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Heckerzug (Baden)

Großherzogtum Baden
 Der unter Struve und Hecker geführte Aufstand in Baden, der am 12. April 1848 ausbrach und völlig mißlang, bewies, daß "die Erwartung, die Revolution durch die Mobilisierung der Unterschichten der Bevölkerung weitertreiben zu können" (S. 146) illusionär war. "Der Bruch zwischen den Liberalen und der radikalen Demokratie war nun endgültig vollzogen, zum Schaden der weiteren Entwicklung" (S. 146);
W. J. Mommsen: Die ungewollte Revolution, S. 146
 April 1848
 Gulde nimmt am Heckerzug teil.;
Bäurer: Stockacher Druckereiwesen, S. 114
Buchenbach
 Bürgermeister Lindner wird wegen Teilnahme am Heckerzug aus seinem Amt entlassen.;
Beteiligte Personen.
Huggle/Rödling: Buchenbach, S. 297
Dettighofen
 Versammlung in Dettighofen: Beschluß am Heckerzug teilzunehmen;Weißhaar wird als Oberst gewählt.;
Hoggenmüller: Lottstetten, S. 289
 Anfang April 1848 führt Joseph Weishaar im Gasthof "Zum Löwen" eine Versammlung seiner Anhänger durch.;
Beteiligte Personen.
Matt-Willmatt: Dettighofen, S. 89
Freiburg
 Nach dem Heckerzug sind zwei studentische Teilnehmer aus Freiburg auf der Flucht. Ein weiterer soll am Gefecht bei Kandern teilgenommen haben.;
Beteiligte Personen.
Thielbeer: Universität und Politik, S. 87
Konstanz
 Konstanzer Teilnehmer am Heckerzug laut Liste der Strafbehörden vom 12.5.1848;
Beteiligte Personen.
Reith: Hochverrath, S. 36
Radolphzell
 Johann Baptist Mohr wirkte so mässigend auf seine Mitbürger, daß sich niemand dem Heckerzug anschloß. Mohr wird für seine Treue 1851 zum Großherzoglichen Kanzleiexpeditor befördert.;
Beteiligte Personen.
Geschichte Radolfzell, S. 194
Singen (Bezirksamt Radolphzell)
 Der Singener Gemeinderat schickt den Färber Wilhelm Waibel und den Siebmacher Simon Majer nach Waldshut um die Singener Freischärler zum Rückzug zu bewegen.;
Berner: Hebet mich fescht, S. 505
 12.4.1848
Donaueschingen
 Von Konstanz aus rufen Friedrich Hecker und Gustav Struve die waffenfähigen Männer der Amtsbezirke Donaueschingen, Engen, Blumenfeld, Villingen, Bonndorf, Neustadt und Hüfingen für den 14. April zu einer Versammlung nach Donaueschingen. Die Männer sollen bewaffnet und mit Proviant versehen erscheinen, denn "Worte können uns unser Recht und unsere Freiheit nicht erobern.";
Zu diesem Eintrag liegt ein Dokument vor.
Beteiligte Personen.
Stadtarchiv Freiburg: Dvd 7680 Rara, Nr. 56
Konstanz
 Bei einer am Nachmittag des 12. April 1848 abgehaltenen Volksversammlung erhebt sich Widerspruch gegen Heckers Anschauungen. Hecker fordert die Anwesenden zum Anschluß an seinen Zug für die Republik auf, danach sprechen sich Bürgermeister Hüetlin, Würth, Katzenmayer, Kuenzer und Eduard Vanotti grundsätzlich für die Republik aus. Allerdings kommt es zu keinem organisierten Anschluß an den Heckerzug, die Republik wird nicht ausgerufen.;
Beteiligte Personen.
Zang: Konstanz, S. 169-170
Stockach
 Struve ruft den Stockacher Gemeinderat zusammen.;
Beteiligte Personen.
