, ist die Hauptaussage der Blogposts nicht frauenfeindlich, sondern der Blogautor übt nur wissenschaftlich begründete Kritik am Feminismus, was durchaus interessant zu lesen ist.

  12. Eike Scholz kein Betreff
    14.05.2009 | 17:13

    @Eine Studentin

    Ihre Aussage ist falsch. Hier wird keine Frauenfeindlichkeit unter dem Deckmantel von wissenschaftlicher Kritik an Genderforschung und Feminismus verbreitet.

  13. Roslin @rotfell
    14.05.2009 | 19:29

    Ich gebe zu, ich unterschätze vielleicht den "Beruhigungsbedarf", den einige polemisch verkürzte Formulierungen begründen könnten.
    Unsere "Differzenzierungskultur", die mir sehr "weiblich" scheint, gouvernantenhaft-tantenhaft weiblich, ödet mich oft nur noch an.
    Ich gehöre zu jenen, die sich früher auf Bundestagsdebatten dann freuten, wenn Beiträge von Strauß und Wehner zu erwarten standen.
    Heute frage ich mich nur noch, ob mich Frau Merkel oder Frau Roth besser schlafen lässt.

    Ich könnte ja nun die übliche Beruhigungsfloskel aller Frauenfeinde einstreuen: "Ich liebe doch Frauen, wirklich."
    Das wäre jedoch unehrlich.
    Die meisten Frauen mag ich nicht sonderlich.
    Einige wenige mag ich, eine liebe ich sogar, sehr.
    Ich bin kein Frauenfreund.
    Allerdings geht es mir mit Männern nicht anders, auch mit mir selbst nicht:)

    Ich bin wohl kein Menschenfreund, aber ich bemühe mich.
    Zumindest um Unparteilichkeit in meiner (milden) Abneigung.
    Das spürt man doch hoffentlich?

  14. Monika Armand @ Studentin
    14.05.2009 | 20:12

    Der Beitrag stimmt mich nachdenklich zur geübten Wissenschaftlichkeit im "Studierbetrieb" ;-))

    Ad personam-Argumente scheinen die wissenschaftliche Diskussion zu verdrängen ???....

    Eigentlich ist "Feminismus" grundgesetzwidrig, denn er bevorzugt und stellt die Geschlechter nicht gleichberechtigt nebeneinander. Vielleicht deshalb landet die Argumentationsebene dann des Öfteren mal am Stammtisch und versinkt in subjektiven Vorurteilen ..... ;-))

  15. Helmut Wicht @ Roslin
    14.05.2009 | 21:21

    Zitat:

    "Die meisten Frauen mag ich nicht sonderlich. Einige wenige mag ich, eine liebe ich sogar, sehr. Ich bin kein Frauenfreund. Allerdings geht es mir mit Männern nicht anders, auch mit mir selbst nicht."

    Wer immer Sie sind, _Sie_ möchte ich in meinem Streit für und gegen die Weiber, für und gegen die Kerle, für und gegen die Menschheit, für und gegen Gott und die Welt, für und gegen mich selbst an meiner Seite haben. Die Sätze, die Sie schrieben und die ich oben zitierte, sind sehr schön.

    Um's anders zu sagen: lasst Weiber Weiber sein, Kerle Kerle, aber macht einander klar, dass ihr weniger ein Problem untereinander, als mit euch selbst und der Welt habt, die Euch umgibt, und dass ihr euch - von Weib zu Kerl zu Mann zu Frau und Frau zu Frau und Mann zu Kerl - vielleicht untereinander helfen könnt. WEIL ihr verschieden seid.

    Und im übrigen finde ich es begrüssenswert, dass der Feminismus in Form einer anonymen "Studentin" hier sein intellektuelles Potential zur Gänze offenlegt.

    (*kotz*)

    Frau Schwarzer??

  16. Alexander Ulfig Organisationsformen
    15.05.2009 | 12:45

    Die Aussage "X ist frauenfeindlich" stellt keinen konstruktiven Beitrag zur Diskussion dar. Sie ist destruktiv und hat die Funktion, Kritiker mundtot zu machen und zu verletzen. Ich möchte nicht weiter auf diese Aussage eingehen.
    Stattdessen möchte ich die Frage aufwerfen, welche Form die von mir vorgeschlagenen Organisationen annehmen könnten.
    Sollten es einfache Arbeitsgruppen oder Ausschüsse(Qualifikationsausschüsse) oder Räte sein?
    Welchen Satus könnten solche Organisationen haben? Sollten sie der Universitätsverwaltung untergeordnet werden oder außeruniversitär sein?
    Wie könnten solche Organisationen Druck auf universitäre Gremien und Kommissionen ausüben?

