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Was ist eine Langleine?

Eine Langleine besteht üblicherweise aus einer durchgehenden Leine. Die Länge der Leine reicht generell von 1,6 km (1 Meile) bis zu 100 km (62 Meilen). Die Leine wird von Styropor oder Plastikschwimmern aufrecht gehalten. Etwa alle hundert Fuß ist eine sekundäre Leine befestigt, die etwa 5 Meter(16 Fuß) in die Tiefe reicht. Diese sekundäre Leine ist behakt und mit Ködern aus Tintenfisch, Fisch, oder in Fällen, die wir entdeckt haben, mit frischem Delfinfleisch versehen.

Die köderhaken werden von Albatrossen aus der Luft gesehen und wenn sie auf die Haken tauchen, werden sie gefangen und ertrinken. Andere marine Lebensformen sehen die Köder von unten und werden angeakt, wenn sie versuchen, die Köder zu fressen.

Die Leinen werden für einen Zeitraum von 12 bis 24 Stunden von den Schiffen ausgebracht.

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Was tun die Langeleinen dem Albatross an ?

Für Jahrhunderte ein Symbol der Seefahrt, unsterblich durch Coleridge’s Rime of the Ancient Mariner, wandern Albatrosse große Strecken über den Ozeanen der Welt, wobei sie nur selten und dann nur zum Brüten an Land kommen, auf entlegene Inseln in der Nähe der südlichen Weltmeere.

Zum Unglück für die vielfältigen Arten von Albatrossen in den entlegenen Teilen der Welt, jagen Flotten von Hunderten von Fischereischiffen aus Japan, korea, Taiwan und Indonesien die südlichen Blauflossentunfische, Haie und Fächerfische.

Albatrosse und andere Arten von Seevögeln werden von den tödlichen Köderhaken gefangen und unter Wasser gezogen, wenn diese von den Schiffen geworfen werden.

Jedes Jahr werden allein von der japanischen Flotte für die südliche Fischerei nach Blauflossentunfischen bis zu 100 Millionen Haken ausgeworfen. Zehntausende Vögel werden jedes Jahr getötet.

Eine vorsichtige Berechnung kommt auf 44.000 getötete Albatrosse pro Jahr durch japanische Langleinen. Nach Ansicht von Forschern könnte die tatsächliche Anzahl das Doppelte betragen, es gibt jedoch keine verfügbaren Zahlen von Fischereischiffen anderer Nationen.

Von den 14 Arten von Albatrossen sterben jedes Jahr von 12 Arten Zehntausende auf diese Weise. Wegen der hohen Anzahl von betroffenen Vögeln wurde die kommerzielle Fischerei als die größte Gefahr für das Überleben der meisten Albatrossarten erkannt..

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Was tun die Langleinen den Meeresschildkröten an?

Viele Arten von Meeresschildkröten fallen den tödlichen Haken der Langleinen zum Opfer.

20.000 Karettschildkröten werden jedes Jahr von der spanischen Langleinenfischerei im Mittelmeer gefangen, und wahrscheinlich sterben 4.000 davon, weil sie mit dem Haken in der Kehle ins Meer zurückgeworfen werden.

Die Sea-Shepherd-Crew hat von duzenden Schildkrötenkadavern entlang der Pazifikküste von Zentralamerika berichtet. Bei der Unteruchung fand man bei allen toten Schildkröten Haken in der Kehle verankert.

Nach Aussage des National Marine Fisheries Service (NMFS) werden 75% der Karettschildkröten und 40% der Lederschildkröten, die von den US- amerikanischen Hochsee-Langleinern im Atlantik gefangen werden, an den Grand Banks im Nordatlantik gefangen.

Die United Nations Food and Agriculture Organization (FAO) berichtet, dass jährlich 40.000 Meeresschildkröten von den weltweiten Langleinenfischern getötet werden.

Lederschildkröten, die größten Schildkröten der Welt, werden bei Fortsetzen der gegenwärtigen Fischereipraxis in wenigen Jahrzehnten ausgestorben sein. Dies ist das Fazit der Meeresforscher auf der jährlichen Versammlung der American Association for the Advancement of Science in Denver im Jahr 2002. „Wir haben spezielle Analysen  an den Stränden durchgeführt, wobei wir viele Daten erhielten und wir rechnen in 10 bis 30 Jahren mit ihrem Verschwinden“, sagte Larry Crowder von der Duke University, North Carolina.

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Was tun die Langleinen den Haien an ?