Wagner: Revolutionsjahre, S. 284
 13.4.1848
Allensbach
 Allensbach schickt Hecker einen Boten, daß er mit seinen Truppen auch durch Allensbach ziehen solle. Als Route ist vorgesehen: Hegne, Kaltbrunn, Stöckenhof, Liggeringen, Espasingen nach Stockach. Friedrich Hecker schildert die Ankunft seiner Truppe wie folgt: "Den eingeschlagenen Weg verließen wir und zogen hinab nach Allensbach, wo uns ein Bote entgegenkam und aufforderte, dorten einzurücken. Mit hellem Jubeln empfangen, redete ich zu der auf dem Rathause versammelten Bürgerschaft und hier, wie allerwärts, wo ich zu dem Volke sprach, nahm es meine Ansprache mit Enthusiasmus und bewaffneten sich Männer zur Heerfahrt. Aufforderungen zum Zuzug trugen Boten nach den Nachbargemeinden. Hell tönte kriegerisches Manneslied und die weißen Seevögel schwirrten um unsere Häupter, und im Gespräch über die Vorzeit und kühne Taten der Bewohner am See [...] zogen Dr. Kaiser und ich vor unserem Heerhäuflein her, mit Trommelschall durch ein Dörflein hindurch, wo Glück und Segen und gutes Gelingen uns zugerufen wird und biederer Händedruck uns begrüßte.";
Beteiligte Personen.
Boltze: Allensbach, S. 95
Konstanz
 Sigel läßt das erste und zweite Aufgebot der Konstanzer Bürgerwehr um 6 Uhr morgens antreten, es erscheint jedoch nur etwa die Hälfte der Männer. Nur 30 von ihnen marschieren schließlich ab.;
Beteiligte Personen.
Zang: Konstanz, S. 171
Stockach
 Hecker trifft in Stockach ein und ruft die Bevölkerung auf, sich am 14. April 1848 in Stockach zu versammeln und nach Karlsruhe zu ziehen.;
Beteiligte Personen.
Wagner: Revolutionsjahre, S. 284
 14.4.1848
Donaueschingen
 Hecker und Struve wollen von Donaueschingen mit dem Zug nach Karlsruhe fahren. Sie fordern alle waffenfähigen Männer auf, am 14. April nach Donaueschingen zu kommen. Es erscheinen jedoch nur wenige hundert Mann.;
Hall u.a.: Behla, S. 52
Emmingen ab Egg
 50 Männer aus Emmingen ab Egg schließen sich Heckers Zug in Stockach an.;
Eble: Liptingen, S. 165
Freiburg
 Auf einer Gemeindeversammlung wird beschlossen, sich gegenüber den Teilnehmern des Heckerzuges neutral zu verhalten;
Herterich: Freiburg 1848, S. 47
 Ein Teil der Freiburger Turner beteiligt sich am Heckerzug. Am 14. April erklärt eine Gemeindeversammlung Freiburg für neutral, was als Unterstützung des Heckerzuges angesehen werden kann. Amalie Struve und Emma Herwegh quartieren sich in Freiburg ein.;
Beteiligte Personen.
Hartmann: Revolutionismus, S. 98
Immendingen
 4 Immendinger Männer schließen sich Heckers Zug in Stockach an.;
Eble: Liptingen, S. 165
 Immendinger Wehrmänner marschieren nach Donaueschingen. Im Revisionsbericht über die Gemeinderechnung werden die Ereignisse wie folgt geschildert: "Wir wurden zu Heckers Zug gezwungen. So rückten z.B. die Gemeinden Gutmadingen, Geisinigen, Kirchen-Hausen und Aulfingen bewaffnet in unser Dorf ein. Eine Weigerung mitzuziehen wäre zwecklos gewesen. Auch erhielten wir nirgends mehr den erforderlichen Schutz. Gemeinderat und die ganze Gemeinde sahen sich genötigt, die Leute ziehen zu lassen, um größeres Unglück zu verhüten. Diese waren natürlich mit Geld zu versehen. Am Amtsort selbst wurde ein Komitee und weiß Gott was alles, um uns zu quälen und turbieren, eingesetzt. Wir sprechen keiner Regierung Hohn, und was wir tun mußten, taten wir gezwungen. Es lag an der Regierung, die Schuldigen zu bestrafen.";
Vögele/Dreyer: Immendingen, S. 117
Konstanz
