Die Pfalzgrafen von Tübingen

 
Das Geschlecht der Grafen von Tübingen muss bereits zur Zeit des Investiturstreites nach den Zähringern, Welfen und Staufern zu den ersten Familien in Schwaben gerechnet werden. Angehörige der Familie treten erstmals 966 als Grafen des Nagoldgaues auf, wo ihr ursprünglicher Besitzschwerpunkt zu suchen ist; daneben hatten sie umfangreiche Güter und Rechte auf der Alb und im Donauraum. Tübingen, die namengebende Burg und spätere Stadt, bot sich deswegen als Mittelpunkt an, und so dürfte um die Mitte des 11. Jahrhunderts der Familiensitz dorthin verlegt worden sein. Kurz vor 1140 erfahren die Tübinger Grafen eine wichtige Erhöhung ihrer Stellung, als sie Amt und Würde des Pfalzgrafen in Schwaben erhielten. In der Folge waren die Tübinger engste Parteigänger der Staufer; ihr Aufstieg und Niedergang ist mit dem dieses Hauses aufs engste verknüpft. Daneben schmälerten die zahlreichen Teilungen der pfalzgräflichen Familie und der wirtschaftliche Einbruch im 13. Jahrhundert die Machtfülle der Grafen von Tübingen, so dass sie gezwungen waren, die Stadt Tübingen im Jahre 1342 an die Grafen von Württemberg zu verkaufen. Sie wichen damit aus einem Raum, dessen Geschichte sie während zwei Jahrhunderten entscheidend mitgeprägt hatten.

Auszug aus dem Schenkungsbuch des Klosters Reichenbach 
(um 1100 n. Chr.)
Aus der Tatsache, dass die Grafen von Tübingen mehrfach Schenkungen von Gütern in Altheim an das Kloster Reichenbach bestätigten, lässt sich erschließen, dass Altheim im Herrschaftsbereich der Tübinger gelegen haben muss und als zum Nagoldgau gehörig betrachtet werden kann. Außerdem treten Freie von Altheim und Angehörige des Ortsadels mehrfach als Zeugen bei Verhandlungen der Tübinger auf. Für drei Mitglieder der pfalzgräflichen Familie lässt sich sogar ein Aufenthalt in Altheim urkundlich nachweisen. Die Herrschaft der Pfalzgrafen von Tübingen endete mit dem Erlöschen der Linie Horb im Mannesstamme. Im Jahre 1302 tritt erstmals Graf Burkhard IV. von Hohenberg als Stadtherr von Horb auf. Er war durch seine Ehefrau Luitgard, einer Tochter des Pfalzgrafen Hugo IV., genannt der Horber, nach dem Tode ihrer kinderlosen Brüder zu dem pfalzgräflich-horbischen Besitz gekommen.