  17. Ferdinand Knauß @ Ulfig
    15.05.2009 | 19:10

    Vom Namen "Männerrat" würde ich absehen. Das klingt nach "Maskulismus", also feminism in reverse.

  18. Peter Bosshard Aufrichtigkeit in der Argumentation
    16.05.2009 | 10:15

    Um der Gleichstellungspolitik argumentativ zu begegnen wäre es zuallererst mal notwendig aufzuzeigen, dass Gleichstellung und Gleichberechtigung prinzipiell unvereinbar sind, sofern wir Rechte als die Rechte des Individuums verstehen.

    Die grundsätzlichste Frage lautet somit nicht : " Sind sie für Gleichberechtigung und Gleichstellung " sondern: " Sind sie für Gleichstellung oder Gleichberechtigung". Das Oder ist in diesem Falle ein ausschliessendes Oder.

    Dass sich eine Gleichstellungspolitik nicht mit einer Gleichberechtigungspolitik verträgt, zeigt sich alleine schon am Willen zur Implementierung des Steuerungsmittels " positive Diskriminierung ", oft auch beschönigend " positive Aktionen " genannt, ohne welches die Gleichstellung gemäss den Genderisten nicht erreicht werden kann.

    Da ich kein orwellsches Doppeldenk beherrsche, ist Ungleichbehandlung für mich mit dem Gleichbehandlungsgebot unvereinbar.

  19. Eike Scholz kein Betreff
    16.05.2009 | 13:30

    @Peter Bosshard

    Sie haben recht. Gleichberechtigung und Gleichstellung schließen sich aus, wenn die gleichzustellenden Gruppen nicht gleich sind.
    Leider bedeutet es auch, dass es keine faktische Chancengleichheit gibt.

    Diskriminierung kann man nicht an Statistiken festmachen die nur das Resultat eines langen Gesellschaftlichen Prozesses wieder geben. Z.B. an Hand der Anzahl der Führungspersonen die einer Bestimmten Gruppe angehören. Oder anhand der Verbrecher die einer Bestimmten Gruppe angehören usw. Leider lassen viele Studien die mittels Statistik die Diskriminierung irgendeiner Gruppe nachweisen wollen eine Entsprechende Sorgfalt vermissen. Allgemein nicht nur im Bezug auf Feminismus.

    Der Blog könnte ja mal Regelmäßig die Fehler in Studien aufzeigen, die Feministische "Wahrheiten" untermauern wollen. Das macht Orac z.b. mit Studien die Wirksamkeit von Homöopathie über den Placebo-Effekt hinaus nachweisen wollen auch regelmäßig.
    ( http://scienceblogs.com/insolence/ )

    @Ferdinand Knauß
    Ich helfe auch gerne mit bei der Analyse. Sie können mir zweifelhafte Studien per Mail schicken. Ich kann vermutlich relativ schnell Fehler darin identifizieren da ich Mathematiker bin. Zu einem Blogeintrag zusammenfassen müssen sie das aber selber. Es dürfte doch gerade in Hinsicht auf Ideologiekritik überzeugend sein, wenn man aufzeigt das Feministische Wissenschaft regelmäßig Junk-Science produziert. Ich habe zumindest den Eindruck, dass sie das tut.

  20. Peter Bosshard Statistik
    16.05.2009 | 14:03

    H. Scholz schrieb : "Diskriminierung kann man nicht an Statistiken festmachen die nur das Resultat eines langen Gesellschaftlichen Prozesses wieder geben. Z.B. an Hand der Anzahl der Führungspersonen die einer Bestimmten Gruppe angehören. Oder anhand der Verbrecher die einer Bestimmten Gruppe angehören usw. Leider lassen viele Studien die mittels Statistik die Diskriminierung irgendeiner Gruppe nachweisen wollen eine Entsprechende Sorgfalt vermissen. Allgemein nicht nur im Bezug auf Feminismus."

    Wäre der Missbrauch der Statistiken nicht eine interessante Thematik für einen Science Blog ? Sie stellen ja richtigerweise fest, dass dieser Missbrauchsvorwurf nicht nur den Feminismus betrifft, sondern ein weitverbreitetes Phänomen ist.
    Meist werden statistische Daten selektiert im Hinblick auf ein gewünschtes Ergebnis, womit eigentlich nur eigene (Vor-) Urteile bestätigt werden.
    Dem schliesst sich dann zusätzlich noch die Gleichsetzung von Korrelation und Kausalität an.

    Es wäre wirklich im Interesse der Mathematiker und insbesondere der Statistiker, hier mal Aufklärungsarbeit zu betreiben. Statistik hat nämlich mittlerweile einen miserablen Ruf, der sich in Äusserungen wie " trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast " manifestiert.

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