 Am Morgen des 14. April versammeln sich Heckeranhänger vor der Stadtkanzlei und verlangen Geld und Munition. Nach scharfen Auseinandersetzungen zieht eine Reihe dieser Männer Hecker nach. Am Nachmittag trifft aus Stockach die Nachricht ein, daß Hecker "sämtliche Regierungsbehörden in Konstanz" für abgesetzt erklärt habe, was von einer gerade tagenden Volksversammlung zurückgewiesen wird.;
Zang: Konstanz, S. 172
Liptingen
 2 Liptinger Männer schließen sich Heckers Zug in Stockach an.;
Eble: Liptingen, S. 165
Möhringen
 6 Möhringer Männer schließen sich Heckers Zug in Stockach an.;
Eble: Liptingen, S. 165
Stockach
 Rumpelhardt folgt mit Notar Kratzer dem Heckerzug nach Stockach, da zwei seiner Söhne ohne seine Erlaubnis mitgezogen waren. Diese Darstellung aus seinem Prozeß könnte Schutzbehauptung und damit eine Strategie sein, um das Strafmaß zu vermindern.;
Boltze: Allensbach, S. 96
 15.4.1848
Donaueschingen
 Die Bürgerwehren aus Fützen und Grimmelshofen schließen sich den bewaffneten Donaueschingern an.;
Herbner: Auf der Baar, S. 100
Fuetzen
 Die Bürgerwehren aus Fützen und Grimmelshofen schließen sich den bewaffneten Donaueschingern an.;
Herbner: Auf der Baar, S. 100
Grimmelshofen
 Die Bürgerwehren aus Fützen und Grimmelshofen schließen sich den bewaffneten Donaueschingern an.;
Herbner: Auf der Baar, S. 100
Konstanz
 Gemeindeversammlung: Ziel ist es, eine Entscheidung über die Teilnahme der Konstanzer am Heckerzug zu erzielen.;
Hummel-Haasis: Regiment Weiber, S. 41
 Am Nachmittag des 15. April ziehen rund 250 Mann dem Heckerzug nach, 17 folgen noch am 16. April.;
Zang: Konstanz, S. 174
 16.4.1848
Geisingen
 Folgende Geisinger schließen sich Hecker an, als dieser durch Geisingen kommt: Karl Rohrer, Konrad Andres, Johann Bausch, Georg Gleichauf, Leander Hepp und Philipp Benz.;
Beteiligte Personen.
Vetter: Geisingen, S. 225
 Alois Schorpp und Benedikt Joseph Schorpp schließen sich Heckers Zug an, kehren aber in Stühlingen um.;
Beteiligte Personen.
Vetter: Geisingen, S. 225
Singen (Bezirksamt Radolphzell)
 Die gesamte Singener Bürgerwehr schließt sich dem Sigel-Zug an.;
Berner: Hebet mich fescht, S. 505
 17.4.1848
Bärental
 Am 17.4.1848 zieht der Heckerzug durch Bärental und überquert den Feldberg.;
Vetter: Feldberg (1968), S. 160
Falkau
 Bonifaz Knotz, Alois Ketterer, Heinrich Neininger, Johann Enzmann, Johann Hofmaier und Karl Albietz schließen sich dem Heckerzug an.;
Beteiligte Personen.
Vetter: Feldberg (1982), S. 167
 18.4.1848
Gurtweil
 Am 18. April 1848 übernachten 400 Teilnehmer des Heckerzuges in Gurtweil. Am nächsten Mittag schließen sich ihnen auch 34 Bewaffnete aus Gurtweil an.;
Beteiligte Personen.
Beringer: Gurtweil, S. 230
Tiengen (Bezirksamt Waldshut)
 Der "Central-Ausschuß für vaterländische Angelegenheiten" fordert die Gemeinden des See- und Oberrheinkreises auf, alle waffenfähigen Männer zur Verfügung des Ausschusses zu stellen sowie für Waffen, Munition und Proviant zu sorgen.;
Zu diesem Eintrag liegt ein Dokument vor.
Beteiligte Personen.
Stadtarchiv Freiburg: Dvd 7680 Rara, Nr. 82
Utzenfeld
 Der Heckerzug überschreitet von Präg her die Brücke bei der Utzenfelder Mühle. Sieben Männer des Ortes schließen sich dem Zug an. Bürgermeister Ignaz Eiche notiert am 19.4.1848: "wegen Anschluß an den Freischarenzug und der Errettung der hiesigen Gemeinde vor den ihr drohenden Gefahren haben aus der Gemeindekassen empfangen: Mathias Weißenberger (Müllersknecht bei Müller Banholzer), Blasius Köpfer (39 J.), Johann Karle (40 J.), Georg Karle (34 J.), Konrad Karle, Dominik Kiefer (24 J.) und Andreas Kiefer je 9 Gulden 6 Kreuzer." Nach der Niederlage auf der Scheideck kehren die sieben Teilnehmer nach Utzenfeld zurück.;
Beteiligte Personen.