Langleinen sind der wichtigste Faktor des rapiden Rückgangs der Haipopulationen in den Weltmeeren. Langleinen mit Längen von einer Meile bis über hundert Meilen werden mit Köderfischen versehen, (oftmals illegal getötete Delfine oder Robben) und zielen auf Haie, Schwertfische und Tunfisch. Die Haie weden hauptsächlich wegen ihrer Flossen gefangen, (die nur 4% des Körpergewichts ausmachen), sowie wegen ihrer Knorpel, ihres Lebertrans und der Zähne. Die Langleinenfischer entfernen die Flossen und schleudern die noch lebenden Haie ins Meer zurück um einen qualvollen Tod zu sterben. Unfähig zu schwimmen, sinken sie langsam zum Meeresboden, wobei andere Fische sie noch lebendig auffressen. Wenn die Langleinen nicht abgeschafft werden, werden die Weltmeere innerhalb des nächsten Jahrzehnts den größten Teil der Haiarten verlieren. Für weitere Informationen schauen Sie bitte in unsere Sektion Shark Finning .

 

Was unternimmt Sea Shepherd ?

Zur Zeit geht Sea Shepherd das Problem sowohl in Hochseegewässern wie auch in Hoheitsgewässern einiger Staaten an.

Unsere gesetzliche Befugnis, in Hoheitsgewässern von Nationalstaaten zu intervenieren, leitet sich unseren Abkommen mit den jeweiligen Staaten ab. Gegenwärtig hat Sea Shepherd eine vertragliche Zustimmung um gegen illegale Fischereiaktivitäten in den Gewässern des Galapagos National Park vorzugehen, und sehr bald werden wir eine Zustimmung von Colombia’s Malpelo Island National Park haben.

Intervention in Internationalen Gewässern

Die Anwendung von Langleinen von internationalen Gewässern ist an sich nicht illegal. Wenn die Leinen jedoch gefährdete oder bedrohte Arten fangen, werden sie illegal, weil der Fang gefährdeter Arten eine Verletzung der Konvention über den Handel mit gefährteten Arten in Flora und Fauna (CITES) darstellt.

Internationales Seerecht diktiert, dass eine Langleine, die keine identifizierende Flagge trägt, in der Tat legal geborgen werden kann, d.h. sie kann aufgenommen werden, da sie nicht an einem Schiff oder Boot befestigt ist, welches die Leine ausbringt.

 

Wann greift Sea Shepherd ein?

Ein Schiff von Sea Shepherd wird mit seiner Crew dann zur Beschlagnhme von Langleinen einschreiten, wenn einer der folgenden Beweise für die Illegalität der Leine gefunden wird:

  1. Ein an einem Haken gefangener Albatross an beliebigem Abschnitt der Langleine.
  2. Eine an einem Haken gefangene Meerschildkröte an beliebigem Abschnitt der Langleine.
  3. Jede Leine, die keine Vögel verscheuchenden Vorrichtungen benutzt.
  4. Jede Leine, die nicht durch Flagge oder elektronische Einrichtung identifiziert wird, die eine Fischerei Lizenznummer anzeigt, den Namen des Schiffes sowie die Nationalität.

Bisher hat es in jedem Fall der Entdeckung einer Langleine auf See eine Intervention gegeben, weil die Crew keinerlei Anzeichen einer Identifikation oder von Vögel verscheuchenden Vorrichtungen gefunden hat.

Wo hat Sea Shepherd Langleinen konfisziert ?

Sea Shepherd Conservation Society konfisziert Langleinen seit 1989. Wir haben Leinen von 0.5 km (0.3 miles) bis 100km (62 miles) geborgen.

Langleinen Konfiszierungen des Sea-Shepherd-Flagschiffs R/V Farley Mowat

  • Im März 2002 hat die Sea-Shepherd-Crew eine illegal von Costa Rica ausgebrachte 30 km (18.6 mile) lange Leine in den pazifischen Hoheitsgewässern von Guatemala mit Erlaubnis der Regierung von Guatemala konfisziert.
  • Im April 2002 hat die Sea-Shepherd-Crew zahlreiche Leinen aus dem marinen Schutzgebiet von Cocos Island in Zusammenarbeit mit den Park Rangern von Costa Rica konfisziert.
  • Im August 2002 hat die Sea-Shepherd-Crew 12 km (7.5 mile) lange Langleine in den Gewässern des marinen Schutzgebiets des Galapagos National Park konfisziert und den Galapagos Park Rangern übergeben.
  • Im September 2002 hat die Sea-Shepherd-Crew eine 60 km (37.3 mile) lange Leine unbekannter Herkunft in den Hochsee Gewässern zwischen Tahiti und Neuseeland konfisziert.
  • Im Jahr 2002 hat Sea Shepherd über 100 Kilometer (über 60 Meilen) illegal ausgebrachter Langleinen konfisziert.
  • Im Verlauf der Aktionen wurden vier Meerschidkröten, 67 Haie, und über einhundert große Fische lebend gefunden und ins Meer zurück freigelassen.
  • Tote Fische, Vögel und Schildkröten werden ins Meer zurückgegeben. Der Fisch wird an Bord der Farley Mowat nicht als Nahrung gebraucht, weil das Sea Shepherd Schiff grundsätzlich keinen Fisch als Nahrung an Bord serviert.
  • Im März 2003 hat die Farley Mowat. Langleinen in der Nähe der Cook Islands und südlich von Hawaii konfisziert.
  • Im Lauf der Monate Mai bis August 2004 hat die Crew der Farley Mowat in der Nähe der Galapagos rund um Colombia’s Malpelo Island und in dem Galapagos Korridor zwischen Galapagos und Panama eingegriffen und Leinen konfisziert.
  • Im April 2005 hat die Farley Mowat am Auslauf der Grand Banks von Neufundland Einrichtungen zum Zertrennen der Netze eingerichtet, um illegales Grundschleppen zu verhindern.
  • Januar 2006 – Die Farley Mowat konfiszierte eine Langleine für Schwarzen Seehecht aus Uruguay innerhalb der australischen Hoheitsgewässer der Antarktik. Insgesamt wurden vier Kilometer Langleine konfisziert.