Schlageter: Utzenfeld, S. 36
 22.4.1848
Freiburg
 An Karsamstag, dem 22. April 1848 versammeln sich rund 2000 Menschen auf dem Karlsplatz. Unter ihnen befindet sich der harte Kern der Republikaner, welche weiterhin den Heckerzug unterstützen wollen. Die Meldungen über die militärische Lage sind widersprüchlich, und so findet Karl von Rottecks Aufruf, den Widerstand gegen die Niederschlagung des Aprilaufstandes aufzugeben, keinen Anklang. Statt Rottecks wird Georg von Langsdorff von den Anwesenden zum Kommandanten gewählt.;
Beteiligte Personen.
Hartmann: Revolutionismus, S. 99
 23.4.1848
Freiburg
 Obwohl Karl Hecker mitteilt, sein Bruder Friedrich habe ihn von der Niederlage des Heckerzuges benachrichtigt, beschließt am 23. April 1848 eine weitere Volksversammlung den bewaffneten Widerstand gegen die etwa 3000 in der Umgebung Freiburgs eingetroffenen hessischen und badischen Soldaten. Freischärler bemächtigen sich der vier im Rathaus aufgestellten Kanonen, andere ziehen der von Sigel angeführten Streitmacht der Aufständischen entgegen.;
Beteiligte Personen.
Hartmann: Revolutionismus, S. 99
Villingen
 Gegen die Stimmen des Bürgermeisters und des Gemeindesrates wird beschlossen, eine Mannschaft zur Unterstützung Heckers auszurüsten.;
Brüstle: Villingen, S. 89
 24.4.1848
Freiburg
 Gimbel schließt sich zusammen mit anderen Lahrern dem Heckerzug an und fällt am 24. April 1848 bei den Gefechten in Freiburg.;
Mietzner: Lahr 1848/49 I, S. 47
 Mehrere Lahrer schließen sich dem Heckerzug an.;
Beteiligte Personen.
Mietzner: Lahr 1848/49 I, S. 47
Todtnau
 Die Schweizer Legion unter Johann Philipp Becker beteiligt sich am Heckerzug und sperrt am 24. April 1848 die Straßen um Todtnau, um den Truppen Franz Sigels den Rücken freizuhalten.;
Diesbach: Konstanzer Seeblätter, S. 141
 25.4.1848
Furtwangen
 69 Villinger wollen sich dem Heckerzug anschließen, kommen jedoch nur bis Furtwangen. Von dort kehren sie auf Grund schlechter Nachrichten wieder um.;
Brüstle: Villingen, S. 89
Konstanz
 Am Mittag des 25. April rücken rund 600 bayerische Soldaten mit zwei Kanonen in Konstanz ein. Am Tag darauf wird der Kriegszustand verkündet und bald beginnen Verhaftungen.;
Zang: Konstanz, S. 177
Oberkirch
 Etwa 200 Freischärler sammeln sich im Schrempp'schen Bierhaus außerhalb von Oberkirch, bevor sie in Richtung Oppenau weiterziehen. Bald schon erreicht sie die Nachricht von der Niederlage Heckers. woraufhin sich der Zug auflöst.;
Pillin: Bürgerschaft Oberkirchs, S. 48
Todtnau
 Die Schweizer Legion unter Johann Philipp Becker sperrt die Straßen um Todtnau, um den Truppen Franz Sigels den Rücken freizuhalten.;
Beteiligte Personen.
Diesbach: Konstanzer Seeblätter, S. 141
Villingen
 69 Villinger wollen sich dem Heckerzug anschließen, kommen jedoch nur bis Furtwangen. Von dort kehren sie auf Grund schlechter Nachrichten wieder um.;
Brüstle: Villingen, S. 89
 Mai 1848
Schönau (Bezirksamt Schönau)
 Der Schönauer Amtmann Streicher vertritt die Meinung, daß die meisten Männer sich dem Heckerzug aus Angst vor Mord und Brand anschlossen und andere in der Meinung, sich ein paar schöne Tage zu machen. Da alle Teilnehmer aus dem Schönauer Tal sich bereits vor den Gefechten abgesetzt hatten, sieht er von einer Strafverfolgung ab.;
Schlageter: Utzenfeld, S. 36
 13.5.1848
Ettenheim
 Das Bezirksamt fordert den Gemeinderat auf, alle Personen aus Ettenheim und Ettenheimweiler zu verzeichnen, die am 22. und 24. April am Freischärlerzug teilgenommen hatten.;
Dees: Als der Sepp, S. 14

 

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