Was hat Sea Shepherd mit den konfiszierten Langleinen gemacht ?

Die Monofilamentleine wird an Bord des Schiffes verbrannt. Die Windeleine wird aufbewahrt und an Bord zum Verzurren und zum Knotenflechten an der Schiffsreeling benutzt. Die Haken und Wirbel werden zu Anschauungszwecken aufbewahrt. Die Bleigewichte werden zu Tauchgewichten eingeschmolzen.

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Zusätzliche Regeln, Konventionen, Verträge und Gesetze

Folgendes sind auch Richtlinien zur Bestimmung der Illegalität des Einsatzes von Langlinien in den Weltmeeren:

Konvention zur Erhaltung der marinen Lebensgrundlagen der Antarktis (CCAMLR): Die australische Regierung erließ 1992 strenge Regulierungen in Bezug auf alle Langleinenschiffe in CCAMLAR-Gewässern um eine Reihe von Vermeidungsmaßnahmen anzuwenden. Die Vereinigten Staaten haben diese Maßnahmen im März 1995 für alle unter U.S.-Flagge laufenden Schiffe in CCAMLAR-Gewässern übernommen.

Kommission zur Erhaltung des südlichen Blauflossentunfisch (CCSBT):  Seit 1992 haben Australien, Japan und Neuseeland Schutzmaßnahmen für Seevögel angeordnet, die bei der südlichen Blauflossentunfisch- Langleinenfischerei zur Anwendung kommen sollen und damit die Anwendung von Leinen zur Verschreckung von Vögeln in ihrer Fischerei obligatorisch gemacht. Australien hat 1996 von allen Schiffen, die unterhalb der 30 Grad südlicher Breite fischen, die Anwendung von Leinen zur Verschreckung von Vögeln gefordert.

Union zur Erhaltung der Welt - World Conservation Union (IUCN): Im Jahr 1996 nahm die IUCN eine Resolution an, mit der die Nationen dringend gebeten wurden „den Beifang von Seevögeln im Rahmen der Langleinenfischerei zu elminieren“ und „unverzüglich Maßnahmen zur Reduktion des Beifangs von Seevögeln Seevögeln im Rahmen der Langleinenfischerei zu treffen“. Im April 1997 haben die Vereinigten Staaten die Regulierungen für alle Langleinenfischer in Alaska angenommen, die eine Anwendung von Maßnahmen erfordern, um das Töten der Seevögel zu vermeiden. Dies wurde durch die kritische Situation einer gefährdeten Art, dem Kurzschwanz Albatross, weiter angespornt.

Bonner Konvention: In Jahr 1997 wurden alle Arten von Albatrossen weltweit unter Schutz gestellt.

Artikel 7.6.9 des FAO Verhaltenskodex der Vereinten Nationen für verantwortungsvolle Fischerei angenommen durch alle Mitgliedsstaaten: Dieser sieht vor, dass Staaten geeignete Maßnahmen ergreifen sollen um Abfall, Absonderungen, Fang durch verlorene oder herrenlose Ausrüstung, Fang von nicht gewünschten Spezies, sowohl Fischen wie auch anderen Spezies, zu minimieren, und negative Auswirkungen auf assozierte oder abhängige Spezies zu minimieren, insbesondere gefährdete Arten.  Es sieht außerdem vor, dass Staaten und regionale Fischereimanagemenorganisationen, soweit praktikabel, die Entwicklung und die Anwendung ausgewählter, umwelttechnisch sicherer und kostengünstiger Ausrüstung und Verfahren fördern sollen.

 

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Zusätzliche Regeln, Konventionen, Verträge, Resolutionen und Gesetze

 

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